Weinreise Loire (II): die Rebsorten

Savennières2 Liebe Freundinnen und Freunde der übermäßig gründlichen Vorbereitung, selbst wenn dies schon der zweite Teil unserer „Weinreise“ entlang der Loire ist, wird Euch positiv aufgefallen sein, dass wir noch überhaupt nicht losgefahren sind. Um Euch weiter fröhlich zu stimmen, sei darauf hingewiesen, dass sich dies auch im Verlauf des vorliegenden Teils nicht ändern wird. Womit ich die werte Leserschaft nämlich noch in gebotener Ausführlichkeit bekannt machen möchte, das sind die Rebsorten, die im Tal der Loire angepflanzt werden. Wirklich von Bedeutung für die großen Weine der Region sind dabei nicht mehr als eine Handvoll. Interessanterweise ist es aber nicht so, dass diese Rebsorten alle von der Quelle bis zur Mündung gleichermaßen vorkommen. Vielmehr wirkt das Loiretal rebsortentechnisch fast so wie einen Aneinanderreihung von Inseln: die Rebsorte, die auf der einen Insel dominiert, ist auf der nächsten kaum noch existent.

Wie Ihr wisst, habe ich ein Herz für Außenseiter. Ich möchte Euch deshalb zwar zunächst die mengen- und qualitätsmäßig wichtigsten Rebsorten der Loire vorstellen. Am Ende dieses Teil werde ich Euch dann jedoch von den seltenen, autochthonen und gelegentlich ungeliebten Rebsorten diejenigen Weine nennen, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Das sind fast alles Gewächse, die in einem Artikel über „die besten Weine von der Loire“ kaum Erwähnung finden würden. Dafür aber hier, denn mir geht es ja nicht nur um Leistung, sondern auch um Diversität, um die Verschiedenartigkeit der möglichen Ausdrucksformen.

Wenden wir uns zunächst aber den wichtigen weißen Rebsorten zu. Am meisten angebaut, und das überrascht vielleicht auf den ersten Blick, wird die Rebsorte Melon de Bourgogne mit offiziell 12.871 ha Rebfläche (alle Flächenangaben stammen aus dem „Dictionnaire Encyclopédique des Cépages“ von Pierre Galet). Aus dieser Rebsorte wird im Prinzip ein einziger Wein bereitet, der Muscadet. Diese ein wenig irreführende Bezeichnung hat manchmal erstaunliche Auswirkungen: Vor vielen Jahren während meiner Studentenzeit hatte ich für mehrere Leute gekocht, unter ihnen auch ein Gast, den ich selbst vielleicht nicht eingeladen hätte. Ich hatte zwei Weine zur Auswahl, einen weißen Muscadet und einen roten Krautfusel von der Norma. Als ich den Muscadet erwähnte, plärrte der Gast, nennen wir ihn N., sofort, „iih, keinen Muskat, ich mag keinen süßen Wein!“ Also bekam er den Krautfusel und wir den trocken-mineralischen Muscadet, der fantastisch zum Essen passte. Was lernen wir daraus? False Friends gibt es auch beim Weingenuss.

Der Melon de Bourgogne (im Französischen männlicher Artikel) stammt in der Tat ursprünglich aus dem Burgund, war dort aber eigentlich nur im Mittelalter weiter verbreitet. Erst eher versuchsweise an der Loire angepflanzt, wurden die Rebflächen besonders nach dem verheerenden Winter 1709 stark ausgeweitet, weil sich die Rebe als relativ frosthart erwiesen hatte. Und seitdem steht sie in großen Massen und mit hohem Ertrag in der Gegend um Nantes herum. Welchen Wein der Melon de Bourgogne hervorzubringen vermag, ist deshalb gar nicht so leicht zu sagen. In der Regel handelt es sich um einen leichten und furztrockenen Weißen, der zu allerlei Meeresfrüchten gereicht wird. Bis vor kurzem war man auch noch der Meinung, man müsste einen Muscadet innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Ernte trinken, weil er sich nicht hält. Ein großer Irrtum, aber das werden wir erst im nächsten Teil aufklären können, wenn wir den Muscadet in seiner Wahlheimat besuchen.

VouvrayDie zweithäufigste weiße Rebsorte an der Loire mit 9.427 ha Anbaufläche ist der Chenin. Ich musste mich einmal von der Vetriebsdame eines großen Loire-Weinguts anpfeifen lassen, dass man nicht „Chenin blanc“ sagt, sondern nur „Chenin“, weil es keinen anderen Chenin geben würde. Die Französinnen können manchmal sehr charmant sein. Weshalb es aber dennoch nicht falsch ist, von „Chenin blanc“ zu sprechen, liegt daran, dass früher die rote Rebsorte Pineau d’Aunis auch als „Chenin rouge“ bezeichnet wurde. Diese Namensverknüpfung kommt nicht von ungefähr, denn man geht derzeit davon aus, dass der Chenin (blanc) im frühen Mittelalter nach und nach aus den helleren Trauben des Pineau d’Aunis selektioniert wurde. Der Chenin selbst wurde im Jahr 845 das erste Mal urkundlich erwähnt, während der Pineau d’Aunis seit der Antike an der Loire angebaut wird. Natürlich gibt es auch Experten, die das Ganze genau umgekehrt sehen, aber da wir die Römer nicht mehr fragen können, lasst uns einfach festhalten: Den Chenin gibt es schon sehr lange hier.

Sein Hauptanbaugebiet ist die mittlere Loire zwischen Angers und Blois. Aus Chenin bereitet man die bekanntesten und vermutlich auch besten Weine der Loire. Er eignet sich sowohl für den trockenen als auch für den fruchtigen als auch für den edelsüßen Ausbau und sogar für Schaumwein. Diese Vielseitigkeit erinnert stilistisch an den Riesling. Und wirklich: Obwohl die Aromen ganz anders sind, nach Apfel, Quitte und mit zunehmender Reife auch nach Akazienhonig, eint beide Rebsorten ihre straffe Säure und ihre enorme Lagerfähigkeit. Hätten die Loirewinzer zu früheren Zeiten bereits einen Sinn für beste Lagen und bestes Marketing gehabt, hätte aus dem Chenin mehr werden können, als es der Chardonnay je geschafft hat. Die Rebsorte scheint mir potenziell wirklich „besser“ zu sein. Vielleicht sollten wir aber lieber froh darüber sein, dass ein Savennières auf diese Weise nur ein schlappes Zwanzigstel von einem Montrachet kostet.

Die dritte bedeutende weiße Rebsorte an der Loire mit 7.466 ha Anbaufläche ist der Sauvignon. Auch hier wird meist von „Sauvignon blanc“ gesprochen, und auch das liegt daran, dass es einstmals an der Loire Mutationen mit den Namen „Sauvignon gris“, „Sauvignon rouge“ und „Sauvignon violet“ gab. Alles Schnee von vorgestern – außer dem Sauvignon gris, denn der wird unter dem alten Dialektnamen „Fié Gris“ weiterhin von ein paar Loirewinzern angebaut. Den besten Fié Gris macht allerdings die Domaine Goisot in der Nähe von Auxerre, aber das ist schon Burgund und gehört deshalb nicht hierher.

Der Sauvignon wird ebenfalls schon seit sehr langer Zeit in Frankreich angebaut. Über viele Jahre scheint sich aber niemand so recht für seine Registrierung interessiert zu haben, denn erst im Jahr 1736 wird der Sauvignon offiziell im Graves bei Bordeaux und 1783 auch in Pouilly-sur-Loire erwähnt. Ob das bedeutet, dass der Sauvignon ursprünglich aus dem Bordelais stammt? Aktuelle Forschungen scheinen in die Richtung zu gehen, dass der Sauvignon eher vom Savagnin abstammt, einer zur Traminerfamilie gehörenden „Urrebsorte“ der Westalpen. Lassen wir uns überraschen. Geschmacklich haben Sauvignon und Traminer jedenfalls nicht mehr sehr viel gemein. Sauvignon ist eine Weltrebsorte geworden, und das insbesondere wegen der Frische und der offensiven Aromatik nach Stachelbeere und schwarzer Johannisbeere. An der Loire wird der Sauvignon ab der Touraine flussaufwärts gepflanzt und erreicht seinen vermutlichen Weltqualitätshöhepunkt nach wie vor in den Weinbergen der Gemeinden Sancerre und Pouilly-sur-Loire.

Die „restlichen“ weißen Rebsorten an der Loire sind denkbar unterschiedlich im Charakter. Die Folle Blanche auf Platz 4 ist eine Rebsorte, die bei aller Liebe praktisch ausschließlich als Massenträger gilt. Aus ihr wird ein einziger Wein bereitet, der „Gros Plant du Pays Nantais“, ein vorzüglicher Speisenbegleiter zu Austern, Muscheln und hellem Fisch, solo dafür eher unerfreulich mager.

Auf Platz 5 folgt mit dem Chardonnay eine Rebsorte, die an der Loire – habe ich den Verdacht – hauptsächlich ihres Bekanntheitsgrades wegen angepflanzt wird. Da der Chenin immer ein bisschen Lagerzeit benötigt, sind gern die einfacheren Trinkweine der Touraine aus Chardonnay oder Sauvignon. Einen echten Spitzenwein habe ich darunter noch nicht gefunden.

Auf Platz 6 folgt (mit weitem Abstand allerdings) eine Rebsorte ganz anderen Kalibers, der Romorantin. Solltet Ihr davon noch nie etwas gehört haben, tröstet Euch, denn der Romorantin wird bis auf wenige Ausnahmen exklusiv als AOC Cour-Cheverny gekeltert, so ein bisschen im weintechnischen Niemandsland südwestlich von Blois.

Schließlich sei noch auf den Tressallier hingewiesen, eine Traube, die wir erst ganz am Ende dieser Serie auf dem Weg in der Auvergne wiedertreffen werden. Im 13. Jahrhundert im Burgund bereits erwähnt, überquerte die Rebsorte den Fluss Allier (daher der Name: Trans-Allier sozusagen) und erfreute sich bis zur Reblauskatastrophe großer Beliebtheit. So wie viele andere alte Rebsorten, musste sie dann allerdings extrem Federn lassen und wird jetzt eigentlich nur noch um den Ort Saint-Pourçain-sur-Sioule angebaut.

Kommen wir nun zu den roten Rebsorten:

Clos Rougeard 2001Hier steht der Cabernet Franc auf 14.801 ha ganz klar an der Spitze. So ähnlich wie Chenin bei den Weißen ist Cabernet Franc bei den Roten „typisch Loire“. Die Rebsorte stammt ursprünglich aus dem Bordelais, wo sie vermutlich vor langer Zeit aus Wildreben selektioniert wurde. Obwohl sie dort insbesondere in den Weinen von St-Emilion immer noch eine große Rolle spielt, wurde ihr mengen- und imagemäßig von Cabernet Sauvignon und Merlot der Rang abgelaufen. Ganz anders an der Loire. Seitdem der Abt Breton im Auftrag von Kardinal Richelieu im Jahr 1631 mehrere tausend Pflanzen aus dem Bordelais in die Gegend von Chinon transportiert hatte, ging es mit der Rotweinproduktion an der Loire aufwärts (Cabernet Franc gab es aber auch schon früher dort).

Schlechtes Wetter und hohe Erträge führen beim Cabernet Franc zu den gefürchteten grünen, pflanzlichen Noten. Ansonsten gilt der Cabernet Franc als etwas leichter, heller und samtener als sein genetischer Nachfolger Cabernet Sauvignon (eine alte Kreuzung aus eben Cabernet Franc und dem weißen Sauvignon). An der mittleren Loire, bei Chinon und Bourgeuil, aber auch östlich von Saumur findet man die besten und bekanntesten Cabernet Francs. Ein wenig Flaschenreife ist dabei immer angemessen, aber das gilt ja für alle strukturierten Roten.

Sansonnière GamayDie zweithäufigste rote Rebsorte an der Loire ist der Gamay mit 5.493 ha Anbaufläche. Gamay ist eine Rebsorte, der meine Sympathie gilt, denn sie ist lange Jahre (und in vielen Fällen immer noch) sehr schlecht behandelt worden, so dass sie sich vielfach unter Wert verkaufte. Der bekannteste Wein aus Gamay ist mit Sicherheit der Beaujolais, was irgendwie schon klar macht, in welche Richtung das in den letzten Jahrzehnten ging. Im Jahr 1360 das erste Mal urkundlich erwähnt (und zwar im Zusammenhang mit dem Dorf namens Gamay in der Nähe von Beaune), verbannte König Philippe Le Bon die Rebsorte aus dem Burgund, weil er den eleganteren Pinot Noir bevorzugte. Mit weitreichenden Folgen, denn so können wir bis heute nur ahnen, zu welchen Leistungen der Gamay in Spitzenlagen fähig wäre.

Wie das mit der Reputation nun einmal so ist: Gamay reift früh, kann hohe Erträge bringen und wächst auch auf mageren Böden – optimale Voraussetzungen also für eine bedenkenlose Massenproduktion. Gamay, das bedeutet in der Regel Kohlensäuremaischung, viel Frucht und wenig Struktur, ein paar Monate nach der Ernte schon auf den Markt geworfen. Auch an der Loire werdet Ihr den Gamay deshalb nie in den besten Lagen finden, sondern entweder im Flachen oder am Rand der Anbaugebiete. Dadurch gibt es den Gamay sowohl ganz im Südwesten in Meeresnähe, im Anjou und der Touraine, aber auch weit im Binnenland bei Clermont-Ferrand. Die große Ausdehnung bedingt, dass der Gamay dabei auf allen möglichen Böden wächst, von Urgestein über Schiefer, Kalk und Kreide bis zu vulkanischen Granit- und Basaltböden. Verbunden mit dem meist günstigen Preis macht das Gamay-Querverkostungen ungemein spannend.

Naturel VendômoisDie rote Rebsorte Nummer Drei ist vielen von Euch wahrscheinlich kein Begriff. Es handelt sich um den Grolleau, die – wenn es nach Weinkritikern wie Jancis Robinson oder Robert Parker geht – Geißel des Anjou. Grolleau ist eine uralte heimische Rebsorte, die aber zu keiner Zeit im Zusammenhang mit Qualität genannt worden ist. Eigentlich wurde sie erst Anfang des 19. Jahrhunderts „entdeckt“ und breitete sich dann in rasanter Geschwindigkeit aus, weil man in ihr die frühreife und noch massenträgerige Rebe als den Gamay erkannte. Obwohl der Grolleau tieffarbige Beeren besitzt, wird er weiterhin primär nicht als Rot-, sondern als Roséwein gekeltert. Der halbtrockene „Rosé d’Anjou“ in seiner kräuterigen, pappsüßen, flachen Billigversion – das ist Grolleau at its worst. Dort, wo man sich die Mühe gibt, die Erträge zu begrenzen, eine bewusste Weinbergsarbeit durchzuführen und den Grolleau als klassischen Rotwein auszubauen, ist das Ergebnis manchmal ganz überraschend.

Die „restlichen“ roten Rebsorten an der Loire sind dann von einer verblüffenden Variationsbreite. Auf Platz 4 folgt zunächst einmal der Cabernet Sauvignon, der ähnlich wie der Chardonnay erst im Zuge seines globalen Erfolgs quasi eingeschleppt wurde. Es gibt zugegebenermaßen vor allem im Anjou ein paar schöne Cabernet Sauvignons und auch einige nette Cuvées, aber ich würde ihn trotzdem nur selten kaufen. Zu sehr konzentriert sich die Liebe der guten Winzer auf den Cabernet Franc, der praktisch in allen roten Spitzenlagen steht.

Mit Ausnahme der Gegend um Sancerre. So weit im Binnenland hat der Cabernet Franc wegen des späten Beginns des Vegetationszyklus nicht die Möglichkeit, optimal auszureifen. Eine Traube, die dies vermag, ist der Pinot Noir. Eingeschworene Burgundfans werden selbstverständlich dagegen halten, dass der Pinot Noir nirgendwo auf der Welt solche Leistungen bringt wie eben im Burgund. Das ist in der absoluten Spitze sicherlich richtig und eine Kombination aus jahrhundertelangen Erfahrungen, optimal geeignetem Terroir und sorgfältigster Behandlung. Aber auf der Stufe unterhalb der berühmtesten Grands Crus gibt es mittlerweile echte Konkurrenz für die „Original-Burgunder“. Hubers „Wildenstein“, Fürsts „Hundsrück“ – oder eben auch die besten Roten aus Sancerre, die ich Euch in der letzten Folge dieser Serie noch vorstellen werde.

Zwei interessante rote Rebsorten haben wir noch, den Pineau d’Aunis und den Côt. Letzterer ist nichts anderes als die rote Traube von Cahors (und neuerdings aus Argentinien), anderswo als Malbec bezeichnet. Im 18. Jahrhundert dürfte diese eher schwarze als rote Rebsorte aus Frankreichs Südwesten an die Loire gebracht worden sein und wird seitdem dort kontinuierlich, aber nicht sehr häufig angepflanzt.

RebstockDer Pineau d’Aunis stammt trotz der Namensähnlichkeit nicht aus der Pinot-Familie. Es handelt sich möglicherweise tatsächlich um die „Urrebe“ der Loire, denn der Pineau d’Aunis wird dort bereits seit der Antike kultiviert (allerdings später in der Abtei von Aunis selektioniert, daher der Name). Henri Plantagenêt, bei uns auch als Heinrich II. von England bekannt, soll im 12. Jahrhundert den heimatlichen Wein aus dieser Traube sehr vermisst und daher nach England importiert haben. Auch in späteren Zeiten wird der Pineau d’Aunis immer wieder erwähnt. Seine Rebstöcke sollen uralt werden können und, wenn man ihn lässt, „Zweige so dick wie ein Baum“ ausbilden, wie Bouchard vor 150 Jahren zu berichten wusste.

Um ehrlich zu sein, ranken sich aber so viele Geschichten und Legenden um diese Rebsorte und ihre Herkunft, dass vieles ins Reich der Spekulation einzuordnen sein dürfte. Und was macht die Rebsorte heute? Sie wird neu kaum mehr angepflanzt, so dass Weine von ihr oft von wirklich alten Reben bereitet werden. Die Weine seien tannin- und säurereich und hätten einen charakteristischen Geschmack nach weißem Pfeffer, meint Jancis Robinson.

alter Rebstock„Alte Reben“ oder vielmehr vieilles vignes an der Loire heißt übrigens genau das, was der Wortsinn bedeutet, nämlich wirklich alte Reben. Ich muss immer ein bisschen weinen, wenn ich daran denke, dass Bernhard Huber seinen (ausgezeichneten) Roten unterhalb der Großen Gewächse als „Alte Reben“ bezeichnet, obwohl doch die Reben nicht viel älter als 20 Jahre sind. An der Loire gibt es nicht selten Weine, die von 80 oder 100 Jahre alten Reben stammen. Die Reben für Marionnets „Provignage“ stammen sogar aus dem Jahr 1850. Natürlich sind das nicht alles Zeichen dafür, dass an der Loire so ein hohes Qualitätsbewusstsein herrschen würde, welches alten Rebstöcken mit Stolz und Respekt begegnet. Oftmals waren auch fehlende finanzielle Mittel dafür verantwortlich, dass man das „alte Glump“ auf dem Feld hat stehen lassen. Aus heutiger Sicht natürlich fantastisch, und Ihr werdet ohne große Probleme fast überall an der Loire solche Parzellen mit beeindruckenden Zeitzeugen finden.

Wie bereits oben versprochen, möchte ich Euch nun noch ein paar reinsortige Weine aus den seltenen oder einfach weniger beliebten Rebsorten nennen, die mich persönlich beeindruckt haben. Große Weine aus Cabernet Franc, Chenin, Sauvignon blanc oder Pinot Noir kommen in den einzelnen Reiseabschnitten dann noch genug.

Der beste Tressallier, den ich kenne, ist gar keiner. In der AOC Saint-Pourçain sind nämlich maximal 40% Tressallier für die Weißen zugelassen, weshalb der „Quarteron“ der Domaine Grosbot-Barbara kein reinsortiger Tressallier ist. Aber dafür ein beeindruckender Gemischter Satz mit anderen seltenen Rebsorten wie Saint-Pierre Doré und Meslier Saint-François, ausgebaut in Fässern aus Eichenholz, das aus den benachbarten Wäldern von Tronçais und Jaligny-sur-Bèsbre stammt. Von Eichenholz versteht man hier im Allier natürlich eine Menge. Preislich liegen wir vielleicht bei 15 €, ich hatte es vergessen aufzuschreiben.

Touraine - MarionnetDer beeindruckendste Romorantin ist ganz ohne Zweifel der „Provignage“ von Henry Marionnet (oder vielmehr seinem Sohn Jean-Sébastien). Die Reben sind mittlerweile 163 Jahre alt, stammen also noch aus der Zeit vor der Reblauskatastrophe und haben auch ansonsten alle Stürme der Zeit überstanden. Ob es sich tatsächlich um die „ältesten Reben Frankreichs“ handelt, ist natürlich fraglich. Bei der Probe hatte er mich nicht umgehauen: Apfel, Gewürznelke, alkoholische Wärme und eine prägnante Säure, dazu mit 45 € nicht gerade günstig. Aber es schwingt natürlich immer eine gewisse Ehrfurcht mit, es ist also eine Sache des Kopfkinos. Ein solcher Wein in einer Blindprobe wäre für mich ein schlichtweg katastrophales Verständnis von Weinkultur. Wer diese interessante und leicht phenolische Rebsorte günstiger probieren möchte, sollte zu den Weinen der Domaine des Huards (besonders gut: „François Premier“, 10,60 €), von Philippe Tessier (besonders gut: „La Porte Dorée“, 12 €) oder der Domaine de Montcy greifen (besonders gut: „Plénitude“, 15 €). Auch hier sind die Reben jeweils mindestens 50 Jahre alt, teilweise noch deutlich älter.

Aus Folle Blanche hingegen, obwohl so häufig angebaut, kann ich Euch guten Gewissen keinen Wein empfehlen, der mich besonders beeindruckt hätte. Ich habe ehrlich gesagt auch keinen einzigen gefunden, der mehr als 5 € gekostet hätte. Wenn Euch die Rebsorte interessiert, nehmt am besten einen Wein von einem der guten Muscadet-Winzer. Der „Gros Plant du Pays Nantais sur lie Folle Blanche“ von Pierre-Marie Luneau kostet beispielsweise 4,20 € ab Hof und ist okay.

Ähnlich verhält es sich mit der Rebsorte Menu Pineau. Früher in der Gegend um Orléans viel angebaut, wird er heute bevorzugt für Schaumweine verwendet. Ich kenne keinen empfehlenswerten reinsortigen Wein.

Auf der Kippe zwischen Weiß und Rot steht der Grolleau Gris. Meist wird diese Rebsorte für halbtrockene Rosés verwendet, was oft ganz schlimme Ergebnisse zeitigt, manchmal aber auch überraschend gute. Mark Angeli von der Ferme de la Sansonnière bereitet beispielsweise einen biodynamisch erzeugten halbtrockenen Rosé aus Grolleau Gris namens „Rosé d’un Jour“. Mit dem Namen protestiert er gegen die AOC Rosé d’Anjou, aus der er seinen Wein hat austreten lassen, „chaptalisiertes Techno-Zeug“, wie er leider zurecht sagt. Sein 2012er hat nur 9 vol% Alkohol, Süße und Säure in extremer Finesse (gibt es hier für 13,90 €). Der 2003er hingegen, von dem ich auch noch eine Flasche im Keller habe, war ein fettes, kräutersüßes Exemplar. Ganz am Atlantik bei Brem-sur-Mer bereitet Thierry Michon von der Domaine Saint-Nicolas einen ebenfalls Demeter-zertifizierten Weißen aus Grolleau Gris. Ein unheimlich interessantes Getränk, sein Hauswein und deshalb auch nur vor Ort in Flaschen zu bekommen (6,50 €).

Kommen wir zu den Rotweinen und passenderweise zum roten Grolleau. Den besten Grolleau gibt es möglicherweise von der Domaine Clau de Nell. Der Wein scheint mir unter Freaks in Deutschland bekannter zu sein als in Frankreich. Deshalb könnt Ihr hier bei Christoph über den Beginn dieses ungewöhnlichen Guts lesen (in der Mitte des Artikels), während die Website mit ihrer Historie erst nach der endgültigen Pleite der Pichards im Jahr 2008 startet. Hier findet Ihr bei Alex und Marco eine Review des Weins aus der „Pichard-Zeit“ – und hier bei Lobenberg könnt Ihr den Grolleau der neuen Generation für 26 € kaufen.

Naturel CousinVor Ort sind es gerade die etwas unkonventionelleren Winzer, die sich an einen reinsortigen Grolleau herantrauen – in diesen beiden Fällen mit sehr guten Resultaten: Fall 1 ist der „Les Saint-Martin“ (13 €), ein Vin de France der Domaine Les Roches Sèches, die von drei Freunden, Neo-Winzern, vor drei Jahren gegründet wurde, mittlerweile bio-zertifiziert. Fall 2, ebenfalls zertifiziert, ebenfalls Vin de France, ist der „Grolleau 80“ (aus 2010, der 2011er heißt dann Grolleau 81 – das Alter der Reben) des Château de Bois-Brinçon (12 €). Während die Drei von Roches Sèches den Grolleau im Barrique gezähmt haben und auf eine längere Lagerzeit setzen, bietet Bois-Brinçon den Grolleau frisch, säuerlich und knackig an. Ein ganz anderes Modell fährt Olivier Cousin mit seinem „Le Cousin“ (Demeter), den Ihr hier bei Vins Vivants für 12,60 € kaufen könnt. 60 Jahre alte Reben, aber nur eine sehr kurze Ausbauzeit – ein vin naturel ohne zugesetzten Schwefel. Wie auch immer, alles ungemein spannende Weine und der Beweis dafür, dass es in manchen Teilen des Weinbaus glücklicherweise noch sehr viel Bewegung gibt.

Die letzte alte Loire-Rebsorte in dieser Reihe soll der Pineau d’Aunis sein, ebenfalls verkannt, ebenfalls von Winzern mit Pepp wiederbelebt. Der vermutlich beste Rotwein aus Pineau d’Aunis stammt aus der AOC Coteaux du Loir (ja, der Loir ist ein Nebenfluss der Loire…). Es handelt sich um den „Hommage à Louis Derré“ der Domaine de Bellivière (29 € ab Hof). Der Preis deutet es schon an, hier wurde an keiner Stelle gespart. Das Weingut ist bio in Umstellung auf Biodynamik, der Wein stammt von 80-100 Jahre alten Reben mit einem Maximalertrag von 25 hl/ha. Nach 3-5 Jahren im Barrique (je nach Jahrgang und Laune des Winzers Eric Nicolas) wird der „Hommage à Louis Derré“ unfiltriert abgefüllt. Keine Konzessionen und bitte nicht zu jung öffnen.

Nur ein bisschen unaufwändiger macht es Renaud Guettier von La Grapperie mit seinem „L’Enchanteresse“. Ein Vin de France, bio-zertifiziert, aus der Nähe von Vendôme von einer winzigen Parzelle mit 110 Jahre alten Reben. Ungeschwefelt und unfiltriert abgefüllt, für 19 € ab Hof zu haben, fragil beim Transport, entwickelt sich im Keller aber ohne Probleme über Jahre. Die „Billigversion“ eines guten Pineau d’Aunis stellt hingegen Jean-Marie Renvoisé aus Chahaignes her. Sein Wein von alten Reben kostet 6 € ab Hof (Spontangärung, keine Chaptalisierung, keine Säurekorrektur, keine Tricks). Und schaut Euch bitte die Fotos dieser ausgezeichneten Reportage an – das ist das ländliche Frankreich weit weg von der Mode.

Den allerletzten Wein, den ich hier vorstellen möchte, nehme ich primär wegen der Geschichte auf, die dahintersteckt. Nachdem ihr Ehemann kürzlich bei einem tragischen Traktorunglück gestorben war, stand Nathalie Chaussard plötzlich ganz allein da. Mit dem Leben, mit dem Weingut, mit der Ernte. In einer großen Solidaritätsaktion kamen dann aber über 40 Loire-Winzer, unter ihnen etliche Kapazitäten, um Nathalie bei Ernte und Weinbereitung tatkräftig zur Seite zu stehen. Und das alles während der Erntezeit, in der sie selbst auch jede Menge zu tun hatten. Das Ganze war natürlich mehr als eine Arbeitsunterstützung, es war ein Zeichen der Solidarität, der Freundschaft und der Trauerbewältigung – für den Moment und auch für die Zeit danach. Schaut Euch die beeindruckenden Fotos der Ernte und des gemeinsamen Essens danach an. Ihr werdet hier einige der Winzer mit Bildunterschrift sehen, die ich Euch in einem der noch folgenden Teile vorstellen möchte.

Einen Pineau d’Aunis der Chaussards (Domaine Le Briseau) aus der Zeit vor der Katastrophe könnt Ihr noch hier kaufen. Es handelt sich um den „Patapon“ aus dem Jahrgang 2010 für 16,50 €, einen vin naturel von alten Reben. Deshalb bitte entweder in der Region selbst probieren oder sich nicht gerade bei 30 Grad Außentemperatur von der gelben Post liefern lassen.

Das war’s von den Rebsorten der Loire. In Teil III der Loire-Weinreise wird es dann erstmals richtig losgehen. Wir werden die alte Weinregion direkt an der Atlantikküste abklappern und uns dann auf den Weg nach Nantes machen – übrigens vor Aix-en-Provence diejenige Stadt Frankreichs, in der die Franzosen laut einer Umfrage am liebsten leben möchten. Mal schauen, ob es einen Grund dafür gibt.

 

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12 Antworten zu Weinreise Loire (II): die Rebsorten

  1. Karl Brunk schreibt:

    Hallo Matze,
    Das ist mir ja schon fast unheimlich, wie Du mir manchmal – bei manchen Dingen – aus der Seel zu sprechen scheinst.
    Bei älteren Weissweinen habe ich auch schon einige Überraschungen erlebt und die erhöhen die Spannung enorm wenn dann mal eine vergessene Flasche auftaucht oder ein Winzer mal was „Überraschendes“ zeigen will. Keine Ahnung wie die Sage um den Weisswein entstanden ist, weil a auch bei vielen Roten nicht unbedingt eine Lagerung anzuraten ist. Nur aus der Tatsache, das mehr hoch gehandelte Jahrzehnte alte Rote gehandelt werden, die dann oft auch nicht mehr das Gelbe im Ei sind, kann den Irrglauben ja auch nicht begründen. Ich glaube, dass da beim Probieren oft Unkenntnis und Vorurteil den Geschmack trüben – sowohl beim Überschätzen der alten Roten sowie beim Naserümpfen der älteren Weissen.
    Auch beim Gamay trifft Du einen Nerv. Ich erinnere mich noch gut an Zeiten, wo er fast ein Synonym für den Primeur aus dem Beaujolais war und er dann durch greusliche gehypte Importe einen schlechten Ruf bekommen hatte und wir jahrelang die Finger davon gelassen hatten. Zum Glück produzieren die in „meinem“ Gebiet da andere Kaliber und machen mir den Primeur wieder schmackhaft. Den als „richtigen“ Wein vinifizierten Gamay musste ich dann auf einigen Vin naturel Salons entdecken. Das kann saugut sein! Einer der das gut hinkriegt und den Du vielleicht kennst von deiner Reise : Domaine Mosse, Appellation Anjou Villages et Coteaux du Layon Villages. Hervorragende Gamay und noch bessere Chenin in V. naturel. Ein wenig weiter an der Loire lang, die Domaine de Bellivière, Appellations Jasnières et Coteaux du Loir. Da hüpft mir das Herz. Chenin kann großartig sein.

    • Matze schreibt:

      Ja, bei Gamay muss man wohl erst mal alle Vorurteile fallen lassen. Es gibt übrigens mittlerweile auch im Beaujolais wieder ein paar sehr interessante Winzer mit Weinen, die von dem chaptalisierten und turbovergorenen Primeur-Zeug meilenweit entfernt sind. Ich habe gerade in der letzten Zeit einige sehr schöne Sachen gekauft, Lapierre, Bouland, Desvignes. Sehr schön und super süffig fand ich auch den Mâcon-Serrières von Céline und Laurent Tripoz. Demeter und minimal geschwefelt, schmeckt aber in Richtung eines naturel.

      Die Nicolas‘ von der Domaine de Bellivière habe ich mal auf einer Weinmesse hier in Deutschland getroffen. Leider verkaufen sie kaum etwas in Deutschland, weil man die Sachen hier nicht kennt. (und weil die Aromatik zunächst sehr zurückhaltend ist) (und weil sie bei der Gärung nie eingreifen, die Weine also immer mal eine unterschiedliche Menge an Restzucker haben können) (und weil sie natürlich keine billigen Weine anbieten). Ich hab den Calligramme 2004 noch im Keller, den gibt’s mal an einem Feiertag😉.

      • Karl Brunk schreibt:

        Mâcon-Serrières, wenn Du den Gamay meinst, ja ist wirklich lecker. Bei denen bin ich ja auch bei den Aligoté dabei. Mag ich persé als Sorte und da unten ist er nochmal etwas würziger.
        Was Du bei den Bellivière’s anführst ist klasse.Genau einige von den Punkten, die es dem normalen Handel schwierig machen, das ins Regal zu stellen, aber auch genau die Punkte, die es immer spannend halten und einen jedes Jahr erneut überraschen.
        Nicht billig?! Das ist ja relativ. Beim z.B. Burgund oder dem, was auf der Prowein an Grand Crus aus dem Bordeaux präsentiert wurde, würde ich in der Regel immer sagen überteuert. Klar sind die Loire-Lagen von Bellivière relativ unbekannt und deren Art ist nicht genormt, aber welch Vergnügen! Und wo Du es bei den Weissweinen in deinem Text angesprochen hattest, bei deren Beschreibungen der weissen Sorten hält sich wahrscheinlich so mancher den Kopf. Dein Calligramme soll ab 2014 auf der Höhe sein und zumindest bis 2014 (20Jahre!!) halten. Grundsätzlich sowieso lange lüften oder karaffieren. Wir sprechen von Weisswein.
        beste Grüße

      • Matze schreibt:

        Ja, die Domaine de Bellivière setzt gnadenlos auf Haltbarkeit, gleich von Anfang an. Die Weine werden dadurch großartig komplex, aber ich kann auch verstehen, wenn manche Weinfreunde sagen, dass sie damit Schwierigkeiten haben. Ist alles eine Frage der Gewohnheit, und gegen einen jungen, spritzigen Durstlöschwein spricht ja auch erst einmal nichts. Die Vielfalt macht’s halt (und ich habe viel Geduld – beim Wein).

        Was Preise anbelangt, da sehe ich das von zwei Warten aus. Die eine betrachtet knallhart die Summe, und wenn ein Wein 30 € kostet, dann ist er nicht billig. Von der anderen Warte aus kann derselbe Wein aber dann doch preiswert sein, weil wahnsinnig viel Mühe, Liebe, Handarbeit hineingesteckt wurde. Neben dem reinen „Aufwandsentschädigungspreis“ spielt dann natürlich auch noch so etwas wie Distribution, Marketing und Renommée eine Rolle. Wenn ich die Etiketten auf dem Tintenstrahler ausdrucke und meine Weine nur ab Hof verkaufe, sind die Endpreise für den Verbraucher natürlich anders, als wenn ich – wie bei den bekannten Bordeaux- oder Champagnergütern /-marken – Werbekampagnen, Berater, Stylisten und Zwischenhändler in Anspruch nehme. Beim Burgund (bis auf die Güter, die sich wirklich nur auf den Namen verlassen) darfst Du nicht vergessen, dass da aus 3 ha manchmal 30 verschiedene Weine bereitet werden, alles getrennt ausgebaut. Das schlägt sich dann auch beim Preis nieder. Aber ich gebe Dir schon Recht, der Calligramme mit seinem Wahnsinnsaufwand würde in anderen Gegenden (außer dem Südwesten ;)) mindestens das Doppelte kosten.

  2. conne schreibt:

    Leider werde ich wohl keine weiteren Anregungen in den Frankreichurlaub mitnehmen können. Die nächsten Teile verpasse ich vermutlich, da ich diese Zeit stets offline verbringe. Dann eben fürs nächste Mal und als Lehnstuhlreise, ist auch schön. Einen schönen Melon de Bourgogne aus der Bourgogne, dh. fast, denn es heißt glaube ich, Val de Saone, obwohl nur 30 km östlich im Niemandsland von Beaune, gibt es bei Guy Bussiere, http://www.guybussiere.fr/index.php.
    Der These mit den überteuerten Burgundern unter Grand Cru Lage würde ich ja gerne widersprechen, aber das würde wohl zu weit vom Thema wegführen.
    Zurück zur Loire, wer so wie ich, (leider) nur kurz als Stop in der Gegend ist und die Zeit für mehrere Winzerbesuche nicht reichen sollte, so gibt es sehr viele interessante Weine zu sehr anständigen Preisen in diesem Laden in Saumur, http://www.cave-a-vins-saumur.com/1053-val-de-loire.
    Hätte noch eine Frage- ich habe jüngst das Vergnügen mit einer Flasche Chateau Yvonne, Saumur Blanc 2004 gehabt. Den Wein hatte ich in Paris gekauft- dort gibt es ihn nicht mehr, auch K&U hat das Weingut aus dem Sortiment genommen. Weißt Du zufällig etwas darüber,denn es hieß bei Beiden nur knapp, wir arbeiten nicht mehr mit Chateau Yvonne? Ich würde das Weingut sonst gerne ansteuern…
    Schönen Gruß

    • Matze schreibt:

      Doch, Château Yvonne kannst Du weiterhin auf Deinen Besuchsplan aufnehmen. Der Grund, weshalb K&U das Weingut nicht mehr im Programm hat, dürften unter anderem die schleppenden Umsätze sein, wie leider so häufig bei Loire-Weinen…mit ein paar Ausnahmen. Und vielleicht auch eine veränderte Händlerpräferenz des neuen Besitzers.

      Beim Château Yvonne gab es nämlich so um das Jahr 2007 herum einen Besitzerwechsel. Vorher waren es Jean-François Lamunière und seine Frau Yvonne (daher der Name des Weinguts), jetzt ist es Mathieu Vallée, der Bruder von Gérald Vallée (La Cotelleraie). Zu Anfang dachte ich, er würde sozusagen kleinere Brötchen backen wollen, denn er hat gleich mal einen Wein unterhalb des „normalen“ Château Yvonne eingesetzt. (Außerdem hatten die Lamunières mit Neuholz und teuerstem Korken nicht gerade gespart) Das scheint aber nicht so zu sein, es gibt jetzt halt drei Rote statt einem. Angeblich sollen sie etwas weniger „wild“ sein als früher, aber das kann ich nicht genau sagen, dafür habe ich in letzter Zeit zu wenig probiert.

      Viel Spaß auf jeden Fall, und den Burgundern können wir uns ja mal im Spätherbst nähern😉. Da möchte ich nämlich einen kleinen Quertest machen.

      • conne schreibt:

        Danke, das mache ich dann auch. Freue mich nun auf den ersten Amphibolite zur Meeresfrüchteplatte en bretagne.
        Und falls für den Quertest im Spätherbst noch was fehlt, vielleicht ergibt sich ja mal eine Nürnberger Runde, wie auch immer…

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