Die große Verkostung: bei Chapoutier an der Nordrhône

Der September ist ein mäßig geeigneter Monat, um in einer französischen Weinregion unterwegs zu sein. Zwar kann man allerlei Tätigkeiten rund um die Ernte beobachten, aber das ist auch der Grund, weshalb man als höflicher Mensch bei Winzern zu dieser Zeit eben nicht vorstellig wird. Einzige Ausnahme sind die größeren Häuser, die es sich leisten können, auch während der Erntezeit ihr Stammpersonal nicht in den Weinberg schicken zu müssen. Aber nur bei wenigen dieser Häuser verbinden sich Finanzkraft und echtes Engagement zu einer Melange, die auch mir zusagt. Eine dieser Ausnahmen ist das Maison Chapoutier. Michel Chapoutier hat sich vom enfant terrible der Weinwelt, der auch vor unbequemen Aussagen nicht zurückschreckte, zum Grandseigneur des Rhôneweins weiterentwickelt. Geblieben sind seine Energie, seine Neugier, seine starken Visionen – und der biodynamische Weinbau auf sämtlichen seiner weltbekannten Einzellagen. Ich war in Tain-l’Hermitage und habe 13 Weine aus seinem Nordrhône-Portfolio probiert.

Michel Chapoutier verzichtet nach eigener Aussage darauf, seinen Weinen einen bestimmten Gutsstil mitzugeben, weil er lieber „das Terroir zum Sprechen bringen möchte“. Und wenn ich einen Teil meines Fazits gleich einmal vorwegnehmen darf: Ich habe selten eine Verkostung miterlebt, bei der man die Unterschiede der Lagen und der Jahrgänge derart stark spüren konnte, obwohl es sich bei den Roten ausnahmslos um 100% Syrah und bei den Weißen ausnahmslos um 100% Marsanne gehandelt hat. Wer also einen kleinen Côte du Rhône vom Maison Chapoutier kauft, bekommt zwar einen sauberen und schmackhaften Wein ins Glas, erhält aber keinen Hinweis auf das, was der obere Teil des Portfolios zu bieten imstande ist.

Jetzt aber ohne Umschweife zu den verkosteten Weinen. Ich habe mich und meinen Gaumen bewusst ein wenig beschränkt, denn die Vielfalt der bei Chapoutier zu verkostenden Weine ähnelt derjenigen einer mittelgroßen Messe. Dank seiner unersättlichen Neugier nach Weingeschmäckern aus allen Teilen der Welt hat Michel Chapoutier mittlerweile nämlich längst nicht nur seine „Stammweine“ von der Nordrhône im Angebot, sondern auch solche von der südlichen Rhône, aus dem Roussillon, aus Portugal, Australien und seit diesem Jahr sogar aus dem Elsass (u.a. zwei Grand Cru-Rieslinge). Wie gesagt, sicherlich alles interessant, aber ich habe mich auf die Weine aus dem Stammhaus konzentriert – und darunter auf diejenigen, die am ehesten in mein Kaufschema passten.

1. Saint-Péray „Les Tanneurs“ 2010, 13 vol%, ein Weißwein aus 100% Marsanne, 10,50 € (ich nenne immer die Ab-Hof-Preise für Einzelflaschen): Nase pikant, spürbarer Holzeinfluss, obwohl nur gebrauchte Fässer benutzt wurden. Am Gaumen geprägt von der geringen Säure und der typischen Nussigkeit eines jungen Marsanne-Weins. Unkompliziert und ein guter, neutraler Speisenbegleiter. Mehr aber auch nicht. Kein Wunder übrigens, dass Michel Chapoutier und Anne-Sophie Pic einen ganz ähnlichen Saint-Péray namens, äh, „Pic et Chapoutier“ (12 €) zusammen kreiert haben. Soll gut zur Gemüseküche funktionieren, habe ich aber selbst nicht probiert. 14 MP

2. Condrieu „Invitare“ 2009, 13,5 vol%, 100% Viognier, 32 €: Süß in der Nase, Honignoten, Parfümiertheit, gleichzeitig bitter. Am Gaumen viele Aprikosen, viel süße Frucht insgesamt, die Bitterkeit deutlich geringer, ziemlich kurzer Abgang. Trotzdem verliert der Wein beim Ausspucken viel, was er sonst hat, nämlich diese aprikosig-würzige Öligkeit im Schlund. Im Vergleich mit den bei der Bonner Weinrunde getrunkenen Condrieus eine geringe Mineralität. Die Sommelière empfiehlt, diesen Wein jung zu trinken, und ich wage zu sagen, dass da auch nicht mehr viel kommen würde. Zu teuer für das, was er bietet, 2009 dürfte ein zu „plumper“ Jahrgang für viele Condrieus gewesen sein. 15 MP

3. Hermitage „Chante-Alouette“ 2008, 13,5 vol%, 100% Marsanne, 30 €: Eine Cuvée aus den Lagen „Le Méal“, „Les Murets“ und eben „Chante-Alouette“. In der Nase Trockenfrüchte, Honig, kaum Holz, dafür Ingwer, Wiesenkräuter, recht interessant. Am Gaumen besitzt der Wein eine schöne Frische, weiterhin die jungen Honignoten und eine große Ausgewogenheit. Für die Weißen scheint gerade der ansonsten leicht problematische Jahrgang 2008 genau das mitgegeben zu haben, was einen Wein erst komplett macht: Frische und Eleganz trotz der natürlich auch hier vorhandenen Materie. Dies bleibt mein Lieblings-Weißer bis zum Schluss. 16,5 MP

4. Hermitage „Chante-Alouette“ 2001, 14 vol%, der gleiche Wein, nur sieben Jahre gereift, 38,50 €: Acht Jahrgänge von 1990 aufwärts kann man vom „Chante-Alouette“ noch ab Hof kaufen. Wer also eine Jahrgangsvertikale gehobenen Niveaus machen möchte, bitteschön. In der Nase wirkt der Wein zwar gereifter, aber mit denselben Noten wie der 2008er: Trockenfrüchte, kandierter Ingwer, ganz leichter Firn. Am Gaumen ist er dafür deutlich weiter entwickelt (sprich „älter“), als die Nase das angedeutet hat. Mag allerdings auch am Jahrgang liegen. Sehr persistent im Mund mit einem nicht zu knappen Abgang. Auch interessant. 16 MP

5. Ermitage „De l’Orée“ 2008, 13,5 vol%, 100% Marsanne, einer der drei großen Weißen, Untergrund aus glazialen Ablagerungen, 121 €: Die Noten bleiben im Prinzip dieselben wie beim Chante-Alouette, was nicht verwundert, denn die Lage „Les Murets“, aus der die Trauben für den „De l’Orée“ stammen, war ja auch beim „Chante-Alouette“ mit im Spiel. Hier allerdings aus 60-70 Jahre alten Reben. Der Wein wirkt deshalb stärker, konzentrierter, noch mehr hellbraunes Fruchtgelee als lediglich getrocknete Früchte. Am Gaumen besitzt der Wein die Anmutung einer trockenen Botrytis (was durchaus möglich wäre), die Frische des „Chante-Alouette“ ist dafür auf der Strecke geblieben. Trotzdem kein Wein, der im jetzigen Stadium wirklich unzugänglich wäre. 16 MP

6. Ermitage „De l’Orée“ 2001, 14 vol%, ab Hof ausverkauft: Jetzt habe ich innerhalb kurzer Zeit doch tatsächlich vier Jahrgänge von diesem Wein getrunken, wer hätte das gedacht? Die Farbe ist bei diesem Zehnjährigen schon sehr gereift, die bräunlichen Noten greifen um sich und vertreiben bereits das Gold. Am Gaumen kommt dafür eine sehr intensive und fast frisch anmutende Aprikosenfrucht, daneben Feuersteinnoten, ein gewisser Firn und viel Charakter. Ich habe das Gefühl, dass dies hier der derzeit beste der vier verkosteten „De l’Orées“ ist. Solltet Ihr genau diesen Wein im Keller haben, würde ich ihn demnächst öffnen. Als Begleitung zu Schweinerollbraten mit Maronen. Nicht mehr zu Fisch. 17 MP

Die Weißen haben wir damit hinter uns gelassen, die restlichen Weine sind ausschließlich rot, ausschließlich aus 100% Syrah. Diesmal habe ich allerdings gleich weiter oben eingesetzt, weil ich den Saint-Joseph „Deschants“ (14 €), den Crozes-Hermitage „La Petite Ruche“ (10,50 €), den Côtes du Rhône „Belleruche“ (6,50 €) und den Coteaux du Tricastin „Château des Estubiers“ (10 €) bereits bei anderer Gelegenheit getrunken hatte. Alles anständige Trinkweine und Essbegleiter, aber – bei den Preisen logisch – ohne magische Momente. Bis auf den Letztgenannten sind die kleinen Weine übrigens sämtlichst nicht mehr bio-zertifiziert. Aber darauf komme ich noch zu sprechen.

1. Cornas „Les Arènes“ 2008, 13 vol%, Granitverwitterung und Alluvialböden, 23 €: Die Nase hat schon länger mehr keine so eindeutige Note herausgeschnuppert: Kirschkern, also Weichselnoten mit Bittermandel. Am Gaumen ist der Wein sehr fruchtig, weiter sauerkirschig und enorm ausgewogen, ohne mager zu wirken. Natürlich sind die Tannine noch präsent, aber diesen Wein könnte man auch jetzt schon mit Genuss öffnen. 16 MP

2. Cornas „Les Arènes“ 2009, 14 vol%, 26 €: Das nenne ich einen Jahrgangsunterschied! Sofort steigen port-ähnliche Noten in die Nase, leicht zerkochte rote Früchte. Am Gaumen ist wie beim Vorgänger wieder viel Frucht da, wieder Sauerkirsche, diesmal aber noch zusätzlich Minze und eine pfeffrige Kräuterigkeit. Und viel Materie. Ich kann nachvollziehen, dass die meisten Weinkritiker den Jahrgang und entsprechend die daraus produzierten Weine einfach höher bewerten „mussten“. Für mich ist es eher eine Stilfrage, denn ob ein starker und wuchtiger oder ein fein ziselierter Wein nun besser ist, bleibt doch zum Glück Geschmackssache. Allerdings hatte ich aus dem Jahrgang 2008 hier von der Rhône auch schon ein paar magere Sauer-Exemplare, so dass ich zu folgender Aussage neigen würde: Wer die klassisch herb-feinen 2008er schätzt, sollte zu den hochwertigeren Exemplaren greifen, also mindestens zu dem bereits vorgestellten Cornas. Für 2009 langen auch etwas kleinere Weine. 16 MP

3. Côte-Rôtie „Les Bécasses“ 2007, 13 vol%, Glimmerschiefer, 42 €: Oh, das ist ein individueller Wein. Starke Kräuternoten in der Nase, Thymian, dazu schwarze Olive, fast ein kleiner Touch grüner Paprika wie bei einem Cabernet. Am Gaumen ist der Wein sehr strikt, sehr eng, tanninbeladen, leicht säuerlich und entspricht mit seiner animalischen Strenge dem „alten“ Nordrhônestil. Parker würde ihn wohl nicht so mögen (ich habe jetzt nicht nachgeschaut, aber es ist schon offensichtlich). Dies ist ein Produkt für Freunde des leicht Asketischen, die lange warten können, bis sich der Wein in größerer Harmonie öffnet. Dazu muss man etwas ähnlich Herbes essen, einen alten Wildschwein-Keiler vielleicht… 17,5 MP

4. Côte-Rôtie „Les Bécasses“ 2009, 13 vol%, 42 €: Die Nase ist schon einmal wesentlich expressiver, offener und stark von der reifen Beerenfrucht geprägt. Am Gaumen fällt auf, dass der Wein mehr Frucht besitzt, weniger Säure, ein milderes Tannin und fast keine Animalität. Wenn man jemals einen Côte-Rôtie als „geschmeidig“ bezeichnen konnte, dann ist das hier der Fall. Wiederum möchte ich nicht den einen Stil punktemäßig über den anderen stellen. Hier mehr Zugänglichkeit, dort mehr Denkernatur. 17,5 MP

5. Hermitage „Monier de la Sizeranne“ 2007, 13,5 vol%, 49 €: Dieser Wein stellt eine Cuvée aus den erstklassigen Lagen „Les Bessards“, „Le Méal“ und „Les Greffieux“ dar. Es gibt nicht wenige, die behaupten, die großen Einzellagen-Weine zwar mehr zu bewundern, den „Monier de la Sizeranne“ aber lieber zu trinken. Der 2007er bietet jedenfalls komplett andere Noten als der Côte-Rôtie aus demselben Jahrgang. Er wirkt süß in der Nase, eine echte Zuckeranmutung, Zedernholz, Alkoholnoten, fast orientalisch. Am Gaumen ist der Wein ebenfalls weicher, stärker und würziger als alle anderen Rotweine davor. Interessanterweise ist damit aber kein allzu mächtiger Körper verbunden, sondern eher eine intensivere Konzentration der sonnig-verdörrten Aromen. Die Fruchtnote hat auch nichts mehr mit Sauerkirsche zu tun, sondern geht eindeutig in Richtung Cassis, schwarz und schon leicht verschrumpelt. 17 MP

6. Hermitage „Monier de la Sizeranne“ 2009, 14 vol%, 50 €: Ein höherer Alkoholgehalt, also müsste man mehr Üppigkeit erwarten. Aber nichts dergleichen, der Wein steckt noch in einer ganz anderen Phase. In der Nase sind keine deutlichen Fruchtnoten mehr zu spüren, höchstens ein Anflug von Waldbeeren, dafür aber viel schwarze Olive, Tapenade. Am Gaumen ist der Wein viel strenger, enger, mit ordentlich Tannin. Das überrascht mich wirklich, denn während bei den beiden Côte-Rôtie-Weinen der 2009er gegenüber dem 2007er viel zugänglicher, fruchtiger und körperreicher war, ist das hier jedenfalls im Moment überhaupt nicht der Fall. Alle Weine besitzen aber eine enorme Klarheit im Ausdruck, und wer einen hochwertigen und dennoch nicht komplett im Reich der Spekulationspreise verschwundenen Nordrhône-Wein haben möchte, ist meiner Meinung nach mit den Chapoutiers aus dem mittleren Segment sehr gut bedient. 17,5 MP

7. Crozes-Ermitage „Les Varonniers“ 2004, 13,5 vol%, ein Granithang direkt an der Grenze zum Hermitage, 45 €: Der kleinste der „sélection parcellaire“-Reihe und vielleicht das beste Preis-Erweckungs-Erlebnis, das man an der Nordrhône haben kann. Warum das? Weil es der Einstieg in eine ganz eigene Welt ist. Die großen Einzellagen-Roten stammen nämlich nicht nur aus Parzellen, die mit ungeheurem Aufwand biodynamisch gepflegt werden, sie werden auch mit demselben Esprit vinifiziert und komplett unfiltriert abgefüllt. Im Glas steht also ein vergleichsweise hellroter, aber blickdichter Wein. In der Nase ist eine minimale Anmutung flüchtiger Säure zu spüren, ansonsten aber viel Würze und Mineralität. Am Gaumen wird der Unterschied zu allen Vorgängern noch deutlicher: Der Wein ist intensiv, fruchtig und fordernd, besitzt aber gleichzeitig eine fast ätherisch anmutende Natürlichkeit. Ich weiß nicht, wie ich das besser beschreiben soll, aber trotz der Intensität hat man den Wunsch, das Glas sofort austrinken zu wollen. Die Säure ist nicht unerheblich präsent, das Tannin dafür feinkörnig und eingebunden. Jetzt verstehe ich auch, was Michel Chapoutier damit meinte, dass er keinen „Gutsstil“ pflegen würde. Wenn ich mir vergegenwärtige, dass der 2010er dieses Weins für 26 € in der Subskription steht, kribbelt es selbst mir Subskriptions-Muffel in den Fingern… 17,5 MP

Mein Fazit: Falls Ihr das nächste Mal bei Eurer Ferienfahrt kurz zuckt, wenn Ihr die Ausfahrt „Tain-l’Hermitage“ angezeigt seht: Überwindet Euch, geht zu Chapoutier, schaut zum Hermitage und erfreut Euch an diesem kulturellen Erbe der Menschheit. Mir wird der Aufenthalt jedenfalls eindrücklich in Erinnerung bleiben.

Was die Weine anbelangt, fand ich insbesondere die Roten herausragend. Ob Cornas, Côte-Rôtie oder Hermitage, jeder Jahrgang und jede Herkunft besitzt ihre ganz eigenen Züge. Dass sich dieser Ausdruck dennoch innerhalb einer eher als konventionell zu bezeichnenden Klaviatur abspielt (bei aller Meisterschaft), wird erst dann deutlich, wenn man auch die unfiltrierten Einzellagen-Weine probiert. Ich habe lange mit mir gekämpft, ob ich einen „Chante-Alouette“ und einen „Bécasses“ und einen „Monier de la Sizeranne“ oder doch dafür einen „Les Varonniers“ mitnehmen sollte. Letztlich habe ich mich aber statt drei oder vier sehr guten Flaschen für eine einmalige entschieden: den 2008er Ermitage „Le Méal“ für 139 €. Das liegt weit jenseits dessen, was ich eigentlich für einen Wein auszugeben bereit bin. Aber ich habe diesmal ganz bewusst den einen magischen Moment gewählt.

Zum Schluss noch mal etwas Profanes, was ich weiter vorn schon angedeutet hatte. Michel Chapoutier hatte ja den enormen Ehrgeiz, nicht nur seine eigenen Parzellen, sondern auch alle Zulieferer für seine kleineren Weine biologisch und biodynamisch zertifizieren zu lassen. Weshalb das jetzt doch nicht mehr der Fall ist, darauf wurde nur ausweichend geantwortet. Ich nehme an, dass der ungeheure Aufwand, mehrere hundert Hektar in den verschiedenen Teilen der Welt kontinuierlich nicht nur nach strengen Richtlinien zu pflegen, sondern dies auch noch ständig zertifizierungstauglich kontrollieren zu lassen, einfach alle Dimensionen gesprengt hat, die er sich vorgestellt hatte. Finanziell wie organisatorisch. Einerseits schade, andererseits aber auch mehr als nachvollziehbar.

Als kleinen Service für diejenigen, die sich wirklich intensiv mit den Weinen von Chapoutier beschäftigen wollen, habe ich hier noch ein paar Ausschnitte aus Infomaterial und Preislisten von Chapoutier angehängt. Klickt einfach auf die Fotos zum Vergrößern; man müsste eigentlich alles gut lesen können.

Dass man in Tain auch noch ausgezeichnet essen und Weinbergsführungen bei einem echten Profi buchen kann, davon werde ich noch in einem anderen Post berichten.

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12 Antworten zu Die große Verkostung: bei Chapoutier an der Nordrhône

  1. Eline schreibt:

    ich neige ja weder zu neid noch habe ich nach vielen, vielen weingutbesuchen noch so richtig lust auf diese. bei chapoutier wäre ich jedoch sehr gerne dabei gewesen. toller bericht.

  2. Charlie schreibt:

    Sehr schön! Es ist interessant zu sehen, dass Einzellagenabfüllungen von immer weiter südlich wandern. Hast du gutes Kartenmateriel zu den Einzellagen? Magst du vielleicht sogar bei weinlagen.info selbst malen?

    • chezmatze schreibt:

      Ja, ziemlich gutes Material, alles mit den geologischen Formationen unterlegt, aber dafür die Einzellagen nicht 100% trennscharf abgegrenzt. Leider hat mir mein Anwalt geraten, es hier vom Blog wieder rauszunehmen ;). Weil die Grenzen halt doch eher schwammig gezogen sind, ist es eher nichts für Deine Weinlagen. Aber schau mal hier: http://www.degustateurs.com/forum/forum_posts.asp?TID=6448&PN=1 Wenn Du etwas nach unten scrollst, kommt ein sehr schönes Luftbild mit den Parzellen-Abgrenzungen. Sieht fast aus wie von Dir geklaut 😉

      • Charlie schreibt:

        Danke! Sind das Einzellagen die auch mal auf einem Etikett stehen, oder eher Parzellen die es nur ausnahmeweise auf ein Etikett schaffen?

      • chezmatze schreibt:

        Vor dem Gesetz sind es natürlich Parzellen, weil sie keine eigenen AOCs haben. Aber ich würde das trotzdem als Einzellagen bezeichnen, so in etwa wie die Climats im Burgund. Die „Lagen“ sind zwar alle ziemlich klein, aber geologisch sehr unterschiedlich.

        Auf dem Etikett erscheinen sie bei den größeren Häusern wie Chapoutier (Ermite, Pavillon, Méal, Greffieux), Delas (Bessards) oder Jaboulet (Chapelle) regelmäßig. Der Spitzenwein von Marc Sorrel heißt „Gréal“, weil er aus Méal und Greffieux besteht. Von den Spitzenwinzern hat, soweit ich weiß, nur Jean-Louis Chave eine andere Philosophie: Er bringt jeweils einen weißen und einen roten Hermitage heraus, bei dem er die einzelnen Partien miteinander verschneidet.

  3. jens schreibt:

    Toller Bericht Matze! Wie oft hab ich schon gezuckt, als ich an dem Schild Tain L’Hermitage vorbeigefahren bin – immer ist es nur beim Zucken geblieben. Wie so oft auf dem Weg in den Urlaub. Irgendwie ist der Drang endlich anzukommen dann doch größer und außerdem erwartet einen vor Ort ja dann auch noch genug, wofür man sein Geld ausgeben kann. Und auf dem Rückweg ist das Buget dann sowieso überschritten und man spart sich dann den Stop aus Ermangelung an Barmitteln. 😉

    • chezmatze schreibt:

      Genauso wäre es mir auch gegangen, wenn ich nicht mittendrin und gezielt hingefahren wäre! Aber jetzt weiß ich wenigstens, dass es sich wirklich lohnt. Fürs Budget natürlich die schlechteste Lösung, aber irgendeinen Nachteil muss es ja immer geben 😉

  4. jens schreibt:

    Hallo Matze!

    Hatte gestern Abend einen Condrieu von Delas im Glas. Es war der Clos Boucher aus dem Jahre 2007.

    Aprikosentart meets Kräutergarten hab ich mir notiert. Der Wein war ziemlich mächtig, dick und mit 14 Alc auch etwas sattmachend. Wenn er etwas wärmer im Glas wurde, dann hat sich dieser breite Eindruck eher noch verstärkt. Mhmm! Wie der mal in 5 Jahren wird, wage ich nicht zu sagen. Ich glaub der wird immer zu barock (zumindest für meinen Geschmack) bleiben.

    Grüße Jens

    • chezmatze schreibt:

      Ich habe auch das Gefühl, dass Condrieu oder ganz allgemein die Rebsorte Viognier immer ein Tanz auf des Messers Schneide ist. Breit und müde sind die ja gern mal, und das bleibt dann auch so. Vielleicht muss man mal einen Condrieu aus einem ganz mageren Jahr probieren, einen 2002er zum Beispiel. Würde mich durchaus interessieren. Ansonsten hatte ich ja die Condrieus bei der Bonner Weinrunde sehr gelobt, die waren nämlich wirklich gut. Es geht also doch, aber ohne vorherige Probe relativ viel Geld einfach ins Blaue zu investieren, das ist mir bei Condrieu zu riskant.

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