Ab jetzt: Meldungen vom Meer

So wie auf meinem Foto sieht es sicher selten auf Urlauberfotos aus. Aber der Winter am Meer beinhaltet in Phasen der Windstille auch immer diesen klammen, tief hängenden Nebel. Man glaubt, direkt durch eine Wolke zu gehen. London ist ja berühmt dafür, aber in meinem neuen Domizil scheint jene Wettererscheinung auch nicht unbekannt zu sein. Jens hatte auf meiner Facebook-Page ja schon erkannt, in welche Richtung die Reise geht. Über „Le Pont de Normandie“ bei Le Havre, das bedeutet in aller Regel der Westen Frankreichs.

Ab jetzt werde ich also für eine gewisse Zeit von Cancale aus posten, dem ersten echten Stückchen Bretagne, das man nach dem Mont Saint-Michel erreicht. Was erwartet mich hier (über die Arbeit wollt Ihr sicher nichts hören, hat auch auf dem Blog nichts zu suchen)? Mich erwartet die Milde eines 14 Grad warmen Ozeans, mich erwartet eine Sommerfrische in der allerleersten Nebensaison, mich erwarten die Austern von Cancale, der bretonische Cidre, die Apfelgebäcke, der Kouign Amann – und hoffentlich der eine oder andere Fund aus dem Meer. Ich werde nämlich unter die Jäger und Sammler gehen. Aber davon später.

Jetzt erst einmal: Kennt Ihr die Gegend um Saint Malo und Cancale? Falls ja, welches kulinarische Erlebnis darf ich auf keinen Fall versäumen?

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9 Antworten zu Ab jetzt: Meldungen vom Meer

  1. Marqueee schreibt:

    Ich gratuliere zum Aufenthaltsort und freue mich schon jetzt auf detaillierte Berichte aus dem mir liebsten aller Nachbarländer!

  2. jens schreibt:

    Hallo Matze!

    14 grad warmer Ozean!? Geht der Golfstrom da auch noch lang? Wie auch immer. Ich wünsche Dir eine schöne Zeit mit vielen kulinarischen Neuentdeckungen. Ich würde dort wahrscheinlich jeden Tag ein Palteau essen – wie gesagt ich. Andere sehen das wahrscheinlich anders. Als ich diesen Sommer auf der Ile d’Oleron war, hab ich mir zum Dessert, im Gegensatz zu den anderen, inmer noch mal nen Taschenkrebs kommen lassen…

    Ach ja! Was hast Du den gekocht?

    Grüße Jens

    • chezmatze schreibt:

      Naja, am kältesten ist das Meer so im Februar/März, das reagiert ja immer mit Verzögerung auf die Außentemperaturen. Und der Golfstrom ist in der Tat nicht weit, der geht durch den English Channel. Oder la Manche, wie es hier heißt. Ein Plateau jeden Tag, tja, so ähnlich hab ichs bislang gemacht. Immer ein Dutzend Austern, bekommt man hier ab 4 €… Die Transport- und Zwischenhändlerkosten fallen halt komplett weg.

      Gekocht habe ich Dinge, die ich selbst aus dem Meer gesammelt hatte. Dazu komm ich demnächst mal intensiver 😉

  3. Christoph Raffelt schreibt:

    Ich wünsche Dir eine gute Zeit dort! Grüße, Christoph

  4. alwi schreibt:

    Bei Cancale denke ich zuerst an die Küche von Olivier Roellinger. Sein Drei Sterne Restaurant ist leider geschlossen. In seiner Hotelanlage befindet sich allerdings das Sternerestaurant le Coquillage.
    Achtung: Hohes Preisniveau.
    Ebenfalls interessant ist das direkt am Hafen liegende Restaurant La Mère Champlain. Hier habe ich eine sehr gute Austernplatte essen können. Entlang des Hafens gibt es die verschiedensten Restaurants und Kneipen die sich auf Meeresfrüchte spezialisiert haben. Man sollte allerdings auch vorsichtig sein, da es viel Nepp gibt.
    Nicht mehr in der Bretagne aber in der Nähe vom. Mont St. Michel habe ich hier
    http://29alwi.wordpress.com/2008/07/26/hotel-restaurant-le-gue-du-holme-ducey/
    gut gegessen.

    • chezmatze schreibt:

      Danke für die Tipps! Olivier Roellinger scheint hier sowieso omnipräsent zu sein. Es ist ein bisschen so wie mit Michel Bras und seiner auvergnatischen Pampa: Je mehr man rumfragt, desto öfter hört man von Köchen, Produzenten und Ladnern jedwelcher Art, dass sie entweder bei Roellinger gelernt, gearbeitet oder ihn beliefert haben. Im „Grain de Vanille“ hatte ich Kouign-Amann und Pommé gekauft, und als ich mit der Tüte an einem Austernstand am Hafen vorbeikam, meinte ein Mütterchen gleich: „Ah, Sie waren bei unserem Olivier! Ja, der macht großartige Sachen!“

      Hier unten am Hafen (ich wohne in La Houle) scheint sich der Nepp übrigens total in Grenzen zu halten. Wegen der Nebensaison hat hier eigentlich alles zu, was allein auf den Sommertourismus eingestellt ist. So etwa zehn Lokale haben am Wochenende geöffnet, mittags unter der Woche sind es nur drei bis vier. Die sind dann aber regelmäßig voll mit Einheimischen aus der Umgebung. Das Mère Champlain hat glaube ich auch Betriebsferien.

  5. Die Küchenschabe schreibt:

    gestern hab ich einen Bericht über den Koch Marcelo Tejedor in Santiago de Compostela gesehen, der unter anderem mit Codium-Algen kocht. Er nimmt die Dienste eines professionellen Algensammlers in Anspruch, der 18 verschiedene Algensorten für Restaurants sammelt …

    • chezmatze schreibt:

      Danke für den Hinweis, das ist interessant! Gestern habe ich wieder zwei neue Arten gefunden. Eine ist die Dulse, auf Deutsch „Lappentang“ (nicht sehr appetitliche Bezeichnung). Schmeckt auf jeden Fall. Mit den anderen großen Dingern kann ich bislang nichts anfangen. Ich habe das Gefühl, dass man sie gut für Kosmetikprodukte benutzen kann, aber ich werde weiter ausprobieren…

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