Auf dem Fischmarkt von Colombo

Bevor ich nach Colombo kam, war mir klar, dass ich auf den Fischmarkt gehen würde, der doch so prominent am Rand der Altstadt eingezeichnet war. Vor Ort sah das leider völlig anders aus. Der „Old Fish Market“ ist nämlich seit letztem Sommer geschlossen, und sein moderner Nachfolger wurde einige Kilometer außerhalb der Stadt auf die grüne Wiese gesetzt. Sollte ich wirklich hinfahren? Es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel, keine schmucke Präsentation, keine Schilder, möglicherweise niemanden, der mich versteht. Eventuell ist es auch nur ein Ort für Großhändler, und ich komme nach dem langen Ritt noch nicht mal auf das Gelände. Oder ich werde zwar eingelassen, darf dann jedoch keine Fotos machen. Oder mir wird zwar gestattet zu fotografieren, aber nur gegen einen erheblichen Obolus. Oder aber es gibt dort eigentlich gar nichts zu sehen, alles ist in Styroporkisten verpackt, und die echten, pittoresken Fischmärkte finden nur in den Dörfern entlang der Küste statt.

Nun gut, keine verlässliche Informationsquelle konnte auch nur einen einzigen dieser Zweifel beseitigen. Andererseits wisst Ihr ja mittlerweile sicher um meine fischige Leidenschaft. Dementsprechend dürftet Ihr auch gemerkt haben, dass meine Fischmarkt-Besuche jeweils in Artikeln geendet haben, nach deren Genuss man sich nur mit dem Finger an die Stirn tippen kann. Hier als Erinnerung noch mal die Beweise aus Istanbul und Lissabon. Mit anderen Worten: Es musste sein.

Interessanterweise habe ich mir als Kind gar nicht viel aus dem Meer gemacht. Erst mit einem altersbedingt einsetzenden Bewusstsein dafür, was das Meer für uns Menschen und überhaupt das gesamte Leben auf der Erde bedeutet, hat sich das gewandelt. Und es gibt nach wie vor genau zwei Orte, an denen ich einfach eine Stunde lang dasitzen kann und sinnierend hinausschaue in die Ferne: auf einem hohen Berg und an den Gestaden des Meeres.

Für diejenigen unter Euch, die entweder eher vegetarisch orientiert sind oder zumindest von einem Fischmarkt eine ansprechende Präsentation mit folkloristischem Kolorit erwarten, ist der Besuch der beiden Hallen in Periyagoda gar nichts. Die Gebäude sind nüchtern betonig, es riecht ungeheuer penetrant nach frischem und einstmals hiergewesenem Fisch, die Fischer kommen angefahren und kippen ihre Ware einfach auf den Boden, bevor es dann ans Sortieren geht. Von einem großen Käuferandrang kann keine Rede sein. Die Restaurants waren bereits da, und die Privatkäufer werden durch die lange Anreise und die Transportkosten abgeschreckt. Eigentlich, so hörte ich hinter vorgehaltener Hand, eine Schnapsidee, den Markt hier weitab der Innenstadt zu bauen, aber es war natürlich der politische Wunsch dabei, genauso modern und effizient zu sein wie die Vorbild-Großmärkte in den reichen Ländern.

Für mich allerdings war die viele Zeit, die Fischer und Händler hier besaßen, ein einzigartiger Vorteil. Ich konnte mit sehr vielen von ihnen sprechen und mir genau die Namen der einzelnen Fische nennen lassen. Erst wurde häufig ein allgemeiner englischer Begriff genannt, „mullet“ zum Beispiel oder „tuna“. Erst wenn ich dann nachhakte, wie denn die Fische in ihrer Sprache heißen, kam Schwung in die Mannschaft. Der Erste wusste es nur auf Singhala, der Zweite auf Tamil, der Dritte kannte den Namen der Fischfamilie, der Vierte den Begriff, den sie in ihrem Dorf für genau diesen Fisch benutzten, und der Fünfte, was man damit am besten anstellen kann.

Im Nachhinein fällt es mir ganz schwer nachzuvollziehen, wie es mir gelungen ist, mich zu Anfang zu überwinden, als ich – der einzige Ortsfremde – mit meinem Fotoapparat dastand und mich alle anstarrten. Zum Schluss hatte ich mit unzähligen Menschen gesprochen, unzählige Fotos gemacht, unzählige Male bestätigt, dass Mercedes die besten Autos überhaupt baut und zwei Stunden meines Lebens hier verbracht, die ganz weit auf der Habenseite des Glücks anzusiedeln sind.

Und dies sind die Ergebnisse. Ich habe die Fische nach ihren wissenschaftlichen Bezeichnungen geordnet, dann den deutschen Namen genannt (in Anführungszeichen, wenn es sich nicht um einen offiziellen Begriff handelt) und schließlich noch die jeweiligen Namen in Singhala und gelegentlich Tamil. Solltet Ihr jemals am Indischen Ozean auf einen Fischmarkt gehen, sei es in Indien selbst, in Sri Lanka, Kenia, Südafrika, im Oman, in Westaustralien oder auch in der indonesischen Inselwelt, die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass Euch etliche dieser Fische dort begegnen werden.

Acanthurus lineatus = Blaustreifen-Doktorfisch = Sevaya (S)

Ein kleiner Fisch aus der Gischtzone der Korallenriffe, deshalb kommerziell auch nicht sehr wichtig. Besitzt einen Giftstachel und ein ausgeprägtes Territorialverhalten; eher grobes Fleisch.

Aetobatus narinari = Gefleckter Adlerrochen = Vavoi maduwa (S)

Auch mit einem Stachel ausgestattet und bis zu drei Metern Spannweite. Wird nur selten gefangen, gern für Fischcurry mit viel Kokosmilch benutzt. Kann Taucher ziemlich erschrecken.

Alectis indicus = Indische Fadenmakrele = Handhe panna (S)

Sieht überhaupt nicht wie eine Makrele aus, aber dies sind auch Jungfische mit langen Fäden an den Seiten. Dank dieser Fäden können die Fische Quallen imitieren und sich ihrer Beute nähern.

Canthidermis maculata = „Weißtupfen-Drückerfisch“

Dieser Fisch wurde mir als „Pothupora“ angekündigt, verwandt mit dem Fugu. Deshalb sind manche Fischer auch der Meinung, dass die Haut giftig ist, aber ganz einig war man sich da nicht.

Cephalopholis sonnerati = Tomaten-Zackenbarsch

Ein nachtaktiver Fisch, der auf festem Untergrund lebt und deshalb mit Langleinen zum Grund gefangen wird. Der „Thambuwa“ hat trotz der Farbe kein sonderlich gutes Fleisch.

Chaenogaleus macrostoma = Hakenzahnhai = Pal-sorrah (S)

Haie gehören immer zu den spektakulärsten Fischen auf dem Markt. Dieses Exemplar maß einen guten Meter, empfohlen wird das Garen für 30 min im Ofen mit Tomaten und Zitronensaft.

Cheilopogon suttoni = „Suttons Fliegender Fisch“

Es gibt fast 20 Sorten fliegende Fische hier, die man kaum voneinander unterscheiden kann. Wird kommerziell wenig gefangen, lokal mit Bananenblüten zu „Fish Balls“ verarbeitet.

Chirocentrus nudus = „Weißflossen-Wolfshering“

Der „Katuvalla“ wird gern gefangen, weil er sich meist in Küstennähe aufhält. Leider ist das Fleisch äußerst grätenreich, und der Fisch beißt nur sehr schlecht an, wie mir gesagt wurde.

Elops machnata = Indischer Frauenfisch = Manna (T)

Ein tamilischer Händler diesmal und ein Fisch, dessen Larven in Flussmündungen wandern. Auch erwachsen eher schlammig, grätenreich und von allenfalls akzeptablem Geschmack.

Epinephelus faveatus = „Indischer Zackenbarsch“

Klein und gefleckt ist der „Kossa“, das Verbreitungsgebiet eng, kommerziell deshalb uninteressant. Aber gut geeignet für Suppen und – so der Händler – exzellent für Fish & Chips.

Epinephelus longispinis = Segelflossen-Zackenbarsch

Doppelt so groß wie sein kleiner und braun gefleckter Kossa-Bruder und häufig auf dem hiesigen Fischmarkt zu sehen. Wird in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet.

Hier einmal zwei Fische auf einem Bild. Der längsgestreifte ist Euthynnus affinis, genannt „Kawakawa“ oder „Sureya“. Der zweite und vierte von links heißt Katsuwonus pelamis = „Bonito“ oder „Balaya“. Beide gehören zu den Tuna, leben migratorisch – und gelten mit ihrem festen, roten Fleisch als die wertvollsten und deshalb teuersten Fische des Marktes.

Hypohamphus dussumieri = Dussumiers Halbschnäbler

Ein ganz seltsam urweltliches Tier, dieser „Mural“, wie die Tamilen ihn nennen. Klickt mal auf das Foto, um den spießförmig vorstehenden Unterkiefer zu sehen. Viele Gräten.

Leiognathus fasciatus = „Gestreifter Ponyfisch“

Diesen Haufen kleiner Fische hätte ich unterschätzt. Sehr wichtig für die Lokalkulinarik. Größere Exemplare werden frisch gegessen, kleinere zur Fischpaste „Rasajeeva“ verarbeitet.

Leiognathus lineolatus = „Verzierter Ponyfisch“

Noch kleiner als sein Bruder davor, keine zehn Zentimeter lang. Aber diese Fische werden leicht mit Angel und Netz gefangen, eine wichtige Nahrungsquelle für die Fischerfamilien.

Lobotes surinamensis = Dreischwanzbarsch = Musalli (S & T)

Stammt ursprünglich aus dem Atlantik, was erstaunlich ist, denn es soll sich um einen der trägsten Fische überhaupt handeln. Schon die Jungen lernen, treibende Blätter zu imitieren.

Loligo duvauceli = Indischer Kalmar = Ahin della (S)

Auf diesem Fischmarkt dominieren die Fische. Kopffüßer, Muscheln, Garnelen – all das ist nur auf wenigen Ständen zu sehen. Im Fall des Falles aber in großen Mengen wie hier.

Lutjanus johnii = Goldener Schnapper = Parithi (T)

Ein ziemlich seltener Fisch, der anderswo auch als „Moses-Barsch“ bezeichnet wird. Mir wurde er allerdings erst einmal als „Mullet“ vorgestellt, so wie alle Grouper und Snapper…

Lutjanus quinquelineatus = „Fünflinien-Schnapper“

Viele Fische verlieren ja leider ihre prächtigen Farben und Schimmer, wenn sie nicht mehr im Wasser sind. Dieser nicht. Ein wichtiger Angel- und Kleinbootfisch an der Ostküste.

Megalapsis cordyla = Torpedo-Bastardmakrele = Giralava (S) = Vangadi (T)

Bei diesem Fisch muss ich wieder ein wenig ausholen, weil mir dazu eine Geschichte erzählt wurde. Eigentlich besitzt das Fleisch höchstens eine mittlere Qualität, aber die Bedeutung für die Fischerei ist groß. Warum? „Weil wir daraus maldive fish machen.“ Wie, Malediven-Fisch? Genau. Die Seeleute, die vor einigen Jahrhunderten von den Malediven nach Sri Lanka kamen, brachten diese Form der Konservierungsmöglichkeit für Fische mit. Dafür werden Fischstücke zunächst gekocht, dann geräuchert und schließlich noch in der Sonne getrocknet. Der Fisch wird dadurch so hart wie ein Holzblock und hält sich nun ewig. Mittlerweile kann man das fertige Produkt bereits abgefüllt als Pulver kaufen. Der kräftige Geschmack wird – ähnlich wie bei den ostasiatischen Fischsaucen wie der vietnamesischen Nuoc mam oder der thailändischen Nam pla – als aromatische Würzzutat, zur Eindickung und einfach als Proteinquelle für allerlei Speisen verwendet.

Plectorhinchus schotaf = „Schotafs Süßlippe“

Dieser auf Singhala als „Gal modha“ und auf Tamil als „Kallu kalewa“ bezeichnete Fisch ist vor allem an der Nordküste sehr beliebt. Teilweise ziehen die älteren Fische sogar in Flüsse.

Plectorhinchus vittatus = Orientalische Süßlippe

Ein nicht sehr häufiger Fisch, der in geringer Tiefe an Korallenriffen lebt. Die Jungfische sehen mit ihren großen braunen Flecken völlig anders aus, die Streifen kommen später.

Portunus pelagicus = „Blaue Schwimmkrabbe“ = Seenakali (S)

Diese Krabben wurden mir besonders heiß angeboten – wohl weil die Händler wissen, dass sie sich sehr schlecht halten. „Pelagisch“ bedeutet übrigens in der Nähe der Wasseroberfläche.

Portunus sanguinolentus = „Dreipunktkrabbe“

Dieses Exemplar habe ich nicht auf dem Markt, sondern am Strand gefunden. Die drei Punkte werden auf Thai und Mandarin übrigens als Sterne gedeutet. Hält sich auch schlecht.

Pseudotriacanthus strigilifer = „Langdorn-Dreibeinfisch“

Ein langer Name für einen sehr seltsamen Fisch. Besitzt einen langen Dorn an der Oberseite, der aber wie die Haut von den Fischern meist entfernt wird. Das Fleisch ist aber ausgezeichnet.

Rhizoprionodon acutus = Milchhai

Im Norden geschätzt und dort auch frisch gegessen. Der Name stammt vom indischen Glauben, dass sein Genuss in der Stillzeit für die Frau förderlich sei. Die Flossen waren schon verkauft.

Scarus russelii = Russells Papageifisch

Sehr farbkräftig, aber die Geschlechter sehen unterschiedlich aus und ändern die Farbe auch im Laufe der Zeit. Hier zwei Männchen in der letzten Phase. Hat Platten statt Zähne.

Scomberoides commersionnanus = Talang-Königinnenfisch

Der „Kattawa“ ist frisch eigentlich geschmacklos, zeigt seine Qualitäten aber nach dem Marinieren. Manche Chinesen glauben, der Meeresgott habe ihn mit seinen Fingern markiert.

Sillago sihama = „Silber-Sillago“ = Kalanda (S) = Kelakan (T)

Frisch gefangen ist dies ein exzellenter Fisch mit einem extrem weißen Fleisch. Jenes soll von seiner Nahrung stammen, aber wahrscheinlich hat es eher mit dem ruhigen Verhalten zu tun.

Sphyraena jello = „Silberstrich-Barrakuda“ = Silava (S)

Ein ruhiges Verhalten kann man diesem auf Tamil „Jeela“ genannten Fisch nicht unterstellen. Hält sich nahe der Oberfläche auf und beißt schon mal Angler und Taucher.

Tylosurus crocodilus crocodilus = Krokodil-Hornhecht

Ebenfalls ein bissiger Fisch, nur in den innersten Tropen mit über 26 Grad Wassertemperatur unterwegs. Gutes Fleisch, mit Sauce essen und sich nicht von den grünen Gräten stören lassen.

Trichiurus lepturus = „Großkopf-Haarschwanz“ = Olavalai (T)

Diesen Fisch hatte ich schon mal in Lissabon gegessen (dort allerdings die dunkle Variante), ein langes, dünnes Exemplar tieferer Gewässer. Ist saisonal häufig und wird nachts gefangen.

Variola louti = Mondsichel-Juwelenbarsch

Ziemlich großer Fisch, aber kommerziell von geringem Interesse, weil zwar standorttreu, aber selten. Das Fleisch soll exzellent sein, mit 350 Rupien/Kilo einer der teuersten Fische hier.

Mit dem Mondsichel-Juwelenbarsch als letztem Fisch, ungeheuer vielen Eindrücken im Gepäck, einem vollgekritzelten Notizbuch und penetrant dünstenden Sandalensohlen fahre ich mit dem Tuk-Tuk wieder in die Stadt zurück. Wie Ihr Euch denken könnt, war es mir nicht möglich, die lateinischen Namen der Fische von den Händlern zu erfragen. Drei Quellen leisteten mir stattdessen gute Dienste: 1. das bewährte Buch von Alan Davidson, das Ihr hier auf dem Foto sehen könnt, 2. die Internet-Seite fishbase.org, eine sich immer weiter vergrößernde Datenbasis für die echten Freaks und 3. die „Species Series“ der FAO, und hier besonders der „Field Guide Sri Lanka„. Wenn Ihr jetzt glaubt, Euer bescheidener Wein- und Foodblogger sei endgültig durchgedreht und hätte nächtelang in dicken Büchern geblättert, dann gebe ich zumindest Letzteres offen zu. Aber es hat mir einfach ungeheuer viel Spaß gemacht, auf diesem so unglaublich touristenfernen Fischmarkt herumzulaufen, mich mit den Händlern zu unterhalten und nachher zu recherchieren, was ich alles dort gesehen habe.  Komischerweise musste ich dabei manchmal an den Begriff „Gastmahl des Meeres“ denken. So hießen die Fischlokale in der DDR. Und diese Bezeichnung ist meiner unmaßgeblichen Meinung nach das Schönste, was die Genossen in all den Jahren kreiert haben.

Dieser Beitrag wurde unter Food, Unterwegs abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

21 Antworten zu Auf dem Fischmarkt von Colombo

  1. utecht schreibt:

    Irre, fürwahr!

  2. Eline schreibt:

    Eine Doktorarbeit über den Doktorfisch – umwerfend!

    • chezmatze schreibt:

      Ich muss zugeben, dass ich ab und an daran denke, ob ich nicht ein echter Naturforscher hätte werden sollen. Rein vom Interesse her. Als Kind bin ich schon durch durch den Wald gelaufen und habe Dinge gesammelt oder Vögel beobachtet. Leider bin ich mir nicht sicher, ob diese „Naturentdecker“ nicht doch eher ein Thema des 19. Jahrhunderts waren und heutige Zoologen und Biologen stattdessen meist irgendwelche DNAs auseinandernehmen…

  3. A. Gross schreibt:

    Diesmal, lieber Matthias, hast Du Dich selbst übertroffen.

    • chezmatze schreibt:

      Merci. Ich glaube, das war auch der Artikel, der mir bislang am meisten Arbeit verursacht hat. Wird jedenfalls in dieser Hinsicht auf absehbare Zeit nicht getoppt. Wahrscheinlich ;).

  4. Thea schreibt:

    Beim Lesen wollte ich Ihnen den Dr. Fisch h.c. verleihen, aber Eline war schneller. Trotzdem: Grandios!!!

    • chezmatze schreibt:

      Vielen Dank! Ich muss allerdings zugeben, dass meine echte Doktorarbeit ein wenig länger gedauert hat als vier Tage ;). Aber den h.c. bekommt man ja gelegentlich auch für geringere Leistungen verliehen, Helmut Kohl muss weit über 20 davon besitzen ;).

  5. jens schreibt:

    Hi Matze!

    Stolze Leistung. Warum verderben die (Taschen-) Krebse eigentlich so schnell? Konnte mir bislang auch noch niemand sagen.

    Grüße Jens

    • chezmatze schreibt:

      Hm, das weiß ich auch nicht genau (muss den Dr. h.c. wohl wieder abgeben ;)). Von den drei Schwimmkrabben-Arten, die es in Sri Lanka gibt, schreibt die FAO bei zweien, dass sie sehr schnell nach dem Fang sterben (das sind die beiden vorgestellten), die dritte soll bei günstigen Konditionen noch drei bis vier Tage weiterleben. Nach dem Tod – falls das Deine Frage war – zersetzt sich bei vielen Krustentieren der Magen-Darm-Trakt sehr schnell, und das Fleisch fängt dadurch an zu gären. Rein spekulativ könnte ich mir vorstellen, weil der Panzer als Außenschutz schon extrem stark ist, sind die inneren Häute und „Abgrenzungen“ eher schwach. Zudem ist das angrenzende Fleisch sehr weich und wird deshalb schnell angegriffen, weshalb man solche Krabben ja auch löffeln kann. Aber das ist jetzt wirklich aus dem Hut gegriffen…

  6. Charlie schreibt:

    Hast du eine Idee warum wenig Krustentiere, Muscheln, Tintenfische gegessen werden?

    • chezmatze schreibt:

      Nein, da bin ich völlig blank. Irgendwo hatte ich es vorher gelesen und fand es dann auf dem Fischmarkt bestätigt. Wobei das natürlich immer relativ zu sehen ist. Soweit ich weiß, legt die nordische Küche traditionell auch weniger Wert darauf als die mediterrane, obwohl es in der Nordsee ja mittlerweile große Mengen an Tintenfischen geben soll. Aber die Frage müsste ich direkt an die ganzen KochexpertInnen hier weitergeben, bei „harten“ Kochthemen bin ich nämlich der pure Anfänger ;).

  7. cedric fischer schreibt:

    Absolut der Hammer, dieser Bericht und auch die andren aus SO-Asien! Bin hin und weg!

    • chezmatze schreibt:

      Das freut mich ja, wenn von meiner eigenen Begeisterung ein bisschen was rüberkommt. Ich bin nämlich nicht wirklich reiseerfahren in Asien, und ich sehe das auch alles zum ersten Mal. Zu den „klassischen“ Sehenswürdigkeiten komme ich auf diese Weise kaum. Aber vielleicht vertrage ich später mit 70 ja kein Streetfood mehr, und auf den Straßen habe ich Angst, über den Haufen gefahren zu werden… Dann lass ich mich halt zum nächsten Tempel kutschieren ;).

  8. cedric fischer schreibt:

    Na, im Gegensatz zu mir couch potatoe bist Du sehr reiseerfahren. Ich bewundere Deinen Mut und Deine Fähigkeit, Dich so sehr auf neue Kulturen, die auch dreckig sind und stinken können, einzulassen. Da bist Du mein idealer Stellvertreter, durch dessen Sinne (und Verstand) ich fremde Welten wahrnehmen kann. Tausend Dank!

    • chezmatze schreibt:

      Bei so viel Lob werde ich direkt rot… Aber Du kannst mir glauben, dass ich nicht immer so gute Tage habe. Gestern zum Beispiel habe ich mich fast zu lasch dafür gefühlt, mir vom Stand vor „meinem“ Haus einen Karpfen vom Grill zu kaufen. Ich wusste in Colombo ja, dass ich da draußen auf dem Fischmarkt ganz allein und ganz im Fokus sein würde. Also bin ich erst hingefahren, als ich gemerkt habe, ich packe das auch.

      Was Dreck und Gestank anbelangt, das ist meiner Meinung nach ein viel weiteres Feld, als man zunächst annehmen könnte. Also nicht, dass ich Dreck und Gestank mögen würde. Aber ich glaube, die derzeitige Tendenz in der westlichen Gesellschaft zum „Klinischen“ in jeglicher Form hat enorm etwas mit unterschwelligen Ängsten vor dem „Anderen“ zu tun. Das ist eine Sache, wo ich es ganz wichtig finde, dass wir der künftigen Generation da eine wirklich gesunde Balance mitgeben. Aber ich glaube, das näher auszuführen, ginge dann doch etwas zu weit ;).

  9. Pingback: Dubai | Chez Matze

  10. Pingback: Merkwürdige Dinge, die mir auf meiner Asienreise begegnet sind (I) | Chez Matze

  11. Pingback: Auf dem Fischmarkt von Split | Chez Matze

  12. Pingback: Unterwegs in den Welten: die Top 3 meines Jahres 2012 | Chez Matze

  13. Pingback: Alles über Sushi | Chez Matze

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s