Auchan & Co.: Alle Supermärkte in Frankreich

Wer in Frankreich Lebensmittel einkaufen will, spürt sofort die großen Gegensätze. Da gibt es die kleinen Tante-Emma-Läden in der Innenstadt, dann die Boutiquen voller Spezialitäten und schließlich die riesigen Hypermarchés auf der grünen Wiese. Kein anderes Land in Europa besitzt in dieser Hinsicht ein derart großes Angebot. Jedesmal, wenn ich aus Frankreich zurückkomme und einen deutschen Supermarkt betrete, muss ich erst einmal weinen, weil ich mich an so viele Dinge gewöhnt habe, die man im Königreich der Discounter niemals bekommt. Nun ist es aber auch in Frankreich nicht so, dass es völlig egal wäre, in welchen Supermarkt man geht. Ich habe also versucht, Euch die wichtigsten hier einmal vorzustellen.

Vorweg schicken möchte ich noch, dass man im französischen Sprachgebrauch zwischen „Hypermarchés“ und „Supermarchés“ unterscheidet. Es gibt allerdings keine gesetzliche Regelung, die hier eine Grenze zieht. Ein durchschnittlicher Auchan kommt auf etwa 9.500 m² Verkaufsfläche, ein durchschnittlicher Leclerc auf knapp 5.000 m² und ein durchschnittlicher Intermarché auf etwa 3.000 m². Der größte Hypermarché ist übrigens der Carrefour in Villiers-en-Bière etwa 50 Kilometer südlich von Paris mit 25.000 m² Verkaufsfläche. Da kauft man besser nur mit Inlinern ein. Prinzipiell bekommt man im Hyper auch Kleidung, CDs, Gartengeräte, Geschirr oder Motoröl. Dafür muss man sich wegen der französischen Familien, die wahre Großeinkäufe tätigen, aber meist auf eine gewisse Wartezeit an der Kasse einstellen. Ich habe übrigens schon von mehreren Leuten gehört, dass sie die gigantischen Einkaufswagen der Hyper gar nicht benutzen können. Nicht weil sie zu schwer zu lenken wären, das gelegentlich auch. Nein, sondern weil sie so tief sind, dass man mit den Armen nicht auf den Boden reicht, um die eingekauften Dinge an der Kasse wieder rauszuholen.

1. E.Leclerc: der beste Kompromiss.

Obwohl es sich vom Namen her so anhört, als sei immer noch Edouard Leclerc Chef dieser Supermarktkette, handelt es sich in Wirklichkeit um eine Kooperative unabhängiger Märkte. Bis vor ein paar Jahren hatten sie noch nicht mal einen gemeinsamen Internetauftritt. 391 Leclercs gibt es mittlerweile in Frankreich, wobei man sich von der Größe der einzelnen Märkte im „mittleren Hyper-Segment“ einordnet. Dennoch ist Leclerc Marktführer in Frankreich, und das kommt nicht von ungefähr. Die Vorlieben des jeweiligen Marktleiters, der unabhängig einkaufen und nur nicht zu teuer verkaufen darf, sind nämlich beizeiten spürbar. Oneshots wie Aufsteller echter Spitzenproduzenten sind genauso möglich wie regionale Schwerpunkte.

Der Leclerc in Bollène (am Anfang der Provence sozusagen) führt beispielsweise das begehrte Olivenöl der Kooperative von Nyons. Der Leclerc in Beaune besitzt dafür eine beachtliche Anzahl an Burgundern kleinerer Winzer. Die Eigenmarke von E.Leclerc heißt übrigens „Nos Régions ont du Talent“, und das ist Programm. Unter diesem Label produzieren regionale Hersteller entsprechend typische Produkte. Auf dem Foto ist das zum Beispiel die Konservenfabrik „Délices de la Mer“ im bretonischen Plelo, die mit ihren 55 Mitarbeitern einen schmackhaften Sardinen-Aufstrich herstellt. Ein Konzept, das mir gefällt.

2. Auchan: der Klassiker.

Die Auchans sind im Durchschnitt die größten Hypermarchés. In der Regel bieten sie genau diese Gigantomanie an, die einen genauso entsetzt wie anzieht. Weltweit ist Auchan die Nummer 3 im Supermarktbereich hinter Wal-Mart und Carrefour, 123 Märkte gibt es in Frankreich, ausschließlich Hypers. Einige dieser Märkte, gerade im Norden, sind allerdings schon ein wenig in die Jahre gekommen, andere bieten dafür auch schon mal einen halben Hai in der Fischtheke an (der Typ mit dem bösen Blick auf dem Foto oben).

Die Eigenmarke von Auchan heißt sinnigerweise „Mmm!“ und besteht derzeit fast nur aus Süßspeisen. Anders als bei Leclerc steht hier nicht die Region im Vordergrund, sondern der Luxus. Die „Mmm!“-Produkte sind nicht etwa die günstigsten, sondern die teuersten im Regal. Das kennt man aus England von Tesco’s Finest, in Deutschland fängt ein solches Konzept mit Rewes „Feiner Welt“ auch langsam an. Ich habe natürlich die Kaffeeschmiere von „Mmm!“ ausgewählt, Hersteller ist – wie immer – Le Petit Basque, aber das habt Ihr im Artikel sicher schon gelesen. Meinen täglichen Einkauf würde ich hier nie erledigen, aber einmal im Monat ist big schon beautiful.

3. Hyper U / Super U: der Vielgeliebte.

Das größte französische Marktforschungs-Institut TNS-Sofres macht seit Jahren eine Panelstudie mit 20.000 befragten Personen. Und seit mittlerweile zwölf Jahren liefert sie immer dasselbe Ergebnis: Der Super U ist der beliebteste und sympathischste Supermarkt Frankreichs. Betreiber Système U ist dabei ähnlich wie E.Leclerc aufgebaut, also mit unabhängigen Läden, die sich auf ihre jeweilige Kundschaft einstellen können. Anders als bei Auchan gibt es deshalb auch nicht überall im Land dieselben Produkte. 59 Hyper U gibt es und 735 Super U, was das Spektrum schon ein bisschen andeutet. Im Hyper U in Mûrs-Erigné südlich von Angers traf ich zum Beispiel den Winzer Philippe Germain, der statt einer in der Regel leidlich inkompetenten Supermarktkraft hier seine Weine zum Probieren mitgebracht hatte. Nicht überall ist einem das Glück allerdings derartig hold, aber Système U, das ist für mich typisch Frankreich.

Bei Eigenmarken sind die Us allerdings nicht so stark. Zwar gibt es unter dem Namen „U Saveurs“ eine Palette an Süßspeisen wie beim Auchan, aber Terroirprodukte wie beim Leclerc sucht man hier vergebens. Dennoch ist die Qualität untadelig, und der Marktleiter kann ja ohnehin seine Produkte regionaler einkaufen, wenn er möchte. Was die Weine anbelangt, ist das Eigenmarken-System verblüffend simpel: Es wird kein eigenes Etikett gedruckt, sondern einfach ein Papphütchen über den Flaschenhals gestülpt – fertig ist das „Produit U“!

4. Monoprix: der Urbane.

Der Monoprix fällt in dieser Auflistung ein wenig aus dem Rahmen, weil er ein gänzlich anderes Konzept verfolgt. Es handelt sich nämlich um Vollsortiment-Kaufhäuser, die eine eigene Lebensmittelabteilung besitzen – ähnlich wie Karstadt bei uns oder Marks & Spencer in England. Monoprix gehört je zur Hälfte zur Groupe Casino und zur Groupe Lafayette, die 301 Läden befinden sich ohne Ausnahme in Städten, 147 allein im Großraum Paris. Alles steht und fällt dabei mit dem jeweiligen „Mutterhaus“, das ebenso ein exklusives Luxuskaufhaus wie ein ramschiger Rentnerladen sein kann. Ich habe bei Monoprix schon beide Varianten erlebt und auch alles dazwischen.

Durch die Innenstadtlage kaufen hier die meisten Menschen mit dem Körbchen und nicht mit dem Wagen ein. Entsprechend ist das Warenangebot ein wenig stärker auf den Single-Haushalt ausgerichtet. Die Eigenmarke heißt „Monoprix Gourmet“ und entspricht im Grunde „Mmm!“ von Auchan. Mit einem Unterschied: Der Monoprix ist der einzige Supermarkt, den ich für einen Weineinkauf wirklich empfehlen kann. In Zusammenarbeit mit Bettane & Desseauve gibt es hier Winzerweine, die man ansonsten nur in Fachgeschäften findet. Zind-Humbrecht, Pierre Frick, Alphonse Mellot, nicht die großen Sachen, aber alles zu empfehlen.

5. Cora: der Nordmarkt.

Bei den richtig Großen (und zu denen kann man eigentlich nur Auchan und Carrefour zählen) hat Cora in den letzten Jahren durchaus Boden gut gemacht. Da Cora zur belgischen Groupe Louis Delhaize gehört, sind die 59 Hypermarchés praktisch ausschließlich im Nordosten Frankreichs zu finden. Ob Ihr aus dem Badischen oder aus Richtung Saarbrücken kommt, meist wird Euch als erster französischer Hyper ein Cora begrüßen. Und das prägt nachhaltig.

Die Eigenmarke heißt „Patrimoine Gourmand“ und fährt ein ähnliches Konzept wie „Nos Régions ont du Talent“ bei E.Leclerc. Fast kommen mir die Cora-Produkte noch gelungener vor, denn die gesalzene Butter der Kooperative von Isigny-sur-Mer ist nicht nur ein französischer Klassiker, sondern auch unschlagbar günstig für die Qualität. Anders als bei manch anderen Eigenmarken ist die Bandbreite auch erstaunlich groß. Sie reicht von zwei Cidres über Cassoulet, Butter und Käse bis zu Wurst und Fischprodukten.

6. Intermarché: die Wundertüte.

Intermarché ist wie E.Leclerc oder Système U ein Franchise-Unternehmen, das aus nicht weniger als 1.474 einzelnen Intermarchés besteht. Es gibt in der internen Aufteilung zwar auch „Intermarché Hyper“, aber jene erreichen höchstens die Größe eines Leclerc. Intermarché ist vielmehr der klassische Supermarkt vor den Toren der Kleinstadt. Interessanterweise werden die Intermarchés tatsächlich administrativ von der Groupe E.Leclerc betrieben, aber von der Spar (Edeka) beliefert. Vielleicht können sich einige von Euch auch noch an das Intermarché-Experiment in Deutschland erinnern, was selbstverständlich total in die Hose gehen musste, weil alle Käufer dachten „super, jetzt gibt es die Sachen aus Frankreich bei uns“. Dabei waren es bloß die gewöhnlichen Spar-Produkte.

Eine Eigenmarke gibt es auch, nämlich „Intermarché Sélection“, die aber nicht so schrecklich häufig ist. Die Edeka-Spar-Verbindung führt zu der lustigen Situation, dass die Ivoria-Fairtrade-Schokolade mit dem spanischen Rückaufdruck eigentlich von Stollwerck in Köln hergestellt wurde. Dass man bei Stollwerck tatsächlich gute Schokolade machen kann, war mir schon klar. Aber warum man in Deutschland nur das Billigsegment bedient und die guten Produkte offenbar ins Ausland verkauft, ist mir schleierhaft. Ansonsten kann ein Intermarché genauso großartig wie schrottig sein, je nach Marktleiter und Kundenumfeld. In typischen Touristengegenden würde ich übrigens immer einen Intermarché aufsuchen und keinen echten Hyper. Dort ist der Intermarché nämlich der Supermarkt der Einheimischen, und das wirkt sich in der Regel sehr positiv aufs Sortiment aus.

7. Carrefour: der Gierlappen.

Carrefour ist in Windeseile die zweitgrößte Supermarktkette der Welt geworden. Sie haben sich nicht nur neue Länder erobert, sondern auch aufgekauft wie nichts Gutes. In Belgien musste zum Beispiel die alteingesessene GB-Kette dran glauben, in Spanien Caprabo, und in Frankreich waren letztens die Champions dran. Anders als beispielsweise Auchan verwendet Carrefour seinen Namen nicht nur für die frankreichweit 233 Hypermarchés, sondern auch für die kleineren Filialen.

Die heißen dann „Carrefour Market“ (das sind meist die aufgekauften Champions), „Carrefour City“ (in der Stadt, erweiterte Öffnungszeiten) oder „Carrefour Contact“ (auf dem Land, brandneu), was mir so vorkommt, als hätte jeder neue Manager mit einem eigenen Konzept in die Ewigkeit eingehen wollen. Die Eigenmarke heißt „Reflets de France“, und da ist man für derartig finanzkrakenartige Verhältnisse erstaunlich regional und traditionell orientiert. Beweis: die vier kleinen Kutteln aus der Auvergne, die sich in diesem Glas befinden.

8. Géant / Casino: der Kleinste der Großen.

Die Casino-Supermärkte gehörten – wie man so hört – bereits in den 1970er Jahren zu den regelmäßigen Wallfahrtsorten der damaligen Frankreichurlauber. Später hat das Unternehmen aus St-Etienne der Hyper-Entwicklung Tribut zollen müssen und ist jetzt mit 112 Géants in Frankreich vertreten. Im Norden ist das Angebot jedoch eher spärlich. In seiner Dimensionierung entsprechen die Géants im Durchschnitt den Leclercs. Was mir bei letzteren aber gefällt, stört mich bei den Géants. Warum? Nun, sie besitzen nicht die größenwahnsinnige Art der Auchans und Carrefours, zeigen aber auch keinerlei regionale Bezüge wie Leclerc oder Super U.

Ihre Eigenmarken sind dafür nicht schlecht. Unter dem Namen „Casino Délices“ wird wie bei Auchan oder Monoprix auf in schlichtes Schwarz gewandeten Luxus gemacht, wie die Jahrgangs-Sardinen beweisen. Zudem ist die Produktpalette zwar exklusiv aber relativ breit. Die Wein-Eigenmarke namens „Club des Sommeliers“ bietet dagegen preiswerte Alltagstropfen an, von denen ich vor kurzem einen Tavel mit Gewinn probiert hatte. Ist also doch nicht so schlimm, aber wenn die ganzen Hypers direkt nebeneinander stünden, ich würde wahrscheinlich in den Géant ganz zuletzt gehen.

Insgesamt gibt es in Frankreich bei weitem keinen so großen Unterschied in Portfolio und Publikum der einzelnen Märkte wie in England, was ich hier ja schon einmal vorgestellt hatte. Auch preislich sehe ich da alles in allem keine großartigen Differenzen. Unterhalb der oben vorgestellten Einkaufserlebnisse existieren übrigens noch die Discounter, die auch in Frankreich nicht fehlen dürfen. Marktführer in diesem Bereich ist Lidl mit 1.500 Geschäften. Aldi Nord gibt es, Leader Price (gehört zur Groupe Casino) und Ed (Groupe Carrefour). Wie in England entspricht das Angebot bei Aldi und Lidl nicht dem in Deutschland, ist aber im Vergleich zu Intermarché oder Super U, die eine ähnliche Größe besitzen, immer noch reichlich uninspiriert.

Was mir beim Einkaufen in Frankreich gefällt, das ist die Abwechslung. Deshalb bieten die überdimensionierten Hypermarchés für mich ein ebensolches Einkaufserlebnis wie die Wochenmärkte oder die vielen kleinen Läden mit ihrem großartig individuellen Angebot. Natürlich ist auch in Frankreich nicht alles Gold, was glänzt, aber was den Lebensmitteleinkauf anbelangt, bleibt es mein absolutes Paradies. Nur Frischmilch ist irgendwie nicht ihre Stärke. Aber das scheinen die Franzosen auch nicht zu vermissen.

Edit: Kleiner Nachtrag in eigener Sache: Das Komplettupdate (oder besser gesagt, ein ganz neuer Artikel) folgt im September 2016. Es hat sich viel getan in den französischen Supermärkten, die Bio-Tendenzen zum Beispiel, die neuen Mitspieler wie Grand Frais oder auch Colruyt, die Betonung des Regionalen und und und. Wird also Zeit…

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52 Antworten zu Auchan & Co.: Alle Supermärkte in Frankreich

  1. katha schreibt:

    dieser text gehört in jeden anständigen frankreich-reiseführer. danke! ich mag solche riesigen märkte gar nicht, werde schon müde und mürbe beim gedanken daran, dort regelmäßig einkaufen zu müssen. auf reisen siegt natürlich die neugier.

  2. Kuechenschabe schreibt:

    Ein ganz toller Bericht und du hast völlig recht: Vor drei Jahren waren wir zum ersten Mal in einem Cora-Supermarkt und mir blieb die Luft weg. Es war unglaublich! Eine derartige Vielfalt und Qualität. Das ist man als Österreicherin in Supermärkten gar nicht gewöhnt. Was bei uns teilweise in der Obst- und Gemüseabteilung geboten wird, wäre dort nicht mal mehr Hasenfutter (darum: wenn man die Möglichkeit hat, nur auf Grünmärkten einkaufen – es ist zwar ein bisschen teurer, aber vielviel besser).
    Und richtig: zurück im Heimatland müsste man heulen, so dürftig ist dort die Auswahl an feinen Lebensmitteln. Gottseidank liegt Oberitalien nicht so weit weg – denn sogar rund um Udine sind die Supermärkte schon „um Häuser“ besser als in Österreich.
    Danke für die ausführliche Recherche, deinen Bericht hab ich mir schon kopiert und gesichert: für den nächsten Elsass-Besuch!

  3. Eline schreibt:

    erstaunlich, diese vielen französischen supermärkte – und so hässliche architektur, sieht aus wie im amerikanischen mittelwesten. bei uns baut der Hofer wenigstens am land halbwegs schöne filialen, zumindest von aussen. innen habe ich noch keine betreten.
    Ich werd schon grantig wenn ich wegen einiger weniger produkte (bei mir sind es nuri sardinen, süditalienische mandarinenmarmelade und nüsse einer deutschen firma) ab und zu in einen supermarkt muss. mich macht das überangebot (auch von durchaus guten produkten) fertig und ich muss immer daran denken, was am ende des tages so alles weggeworfen wird an fleisch, fisch, brot, obst und gemüse. das einzige land in dem ich bisher nicht ohne supermarkteinkauf überlebt habe ist finnland. da gab es 25 km im umkreis unseres ferienhauses nichts anderes. sonst gab es überall kleine läden, märkte, winzer und bauern zur versorgung.

  4. Stephan schreibt:

    Toller Bericht. Ein Besuch bei Leclerc (ist auch mein Lieblingssupermarkt in Frankreich) steht bei jedem Frankreichurlaub genauso fest auf dem Plan wie Marktbesuche, kleine Läden in der Stadt, usw. Es gibt so ein paar Produkte, die ich dann immer kaufe, z.B. die Maronencrème von Clément Faugier (viele dieser Produkte gibt es aber mittlerweile auch in D, z.B. bei Galeries Lafayette in Berlin). Ganz den Stellenwert wie früher haben sie aber für mich nicht mehr. Denn die Zahl der Produkte, die man auch in Deutschland bekommt, nimmt stetig zu. Schimpfen eigentlich die Franzosen immer noch so viel über „grande surface“ und dass diese die kleinen Läden kaputt macht, das Angebot industrialisiert, usw.? Das war früher immer Dauerthema bei Gesprächen.

  5. Bolliskitchen schreibt:

    Hey Leute, wer geht denn schon in Frankreich in diese Schrottläden, Essen & Trinken einkaufen????!!!! Hallo??!!!
    Nur Klopapier und sowas sollte man d a kaufen und ansonsten schön den Einzelhandel unterstützen und in die vielen kleinen boucheries, poissonneries, fromageries, boulangeries, patisseries, marchands de vins, marchés etc. einkaufen!!!!!!!!!!!

    • Stephan schreibt:

      Völlig richtig. Aber die Supermärkte gehören trotzdem einfach dazu. „Vernünftiges“ (d.h. möglichst nicht industriell hergestelltes) Essen kaufen ist ein Lernprozess und erfordert übrigens auch einige Zeit und Recherche. Ob man z.B. seine Baguette im Supermarkt oder bei Paul oder La Mie Caline kauft, dürfte keinen Riesenunterschied machen, auch wenn Paul oder La Mie Caline von außen wie nette Nachbarschafts-Boulangeries aussehen. Und wo man artisanal hergestellte Maronencreme oder Joghurt herbekommt, ist auch nicht immer ad-hoc so einfach herauszubekommen.

      Deinen Einwand finde ich also im Ergebnis richtig. Trotzdem bereitet mir der Besuch im französischen Leclerc in jedem Urlaub wieder ein höchstes Vergnügen, alleine die meterlangen Regale mit 10-er-Packs Joghurt und Flan. Man muss das ja nicht kaufen, anschauen reicht schon.

  6. Ti saluto Ticino schreibt:

    Ein toller, informativer Bericht, vielen Dank dafür. Ich lebe im Elsass und habe in unmittelbarer Nähe
    die meisten der von Dir hier aufgeführten Super ou Hypermarchés… und trotzdem: Meinen Fisch
    kaufe ich lieber in der kleinen Poisonnerie, da gibt es dann auch noch mündlich die besten Rezepte
    dazu. Das Gemüse kaufe ich auf dem Markt oder beim Gemüsehändler, der daneben auch noch eine
    wunderbare Auswahl von Käse anbietet. Und Brot oder Fleisch würde ich NIE in einem dieser Märkte
    kaufen.

  7. jens schreibt:

    Hallo zusammen!

    Ich habe ja leider noch das Problem nicht in Frankreich zu leben. So bin ich vielerorts, wo ich mich nicht genau auskenne oder vielleicht zum ersten mal bin oder auch nur durchreise auf einen der großen Supermärkte angewiesen um mich zu verpflegen. Das ist immer, immer und auschließlich immer besser als in Deutschladn. Punkt und Ausrufezeichen.

    Wenn ich jedoch eine Region des öfteren besucht habe und dort etwas heimisch geworden bin, wie z.B. in der Champagne oder der Ile d’Oleron, dann geht für mich nichts über die Besuche auf dem Markt, dem örtlichen Fischhändler oder dem örtlichen Metzger. Oft ist hier die Qualität noch einmal ein wenig höher, die Auswahl etwas spezieller oder der Einkauf einfach persönlicher als in einem der großen Märkte. Aber auch hier gilt, was Matze schon geschrieben hat, jeder Markt kann anders sein, soll heißen die Auswahl und Qualität hängt stark vom Managment des Marktleiters ab.

    Ich kenne in Deutschland jetzt z.B. keinen Supermarkt in dem man auf die Frage nach Lammfleisch eine Gegenfrage bekommt, die einem das Wasser in die Augen treibt:

    „Sisteron ou Paulliac?“

    In diesem Sinne….angenehmen Abend noch….Grüße Jens

  8. chezmatze schreibt:

    Ich war ja heute unterwegs und deshalb total überrascht, so viele Reaktionen von Euch auf meinen „kleinen“ Artikel zu lesen. Vielen Dank dafür!

    Was meine ambivalente Haltung zu Hypermarchés dieser Art anbelangt, denke ich, dass ich jene in ausreichender Art und Weise rübergebracht habe. Die Atmosphäre ähnelt ein wenig einer Fußgängerzone am Wochenende oder einem Fußball-Stadionbesuch. Mit anderen Worten: Wer so etwas nicht mag, den kann ich gut verstehen. Ich gebe allerdings freiweg zu, dass mich NEUGIER (und das schreibe ich bewusst groß) bislang im Leben immer am weitesten vorwärts gebracht hat.

    Deshalb gehe ich bewusst in die Hypers und schaue mir alles an. Dass ich die kleinen Produzenten auf den Märkten und in ihren Boutiquen lieber unterstütze, bleibt davon unbenommen – zumal man letztere in Frankreich nicht mit der Lupe suchen muss. Aber es wäre scheinheilig, wenn ich behaupten würde, die „all-in-one“-Philosophie eines Supermarkts für modernen Schnickschnack zu halten.

    Wenn ich in den Hyper gehe, möchte ich natürlich auch eine Rolle Toilettenpapier kaufen. Aber ich will auch wissen: Tut sich was im Bewusstsein der Supermärkte, und wenn ja, in welche Richtung geht das? Mit Diagnosen wie „alles Schrott, aber ich war noch nie dort“ bin ich ehrlich gesagt vorsichtig geworden. Und das gilt bei weitem nicht nur für Supermärkte. Ich neige beispielsweise zu der Auffassung, dass der Ballermann oder Lloret de Mar niveaulos sind, aber ohne je dort gewesen zu sein, würde ich so etwas nicht unterschreiben.

    Mein Credo lautet mit anderen Worten: Geht in die französischen Supermärkte, stellt fest, was Euch da gefällt und was Euch davon abhält, jemals wiederzukommen. Aber probiert es aus. Es erinnert in der Tat viel eher an die USA als an irgendein anderes europäisches Land. Wie ich schon gesagt habe: Jeden Samstag möchte ich dort nicht verbringen, aber als jemand, der nicht ständig in Frankreich lebt, ist das für mich ein integral gewordener Teil französischer Alltagskultur, den ich nicht ausblenden möchte.

  9. jens schreibt:

    „Aber als jemand, der nicht ständig in Frankreich lebt, ist das für mich ein integral gewordener Teil französicher Alltagskultur, den ich nicht ausblenden möchte.“ und ich füge hinzu, den ich nicht mehr missen möchte.

    Ich hätte es nicht besser formulieren können Matze. Und das Eine schließt das Andere nicht aus. Eine Verweigerung der Hypers würde für mich eine Limitierung meiner Selbst bedeuten – ich limitiere mich nicht gerne!

    Jens

  10. chezmatze schreibt:

    Was mir grad noch einfällt als Beispiel für Koexistenz: Supermärkte dürfen Sonntag Vormittag geöffnet haben. Nicht die Hypers, aber die Casinos, Carrefour Markets, Intermarchés etc. Was sie aber im Anjou nicht dürfen (ich weiß aber nicht, ob das für ganz Frankreich gilt), ist Brot verkaufen. Damit ist gewährleistet, dass die Franzosen, die ja jeden Tag frisches Brot brauchen, weiterhin zum Bäcker gehen.

  11. Bolliskitchen schreibt:

    @Jens: na ja, gerade als Tourist gehe ich ja nun nicht gerade in die Zonen, in denen diese hypermarchés angesiedelt sind, man geht doch eher in die Dorfmitte ,oder mitten in die Stadt und dort dürfen die sich zum Glück nicht niederlassen.
    Na ja, ausser wenn man von la Cotinière nach St. Pierre fâhrt, da hat man dann gleich den schrecklich primitiven Lidl da…..

    • jens schreibt:

      Du kennst Dich ja aus wie ich sehe. Also auf der Ile d’Oleron hab‘ ich wirklich nur Wasser, Klopapier, Katzenfutter, Putzmittel, Grillkohle und sonstige Sachen im Super oder Hyper gekauft.

      Den Sonntagsmarkt in Le Chateau habe ich häufig besucht, meine Entrecote’s beim Metzger meines Vertrauens in Dolus gekauft, Obst und Gemüse ebenfalls auf dem dortigen Markt, mein Salz aus einer kleinen Saline nahe La Bree (der Tip kam von einem Koch aus La Cotiniere), den Pineau bei einem kleinen Winzer in Saint George und meine Meeresfrüchte beim Dealer meines Vertrauens in La Cotiniere.

  12. Torsten Hammer schreibt:

    Danke Matze für deinen ausführlichen Einblick in die Welt der französischen Einkaufstempel. Auch ich halte es so, wie du oder auch Jens, die Mischung macht es. Frischmarkt und kleine Erzeuger sind auch meine erste Wahl, aber was ich vermeide, wie der Teufel das Weihwasser, sind die kleinen Casinos und Co. in den Ortschaften, denn da bekomme ich die gleichen Produkte wie bei den Hypermärkten, nur zum doppelten Preis oder noch teurer. Ohne ein Mehr an Qualität wie bei den Kleinerzeugern direkt.

    Auch ein entscheidender Unterschied zu Deutschland ist der, dass viele dieser Hypers eigene Spezialitätenhersteller im Hause haben – deren Produkte sind oft nicht zu verachten, generell gilt mir, dass ich an den Bedientheken der Hypers oft sehr gute Qualität bekomme, die auch nach folgenden Prinzipien funktionieren: Frische, Regionalität, Saisonangebote. Niemand zwingt mich, die abgepackten Dinge aus den Regalen zu kaufen, ich kann oft auch Käse von regionalen Kleinerzeugern am Stand kaufen, bestens zubereitete Pasteten, Terrinen, Salate. Das ist dann nicht anders, wie auf einem Wochenmarkt, nur steht in der Regel der Erzeuger nicht selbst am Stand.

    Beim Fischkauf bekomme ich immer eine große Tüte Eis auf Nachfrage dazu, das ist für einen Camper wie mich der Kühlschrankersatz und wenn ich mal vom Meer weg bin und das bin ich als Bergfan meist, dann sind auch die Fischläden rar, aber in vielen gut sortierten Hypers und auch vielen Supers finde ich mehr als genug zur Auswahl.

    Und ja es ist so, die Saale führt wieder Hochwasser, seit ich aus dem Urlaub zurück bin, ich bin immer noch am heulen ob des armseligen Angebots hierzulande im Vergleich zum gelobten Land. Und wenn die mehreren mitgebrachten Kilo Käse aus dem Jura und Savoyen erstmal wieder aufgegessen sind, dann heule ich noch mal kräftig.

    Eines aber braucht man in Frankreich wirklich nicht – Märkte wie Lidl und Aldi… Brrr, vielleicht zwar immer noch einen Tuck besser als die zu Hause, aber dennoch deprimierend.

    Beste Grüße

    Torsten

    • chezmatze schreibt:

      Weißt Du, das Einzige, was ich an den Hypers und Supers wirklich nicht mag, ist ihre Einkaufspolitik. Das ist mein hauptsächlicher Kritikpunkt, nicht die Qualität der Waren. Über manche Hersteller braucht man nicht zu diskutieren, die kenne ich aus Gourmet-Guides, und ein Blick aufs Rücketikett verrät, dass da keine E-Stoffe oder Streckmittel oder billige Fette drin sind. Und die minderwertigere Industrieware lässt sich schon recht schnell rausfiltern, wenn man aufmerksam ist. Aber trotzdem ist der Einkauf bei allen Supermarktketten ein brutales Geschäft. Ich kenne jemanden, der in diesem Metier gearbeitet hat und das aus genau diesem Grund aufgegeben hat. Da wird gedrückt, bis der Hersteller endlich nachgibt. Nicht ganz so schlimm ist das allerdings bei den Franchise-Märkten mit der Möglichkeit, selbst mit lokalen Kleinproduzenten in Kontakt zu treten. Edeka hat in Deutschland zum Teil ein ähnliches Konzept. Es gibt ja sogar einen Blog (http://edekaner.blogspot.com/) von einem Edeka-Marktbetreiber. Bei solchen Supermärkten habe ich dann keine Angst, dass sich auch bei uns auf Dauer das Gute durchsetzen wird. Okay, mit Einschränkungen 😉

  13. grexontour schreibt:

    Super Artikel, ich hoffe das mir die Hinweise über die nächten 2 Wochen helfen…
    Danke und Grüße

  14. Pingback: Ferienanfang… (a.k.a. Fremde Feder, Teil 2) | Glasklare Gefühle

  15. Fabian schreibt:

    Ich bin total begeistert von dieser Einschätzung, die ich teile. Frankreich ist diesbezüglich ein Paradies, verglichen mit Deutschland. Insbesondere die lokale und regionale Note vieler Märkte macht mich neidisch. Aus nostalgischen Gründen – erster Jugendurlaub – ist Leclerc mein Favorit, den ich guten Gewissens empfehle. Im letzten Bretagne-Urlaub hat mich der Laden mit einer Fülle regionaler Produkte, bei der Frische-Theke angefangen, absolut begeistert. Allerdings kann keiner Marché den Besuch eines Wochenmarktes ersetzen. Die Kombination dagegen ist erfrischend.

  16. Jana Shtrel schreibt:

    Super Bericht , vielen Dank dafür !
    Ich denke dass jeder der in Frankreich ein mal eingekauft (und das alles gegessen!) hat und dann zu Hause in Deutschland desselbe tut -der heult sowieso, ob man will oder nicht…

  17. Martin schreibt:

    Jetzt müsste man nur noch online dort bestellen können und ich hätte ein riesen Lächeln im Gesicht. Bei Magasins U kann ich zwar vorbestellen aber leider nicht liefern lassen. Hat da jemand einen hilfreichen Tipp für mich?

    • Martin schreibt:

      Ach ja, und Gratulation für diesen erhellenden Bericht!

    • Matze schreibt:

      Ich fürchte, das wird nicht gehen. Klar, es gibt ein paar französische Shops, die auch ins Ausland liefern, aber die Supermärkte gehören leider nicht dazu (Obwohl ich mich natürlich über den Gegenbeweis freuen würde ;)). Da hilft wohl nur eine Postadresse jenseits der Grenze…

      • Martin schreibt:

        Schade bzgl. der Supermärkte. Darf ich ganz dreist fragen welche Du, aus Erfahrung oder vertrauenswürdigen Berichten, empfehlen kannst? Darum einen Cent hier oder da zu sparen geht es mir nicht. Auswahl und Vielfalt finde ich wichtiger. Wenn ich billiges und gewöhnliches Zeug möchte kann ich in unseren Supermärkten genug finden. Danke schon mal.

      • Matze schreibt:

        Schwierige Sache… aber wenn Du schon so direkt fragst ;): Mir gefallen die neueren E.Leclercs meistens gut, vor allem, wenn sie noch ein „Centre Culturel“ dabei haben mit Büchern und CDs. Insgesamt habe ich in Frankreich weit über 100 verschiedene Super- und Hypermarchés besucht, aber meist nicht im Vergleich über einen längeren Zeitraum. Nächste Woche bin ich jedenfalls in der Straßburger Gegend, da werde ich mal schauen, ob mir ein Markt besonders zusagt.

      • Martin schreibt:

        Oh, da habe ich mich etwas unpräzise ausgedrückt. Aber zumindest inspiriert mich das auch mal einen der E.Leclercs aufzusuchen. Bis jetzt bin ich absoluter Hyper U Fan. Mal sehen ob sich da was ändert. Eigentlich wollte ich einen Tipp zu guten französischen Online Shops erfragen, die auch nach Deutschland versenden. Es gibt viele aber kaum jemand kann ein qualifiziertes Urteil über diese fällen. Deswegen würde ich mich, und sicher auch andere, über geteilte positive Erlebnisse mit dem einen oder anderen Shop freuen.

      • Matze schreibt:

        Hm, das kommt wohl stark auf das Sujet an… Viel bestelle ich in Frankreich nicht, fnac läuft gut online, auch cabozik, meine Freundin hat gute Erfahrungen mit mademoiselle bio gemacht, die RVF und überhaupt Zeitschriften kann man online aus Frankreich auch gut bestellen, das letzte Vélo Magazine habe ich mir zum Beispiel schicken lassen. Aber Lebensmittel…, da habe ich ehrlich gesagt keine Erfahrungen bislang. 1855 hat jedenfalls eine schlechte Reputation, aber die sind ja auch praktisch pleite. Sorry, mehr habe ich persönlich nicht zu bieten, aber vielleicht gibt es ja noch andere Leser/innen mit mehr Erfahrung, der Artikel wird ja sehr häufig gelesen.

  18. Andy schreibt:

    Hallo Matze, warst du schon mal im Hypermarché Auchan in Illkirch-Graffenstaden südlich von Straßburg? Das scheint ja auch ein ganz großer der Hypermarchés sein. Ich würde da mal gerne hinfahren und mich umsehen bzw. etwas einkaufen. Kann man da eigentlich mit der normalen EC-Karte bezahlen?

    LG

    Andy

    • Matze schreibt:

      Nein, da war ich noch nicht. Also wir sind dicht daran vorbeigefahren, aber dann doch zum „Grand Frais“ in Fegersheim gegangen, weil wir mal etwas ganz anderes ausprobieren wollten. Aber groß ist der Auchan in Illkirch auf jeden Fall ;). Mit der EC-Karte bin ich mir nie ganz sicher. In letzter Zeit ging es in vielen Supermärkten, aber ich musste in manchen auch die Kreditkarte zücken. Ganz merkwürdig, kam mir auch nicht gerade besonders systematisch vor. In jedem Fall gibt es (bislang ohne Ausnahme) immer einen EC-Automaten am Hypermarché, Du könntest also zur Not Bargeld abheben, wenn Du keine Kreditkarte hast und die EC-Karte an der Kasse nicht funktioniert.

      Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich vor einigen Jahren mal mit 10 € im Portemonnaie nach Belgien in den Supermarkt gefahren bin und dann kein Geldautomat da war. Ich bin dann mit einer Spekulatius-Schokolade wieder raus ;). Sowas passiert einem heututage zum Glück nicht mehr… Viel Spaß auf jeden Fall!

  19. Christian schreibt:

    Hallo ich war auch schon in ein paar Carrefpur merken in Frankreich und vergleiche dies sehr mit den deutschen real Märkten. Obwohl die Verkaufsfläche bei den französischen Carrefour Märkten sehr groß ist gefallen mir die deutschen SB Warenhäuser wie real meist besser. Zum einen finde ich dort die Aufteilung viel schöner. Die Kühlabteilung ist da meist ganz hinten und nicht direkt vor der Kasse wie bei den franzöischen Carrefour Märkten. Außerdem sind bei den deutschen real Märkten die Regale nicht so hoch und die einzelnen Bereiche besser voneinander abgetrennt. Dadurch sind real Märkte zum Einkaufen einfach viel gemütlicher und haben nicht den kalten unpersönlichen Hallencharakter wie bei Carrefour. Schön sind allerdings die Carrefpur Planet Märkte. Dort sind ähnlich wie bei den deutschen Real Märkten auch die Bereiche voneinander abgetrennt. Davon gibt es in Frankreich allerdings nur 9 Märkte. Wenn man dies mit der Anzahl der deutschen Real Märkte vergleicht, wo man gemütlich einkaufen kann, ist dies sehr wenig. Bei der Asuwahl an Produkten kann ich leider nicht mitreden, da ich im Uralub nicht so viel einkaufe. Ich lege halt sehr viel Wert auf die Innengestaltung und da sind die deutschen real oder Marktkauf Märkte meist klar im Vorteil.

    • Matze schreibt:

      Ich gebe Dir vollkommen recht, dass die Carrefours, Auchans und wie sie alle heißen im Allgemeinen riesige und hässliche Kästen sind. Der „Carrefour Planet“, der ja an sich auch nur ein umgebauter „normaler“ Carrefour ist, hatte mir auch viel besser gefallen, insbesondere die farbliche und räumliche Gestaltung.

      Soweit ich weiß, ist der nächste „Carrefour Planet“ von Deutschland aus (okay, von NRW aus…) in Lüttich, genauer gesagt in Herstal direkt an der Autobahn. Lässt sich jedenfalls gut erreichen. Aber so richtig schön fand ich auch den nicht.

      Da ich allerdings selten in solchen Hypermärkten nur Regale anschaue, sondern auch etwas zu essen kaufe, äh, tja, was soll ich da zu Real oder Marktkauf sagen? Meinetwegen liegen die bei der Auswahl des Klopapiers vorn, aber wenn es um Essen und Trinken allgemein geht (von ein paar Ausnahmen mal abgesehen), bin ich sehr unglücklich darüber, in Deutschland zu wohnen und nicht in Frankreich…

      • SMITH Iris schreibt:

        Dein letzter Satz, sagt genau das was ich auch fühle. Und die Vielseitigkeit der Essensprodukte fehlen mir sehr. Bin schon dabei Pläne zu machen um wieder nach Frankreich umzuziehen. Vielleicht klappt es ja doch noch?! Selbst mit 70 traue ich mir das nochmal zu! Nicht umsonst heißt es ja: „Leben wie Gott in Frankreich“ und der Franzose liebt eben ‚Essen‘ über alles. Er kann sich glücklich nennen direkt von einer so großen Klima-Bandbreite profitieren zu können. – Also ‚Bon appetit‘ !

  20. Christian schreibt:

    Ich war gestern beim ehemaligen Carrefour Planet in Lille Wasquehal. Dieser hat mir schon sehr gut gefallen. Dies war der erste französische Hypermarche, in dem ich mich richtig wohl gefühlt habe. Die belgischen Carrefour Märkte sind glaube ich allerdings nicht so groß, wie die franzäischen. Trotzdem danke für den Tipp. Von den Carrefour Planet Märkten gibt es in Frankreich leider nur 9. Weißt du vielleicht sonst noch einen Carrefour in Frankreich, welcher nicht so ne hässliche Halle ist?
    Wie gesagt, ich stehe beim Einkauf nicht so auf große Auswahl. Ich kaufe immer nur das nötigste zum Leben. Daher bin ich froh in Deutschland zu wohnen und in den gemütlichen real Märkten und Marktkauf Märkten einkaufen zu können. Da macht Einkaufen gleich viel mehr Spaß. Die 9 Carrefour Planet Märkte bleiben in Frankreich da wohl die große Ausnahme, wenn es um eine schöne Einkaufsatmosphäre geht.

    • Matze schreibt:

      Was die bisherigen Hypers angeht, haben die sicher nur sehr selten auf eine schöne Einkaufsatmosphäre geachtet. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das in den nächsten Jahren ändern MUSS, weil die Tendenz im Moment gar nicht mehr in Richtung Gigant-Hallen geht.

      Einen Markt, den ich selbst noch nicht kenne, auf den ich aber sehr gespannt bin, ist der „Auchan Coeur de Nature“ in Brétigny-sur-Orge südlich von Paris. Da sieht der Eingangsbereich schon mal völlig anders aus, die Produktauswahl ist auch eine ganz andere – und da nehme ich doch an, dass man sich bei der Einkaufsatmosphäre ebenfalls entsprechende Gedanken gemacht hat.

  21. Matze schreibt:

    Kleine Ergänzung: was ich gerade noch gefunden habe, ist diese Seite (http://www.rayon-boissons.com/Magasins-en-images), auf der etliche Hypers und Supers in Frankreich in Bildern vorgestellt werden. Okay, es handelt sich um ein Fachmagazin für Getränke in der Grande Distribution, es sind also mehr Weinregale als Fischtheken abgebildet, aber man kann sich trotzdem einen guten Überblick über die Neueröffnungen verschaffen.

    • Christian schreibt:

      Vielen Dank für deine links. So richtig haben mir davon allerdings nur die Carrefour Planet Märkte gefallen. Trotzdem sind die Bilder sehr anschaulich. Daher nochmals vielen lieben Dank !!! Nun habe ich eine weitere Frage. Du meintest ja, dass sich der größte Carrefour mit 25. 000 Quadratmetern in Villiers-en-Bière befindet. Ist dieser Carrefour eher schön oder eher hässlich? Inwieweit unterscheidet sich dieser von den anderen?

  22. Richard schreibt:

    Danke für diese super interessante Aufstellung. Tolle Arbeit!

  23. Tina schreibt:

    Mit elsässischen Lebensmittelgeschäften kenne ich mich nicht aus, ich war noch nie in einem. Aber ich lebe in Südbaden an der Grenze zum Elsass und die hiesigen Supermärkte sind immer brechend voll – hauptsächlich mit elsässischen Kunden! Ich frage mich warum, wenn die elsässischen Geschäfte doch angeblich so toll sind …

    • Matze schreibt:

      Wenn Du mich fragst, gibt es dafür zwei Gründe: 1. Allgemein die Preise in deutschen Discountern und 2. bestimmte Segmente (Drogeriewaren z.B.), bei denen Frankreich schlechter aufgestellt ist.

    • Martin schreibt:

      Deutsche Discounter sind extrem billig im europäischen Vergleich. Also v. a. für Familien relevant. Qualität und Auswahl sind dafür systembedingt eingeschränkt. Französische Supermärkte brillieren dagegen mit einem sehr breiten und vielfältigem (bzgl. Qualität) Angebot.

  24. Pingback: Meine Tipps für’s Elsass und den Lebensmitteleinkauf in Frankreich : Coconut & Vanilla

  25. jhnnsckrt@gmail.com schreibt:

    Hey, toller Artikel!
    Weiss jemand ob die Supermärkte in der Nähe von Strasbourg auch Sonntags geöffnet haben?

    • Matze schreibt:

      Ja, aber 😉

      Die Hypers sind sonntags immer geschlossen, die „Supers“ haben teilweise vormittags geöffnet. Geh mal zum Beispiel auf die Carrefour-Seite (http://www.carrefour.fr/magasin#) und klicke dann in der linken Spalte unter „par ouverture exceptionelle“ „ouvert le dimanche“ an. Dann öffnet sich eine Karte, und Du kannst auf Dein bevorzugtes Gebiet reinzoomen. In Strasbourg und Umgebung gibt es 20 Carrefours, die sonntags von 9 bis 12 Uhr geöffnet haben. Aber wie gesagt, das sind die Kleinen mit einer entsprechend geringeren Auswahl…

  26. Hans schreibt:

    Ganz toller Bericht! Und alles stimmt. Ich besuche 2-3 Mal pro Jahr den E.Leclerc und die Cora. Wobei die Cora das Non-Plus-Ultra für mich ist.

  27. jkr schreibt:

    ich finde im Elsass keinen einzigen Supermarkt der am Sonntag geoeffnet hat!!!

    • Matze schreibt:

      Das ist eine Frage der Definition 😉 . Es gibt im Elsass (eingeschlossen glaube ich noch der grenznahe Jura-Bereich zur Schweiz und das nördliche Lothringen) Sonderbestimmungen, die mir ein wenig so vorkommen, als hätten alle deutschen und schweizerischen Supermärkte Geld zusammengekratzt, um die Franzosen dafür zu bezahlen, dass sie ihre großen grenznahen Supermärkte am Sonntag nicht öffnen. Den ersten größeren gibt es in den Vogesen hinter der Grenze zum Elsass. Ansonsten, da hast Du Recht, nur die Kategorie Carrefour Express / Carrefour Contact. Allerdings sind das kleine …Supermärkte, denn was sollte es sonst sein? 🙂

  28. Peter Collignon schreibt:

    Wir sind 6 Wochen im Jahr in der Hochprovence, Wir kaufen fast alles auf den Märkten der Umgebung. Es gibt in unserem Dorf einen Tante Emma Laden – dort kaufen wir auch. Den Hyper U im Nachbarort und den Intermarché einen Ort weiter besuchen wir seltener. Es stimmt aber generell ist die Auswahl in den Supermärkten ist größer als in Deutschland. Es gibt dort aber auch schon Aldi und Lidl.

  29. Pingback: Ein paar gut gemeinte Verhaltensregeln… | Chez Matze

  30. Sandra Weidauer schreibt:

    Danke für den informativen Artikel.
    Irgendwie stehe ich gerade auf der Leitung, ich kann den neuen Artikel nicht finden. Hilfe?

    • Matze schreibt:

      Nein, Du stehst nicht auf der Leitung, ich habe den neuen Artikel nämlich gar nicht geschrieben 😉

      Ich hatte in Frankreich hin- und herüberlegt, was ich denn wirklich Neues präsentieren wollte. Klar, es gibt ein paar neue Player wie Grand Frais oder auch Dia und Colruyt, die sozusagen über die Grenzen geschwappt sind und die ich damals nicht präsentiert hatte. Klar, es gibt das Segment mit Lidl, Aldi, Netto, Leader Price, was sicher für diejenigen interessant ist, die auch in Deutschland beim Discounter kaufen und die jetzt wissen wollen, welche Unterschiede es in Preis und Sortiment gibt (große natürlich). Klar, es gibt auch die Tendenz, von den ganz riesigen Märkten wegzukommen mit langen Wegen und langen Kassenschlangen. Und dann gibt es die Tendenz der Bio-Supermärkte, über die ich ja tatsächlich einen relativ aktuellen Artikel geschrieben habe: https://chezmatze.wordpress.com/2016/05/30/was-kaufe-ich-im-bio-supermarkt-in-frankreich/ Da passiert nämlich von der individuellen Produktqualität her im Moment das Meiste… Ansonsten sind meine Favoriten im Moment U und Intermarché, wegen der Franchise-mäßigen Einlistungen, die regionale Produkte eher ermöglichen. Und dann natürlich doch die Wochenmärkte, denn auf denen hatte ich diesmal tatsächlich (als Selbstkoch) am meisten eingekauft. [Und dann, ganz ehrlich, habe ich mir auch gedacht, dass eine echte Markt- und Tendenzenanalyse natürlich eher ein Bezahlartikel für die Fachinteressierten ist. Schande über Blogger Matze, deshalb auch in eckigen Klammern 😉 ]

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