Wieder in Bangkok

Kennt Ihr das auch? Ihr wart irgendwo vielleicht erst ein einziges Mal, aber wenn Ihr ankommt, findet Ihr den Weg zur Bahnstation wieder, starrt nicht ständig aufgeregt auf den Stadtplan, um an der richtigen Haltestelle auszusteigen, kauft Euch im Vorübergehen am Kiosk noch eine Zeitung oder einen schon beim ersten Mal probierten Softdrink. So etwas beruhigt ungemein, macht zufrieden und lässt das Ankommen leicht werden. Aus diesem Grund habe ich diesen Artikel auch mit in die Kategorie „Alltag“ gesteckt, obwohl sich das Wort ein wenig deplatziert anhört bei dem, was ich hier mache.

Ich bin nämlich wieder in Thailand. Schneller als erwartet, länger als erwartet, und irgendwie auch ganz anders als beim letzten Mal. Diesmal muss ich nicht an drei Tagen die ganze Stadt erobern, nicht ständig neue kulinarische Herausforderungen suchen (obwohl genau das natürlich den Reiz des ersten Males ausmacht), sondern kann alles etwas entspannter angehen. An meinem ersten Tag hier in Bangkok habe ich deshalb nach Feierabend keinen weiten Ausflug mehr unternommen, sondern bin einfach nur in die Nachbarschaft gegangen, um ein paar kleine Alltagsdinge einzukaufen. Zu jenen gehören zum Beispiel die vielen Sorten kleiner, süßer Bananen. Die rechte, gelbere Sorte auf dem Bild heißt glaube ich Kluai Nam Wa, wobei „Kluai“ Banane bedeutet. Bei der linken Sorte konnte ich leider das Schild nicht entziffern. Vielleicht schaffe ich das mit der Schrift ja noch.

Mein zweiter großartiger Alltagsfund sind die kleinen Kokos-Puddinge namens „Khanon Krok“, die im Englischen passender als „custard“ bezeichnet werden. Um Khanon Krok herzustellen, werden die vielen kleinen Einbuchtungen einer speziellen Eisenpfanne mit Reismehlteig, Palmzucker und Kokosmilch gefüllt. Während des Backprozesses auf dem Feuer können in die Förmchen noch Dinge wie Tarokrumen, Mais oder in diesem Fall Frühlingszwiebeln gegeben werden. Ich möchte nicht behaupten, so wie ich in Istanbul fast jeden Tag Kokoreç und in Cancale fast jeden Tag Austern gegessen habe, würde ich in Bangkok jetzt jeden Tag Khanon Krok essen. Aber nah dran bin ich schon.

Die dritte kleine Streetfood-Alltagsspeise sind Spiegel-Wachteleier mit einem würzigen Dressing. Lustigerweise sah es für mich so aus, als handelte es sich bei der Pfanne um denselben Typ wie beim Kokospudding, nur dass statt der Kokosfüllung die Wachteleier in die Vertiefungen geschlagen werden.

Mal sehen, ob ich morgen in einem größeren Radius als 500 Meter unterwegs bin. Wahrscheinlich brauche ich auch meinen neuen Bangkok-Alltag, um wenigstens ein bisschen das Gefühl eines echten Standquartiers zu haben. Ich werde nämlich von hier aus noch in andere Länder reisen. Die Flüge nach Jakarta und Colombo sind bereits gebucht, vielleicht kommen auch noch mehr dazu. Leider werden das praktisch ausschließlich offizielle Termine sein, aber ich hoffe, dass ich mich bei günstiger Gelegenheit auf einen interessanten Markt fortschleichen kann. Die Stadtpläne, in denen die Märkte eingezeichnet sind, habe ich mir jedenfalls schon besorgt. Falls aber jemand von Euch aus Jakarta oder Colombo Informationen aus erster Hand hat, würde ich mich freuen, abseits meines Südostasien-Alltags einen von Euch geschätzten, besonderen Ort aufsuchen zu können.

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