Fastenkur mit Torte

titelLang dauert es nicht mehr, bis sie wieder beginnt, die Skikini-Saison! Leider ist mir aus zuverlässiger Quelle berichtet worden, dass Euch das Outfit vom letzten Winter nur noch dann passt, wenn Ihr es vorher eine halbe Stunde lang zum Dehnen über die Mülltonne gestülpt habt. Aber es gibt noch Hoffnung, denn hier kommt das ultimative Shaping-Geheimnis aus Japan: schlank werden durch Essen. Glaubt Ihr nicht? Stimmt aber, und hier folgt der Beweis:

isetanIch war wieder einmal in der Food-Abteilung vom Isetan in Tokio unterwegs, um mir nach getaner Arbeit einen Happen Essen zu kaufen. Zuerst habe ich bei den temporären Ständen nachgeschaut, weil es da oftmals Dinge aus anderen japanischen Präfekturen gibt. An einem Stand mit formschönen Torten bin ich hängen geblieben. Okay, ich könnte mir ja die Nachspeise auch zuerst kaufen. Da kam auch schon die Verkäuferin herbei und warnte mich: „This is not cake!“

Und tatsächlich. Die grünliche Torte war mit ein paar Oliven und Basilikum belegt, aber eigentlich nur, um die Käufer nicht gänzlich in die Irre zu führen. „VegedecoSalad“ heißen die vegetarischen Fake-Torten-Kreationen. Dahinter stecken (Food-)Designerin Mitsuki Moriyasu und ihre Geschäftspartnerin Miho Yasuda aus Nagoya.

Interessanterweise ist woanders im Netz immer nur von „ihm“ die Rede, dem Designer, was einerseits vermutlich daher rührt, dass „food designer“ als Berufsbezeichnung im Englischen nicht das Geschlecht der betreffenden Person verrät. Andererseits – wenn jenes Geschlecht nicht in fett gedruckten Buchstaben danebensteht – geht offenbar „die Welt“ automatisch davon aus, dass erfolgreiche Designer männlich sein müssen. However, zwar ist Tortenqualität vollkommen geschlechtsunabhängig, aber so zufällig darauf gestoßen, wollte ich dazu trotzdem mal meinen Senf geben…

torteA propos Senf, den kann man als Dressing auch noch dazubekommen, was jetzt endgültig klar machen dürfte, dass es sich um eine „saure“ Speise handelt. Ich wählte die herbstlich gelbe Tortenvariante und würde sagen, es handelt sich um eine Kichererbsen-Kürbis-Creme, darunter eine rosa, tja, „Sahne-Tofu-Süßkartoffeln“-Lage, dann Kürbis, Kartoffeln und Teig. Stolze sieben Euro bin ich losgeworden für dieses eine Stück, aber der Spaß lohnt sich total. Ohnehin empfehlen die Herstellerinnen die Produkte primär als Geschenke, die gleich dreifach Freude machen: Sie nehmen die Beschenkten ein bisschen auf den Arm, schmecken gut und sind auch noch gesund.

variantenDie „Schoko“version habe ich dann erst später im Prospekt gesehen, ein wirklich beeindruckendes Exemplar. Da ist es irgendwie gar nicht unpraktisch, dass ich am Sonntag tatsächlich nach Nagoya muss. Vielleicht kann ich die versäumte Schokolade ja  direkt vor Ort noch nachholen.

Und wenn Ihr jetzt dank des ganzen gesunden Gemüsezeugs dazu neigt, Euch mental-moralisch gegenüber Euren Mitmenschen zu überlegen fühlt, dann empfehle ich dringend zum Nivellieren am nächsten Abend die auf dem folgenden Foto abgebildete Alternative. Bier aus der Dose und frittiertes Hähnchen. Denn merke: Nur ein schlechtes Gewissen ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass man überhaupt eins besitzt.

sportmenueUnd hier noch die Koordinaten (für den Tortenladen, nicht für das Dosenbier):

Vegedeco Salad Café / ベジデコサラダ®カフェ
Aichi-ken, Nagoya-shi, Naka-ku, Nishiki 3-17-5
名古屋市中区錦3-17-5
Öffnungszeiten: jeden Tag 11:30 – 16:00

http://mitsukistyle.jp/

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