Wie naturnah kann Wein sein?

Reden wir nicht um den heißen Brei herum: Der konventionelle Weinbau birgt für den Winzer erhöhte gesundheitliche Risiken. Nicht unbedingt, weil der Sitz im Schlepper so schlecht gepolstert ist, dass das Steißbein in Mitleidenschaft gezogen wird. Gut, meinetwegen, auch das ist möglich. Aber zentral geht es um die diversen giftigen Mittelchen, mit denen er glaubt umgehen zu müssen und die er in seinem Weinberg ausbringt. Als ich vor einiger Zeit auf dem schönen Rotweinwanderweg an der Ahr unterwegs war, habe ich den Hubschrauber kreisen und die Steillagen mit irgendeiner Spritzbrühe einstäuben sehen. Danach sollte man zwei Tage lang eigentlich nicht in den Weinberg gehen.

Obstbau und Weinbau sind die beiden mit Abstand größten Gifteinsetzer in der Landwirtschaft. Kein Raps-, Mais- oder Weizenfeld erreicht eine auch nur annähernd so hohe Intensität der Belastung mit Pflanzen“schutz“mitteln wie diese beiden. Die romantische Vorstellung, durch den Weinberg zu streifen oder gar dort zu übernachten, könnte bei empfindlichen Naturen einen juckenden Ausschlag zur Folge haben, der mit Mückenstichen nichts zu tun hat. Und dass es sich hier nicht um irgendwelche Ammenmärchen handelt, werden viele Winzer bestätigen können, die beim Hantieren mit den „rebpflegenden“ Mitteln schon einmal ein wenig unvorsichtig gewesen sind.

Wollen wir so etwas? Ich sage aus meiner ganz subjektiven Sicht: Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, ohne dass wir auf den Weinbau ganz verzichten müssen, nein, dann will ich so etwas nicht.

Häufiger bin ich mit anderen Weinfreundinnen und Weinfreunden schon in die Diskussion darüber gekommen, ob man Wein denn nun eher als ein Natur- oder eher als ein Kulturprodukt bezeichnen kann. Wenn man nach der reinen Lehre geht, trifft das eine sicherlich genauso wenig zu wie das andere. Ohne die Natur würde nichts wachsen und gedeihen. Oder nein, es ist sogar deshalb Natur, weil es wächst und gedeiht. Andererseits wird Wein nicht aus wild im Wald wachsenden Reben gekeltert. Und selbst wenn es so sein sollte, ist das Keltern und Bereiten an sich ja bereits ein kultureller Akt. Prinzipiell ist es also müßig, an dieser Stelle Extrempositionen einzunehmen. Aber konventioneller Weinbau und moderne Kellertechnik lassen sicher das Produkt eher in die (technisch orientierte) Kultur- als in die (wachsende und gedeihende) Naturrichtung rutschen.

Was wäre aber, wenn wir die beeinflussende Wirkung unsererseits ein wenig eindämmen würden? Käme dann immer noch Wein dabei heraus? Trauben könnten jedenfalls auch völlig unbehandelt wachsen. Mit großen Einbußen, sicher, zumal als Monokultur. Aber rein theoretisch wäre es möglich, was beispielsweise die komplett unbehandelten Weinreben im Garten meiner Eltern zeigen. Nehmen wir an, es handelte sich dabei um einen wurzelechten Heunisch, um das Argument der Behandlung qua Züchtung und Pfropfung wegzuwischen. Trauben können also auch so wachsen. Aber was passiert im Keller?

Hier muss natürlich irgendwie eingegriffen werden, allein durch die Ernte, den Transport, das Pressen, das Lagern. Gären kann Traubensaft dagegen prinzipiell von allein, entsprechende Hefen sollten bei unserer selbst gewählten Anbaumethode eigentlich vorhanden sein. Nehmen wir weiter an, dass wir im Keller so aufmerksam handeln, dass unerwünschte Bakterien und Pilze dank sauberer Hände und Behältnisse nicht die Oberhand gewinnen. Mit dem gärenden Most hingegen stellen wir ansonsten nichts an, und wir fügen auch nichts dazu. Was kommt dabei heraus? Möglicherweise etwas ähnliches wie die trübbraune Brühe, die mein Vater in einem Jahr in seinen Glasballons im Keller gezogen hat. Dass er beim Umbauen aus Versehen einen dieser Ballons hat fallen lassen, dass sich die Brühe im Handumdrehen im ganzen Keller verteilt hat, dass man das noch Wochen später im Haus riechen konnte, und dass meine Mutter sich veranlasst fühlte, mit einer gewissen Entschiedenheit vorzuschlagen, diese Spinnereien doch wenn möglich im nächsten Jahr zu unterlassen – das ist eine ganz andere Geschichte. Dennoch war das dabei herausgekommene Getränk der Beweis dafür, dass es prinzipiell funktionieren kann.

Wie schmeckt nun ein solches unfiltriertes, ungeschwefeltes, zusatzstofffreies und in bestimmtem Maße oxidiertes Getränk? Zweifellos nach vergorenem Traubensaft, aber auch ein wenig nach flüchtiger Säure und ziemlich schnell nach leichtem Essig. Im Grunde genommen also gar nicht so extrem anders als manche Weine, die in Frankreich als „Vins Naturels“ oder in Italien als „Vini Veri“ von jungen urbanen Hipstern in unkonventionellen Großstadt-Bars getrunken werden. Aber wollen wir das, und ist das der Weisheit letzter Schluss?

Ein solches Thema – das muss ich ganz klar sagen – möchte ich nur mit Weininteressierten diskutieren, die open-minded sind und prinzipiell Zweifel zulassen. Zum Glück kenne ich ein paar davon. Aber auch da gehen die Einschätzungen natürlich auseinander. Marqueee von „Allem Anfang…“ hält zum Beispiel die Bereitung von „Vins Naturels“ für so risikoreich, dass man im Durchschnitt nur einen von zehn Weinen wirklich genießen kann, und das geht nicht. Surk-ki von der „Vincaillerie“ hingegen findet, dass Genuss ja eine Frage der Geschmackssozialisation sei und man deshalb auch ein anderes Profil erlernen könne; die Weine seien halt lebendig.

Ich stehe so ein bisschen dazwischen. Ich habe mittlerweile einen ganzen Haufen unfiltrierter, ungeschwefelter und auch sonst weitgehend unbehandelter Weine getrunken. Auch wenn ich die Naturnähe sehr schätze, muss ich dennoch konstatieren, dass die allermeisten von ihnen – Geschmacksprofil hin oder her – mindestens einen Weinfehler aufwiesen, die auch super Open Minds nicht als „Charakteristik“ durchgehen lassen können.

Aber ich beginne zu zweifeln. Neulich hatte ich nämlich den „Coccigrues“ 2007 von Yannick Pelletier im Glas, einen astreinen „Vin Naturel“ aus dem Languedoc. Saint-Chinian, Schieferböden, 90% Grenache, 10% Carignan, 18 €, was wenig ist verglichen mit Winzern, deren Namen man mitbezahlen muss, aber viel für einen Winzer, den keiner kennt. Dieser Wein hatte alle Attribute eines klassischen, hochwertigen, wenngleich natürlich leicht wilden Saint-Chinian: dunkle Beeren, Schieferstinker, saftig, tief, mit schöner Frucht und noch kräftigem Tannin, das sich aber gut einzubinden beginnt. Minimal flüchtige Säure, aber das haben sehr viele der unfiltrierten Roten. Und das soll ein sogenannter „zéro-zéro“ sein, ein völlig unbehandelter, ungeschwefelter Wein? Der Winzer sagt es, und ich habe keinen Grund, ihm nicht zu glauben. Ist das nun die eine großartige Flasche, die neben den zehn verdorbenen steht? Hm, in diesem Fall sieht die Quote sicher weitaus günstiger aus.

Vielmehr denke ich, dass noch viel zu wenige wirklich hochkarätige Winzer (wie Yannick Pelletier offenbar einer ist) sich an die Herstellung derart fragiler Tropfen gemacht haben. Was gibt es da auch nicht alles zu beachten? Absolut gesundes Lesegut, schneller Transport, schnelle Verarbeitung, saubere Bedingungen, Fass immer voll, damit’s nicht oxidiert, gar unter Vakuumbedingungen abgefüllt, Schrauber oder Kronkork drauf, niemals nie in der Sonne stehen lassen, weder auf dem Hof, noch beim Transport, noch beim Händler, noch beim Kunden.

Oft wird gesagt, dass es ohne Schwefel garantiert nicht gehen würde. Aber was macht Schwefel respektive SO₂ denn anderes als zu desinfizieren und zu konservieren? Ich bin nun wahrhaftig niemand, der den Schwefel verteufelt (sic!), aber ich habe den Verdacht, dass man Infektionsgefahr und vorzeitige Oxidation auch mit extremer Umsicht in den Griff bekommen könnte.

Was mich nämlich stutzig macht bei den Leuten, die immer behaupten, dass alles mögliche „nicht ginge“: In Deutschland gibt es bislang keinen einzigen Winzer, der einen komplett unbehandelten Wein auch nur in Ansätzen versucht hätte. Kühns Amphore ist da vermutlich noch am nähesten dran. Gut, das Klima im Languedoc ist fraglos vorteilhafter als im Maindreieck, aber auch in Jura, Elsass oder Champagne gibt es solche Winzer, und die haben nicht mehr Sonnenstunden. Warum ist also niemand unter den Tausenden, die hierzulande Wein bereiten, neugierig genug, die Limits auszuloten? Einer, der vielleicht auch ein wenig Geld in der Hinterhand hat, um Risiken einzugehen und verschiedene Varianten zu testen? Der nicht immer nur alles glaubt, was in den einschlägigen Büchern steht oder der Dozent an der Weinbauschule erzählt?

Und das wäre wahrhaftig keine weltfremde Spinnerei. Ich wage nämlich etwas zu behaupten: In dieser Welt, von der wir uns irgendwie peu à peu entfremden, indem wir immer abstraktere Berufe ausüben, immer mehr vor Bildschirmen hocken (hm…), immer komplexere Beziehungsgeflechte eingehen, in der die Kinder nicht mehr wissen, was ein Mauersegler ist, in dieser Welt wird uns spätestens in zehn Jahren eine gewaltige „back to the roots“-Bewegung erfassen. Es wird auch eine starke andere Bewegung geben, diejenige der ewigen Schnäppchenjäger und Ist-mir-doch-wurscht-Trinker und -Esser, denen das unglaublichste technische Zeug vorgesetzt wird. Gerade die kleinen Hersteller werden aber auf der Natur-Welle mitsegeln müssen, um nicht überrollt zu werden, denn Aromabrause wird woanders billiger hergestellt, dafür braucht es keine europäischen Winzer mehr.

So, Ende der Weissagung, jetzt dürft Ihr mich einen Narren nennen oder mir beipflichten. Jedenfalls habe ich mir die Diskussion zu Herzen genommen, die Dirk Würtz (unter tatkräftiger Mithilfe von Werner Elflein) dankenswerterweise hier angestoßen hat. Kein „Boulevard-Blabla“, sondern eine Meinung. Lese ich selbst nämlich auch viel lieber.

Aber eins würde mich besonders interessieren: Kennt Ihr einen Winzer in Deutschland, und sei er noch so klein, der sich schon mit solchen Experimenten beschäftigt? Den würde ich nämlich sofort besuchen.

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34 Antworten zu Wie naturnah kann Wein sein?

  1. katha schreibt:

    danke. sehr interessante überlegungen, vor allem, was den mut und den willen der winzer/innen betrifft, auch einfach mal auszuprobieren, was geht – und wie weit.
    wir haben im mai in paris in insgesamt drei neo-bistros die erfahrung gemacht, dass viele der vins naturels solo ganz eigenartig schmeckten (fehltöne wage ich nicht zu beurteilen, dazu kenne ich mich viel zu wenig aus), aber zum essen durchwegs offenbarungen waren, die uns mit weinen der herkömmlichen (jüngeren) stilistik nur ganz selten passiern. und wir uns nach reichlich weingenuss selten so gut gefühlt haben. subjektiv, klar, aber es war auffällig.
    in österreich gibt’s ein paar davon, die gruppe rund um sepp muster z. b. – aber wie weit die gehen, könnte ich jetzt nicht zweifelsfrei beurteilen. einfach nachfragen.
    http://www.weingutmuster.com/
    http://www.schmecke-das-leben.at/

    • chezmatze schreibt:

      Stimme Dir absolut zu. Auch ich war ehrlich gesagt verblüfft, wie gut mir (und den anderen ging’s genauso) die Vins Naturels bekommen sind. Vielleicht tatsächlich eine Frage der Zusatzstoffe, wer weiß.

      Die meisten Vins Naturels-Winzer arbeiten mit der „macération carbonique“, und das nicht nur, weil das „schonender“ für die Trauben ist, wie die Winzer bemerken. Sondern weil sie kein Geld haben, von der Hand in den Mund leben und die Dinger möglichst schnell trinkbar auf den Markt werfen müssen. Dieser eigenartige Geschmack wie Himbeer-Traubenzucker mit Kohlensäure (nebst den paar Unsauberkeits-Fehltönen) hat mich bislang auch oft gestört; ich glaube, das ist auch eine Folge der Kellertechnik. Aber es stimmt, beim Essen ist das wie mit Lambrusco, nur auf einem natürlicheren Level. Muss aber herzhaftes Essen sein, finde ich.

      Und was die Gruppe um Sepp Muster anbelangt, die sind schon relativ weit, soweit ich das weiß. Auf dem Hof war ich allerdings noch nicht. Österreich ist aber eh viel weiter vorn. Da muss man sich nur mal die Demeter-Kellerrichtlinie anschauen, das hat in Deutschland bislang kein Bio-Verband auch nur ansatzweise geschafft…

  2. Bolliskitchen schreibt:

    wir trinken ( und sind sicher schon Teilhaber an den Gütern) seit Jahren diese hier:

    und diesen hier, an den man aber ausserhalb F’s nicht rankommt:
    http://www.bolliskitchen.com/2011/03/apero-gourmand-avec-un-bon-homme-qui.html

  3. Eline schreibt:

    In den Weinbergen von Südtirol bin ich bei einer Rennradtour in Kaltern fasst kollabiert, weil neben der Strasse in den Weinbergen so viel gespritzt wurde.
    Ich vermisse in deiner interessanten Analyse Bio-Weinbau. Das sind für mich ein vernünftiger Mittelweg, der die Natur weitgehend schont und trotzdem gut schmeckenden Weine hervorbringen kann. Kupfer und Schwefel werden zwar eingesetzt, aber sonst geht es eindeutig ökologischer zu als im konventionellen Weinbau.
    „Naturweine“ schmecken mir ganz selten gut. Wenn, dann war es ein Zufall und ein anderer Jahrgang des gleichen Weines schmeckte katastrophal.

    • chezmatze schreibt:

      Ja, Bio-Anbau ist ein Thema für sich. Das hätte den eh wieder viel zu langen Artikel noch verdoppelt 😉 Ich bin auch der Meinung, dass sich da sehr viel getan hat und dass das in den Weingärten sich auch schon eindeutig auszahlt.

      Im Keller sieht’s dann aber meist anders aus, und nicht bei wenigen habe ich das Gefühl, das Bio-Label ist denen wichtiger als eine „ganzheitliche“ Philosophie. Die würde nämlich beinhalten, auch beim „Machen“ des Weins auf einige der konventionellen Techniken zu verzichten. Das ist im Moment noch oft Kraut und Rüben, wie’s mir scheint. Und die allermeisten Bio-Verbände scheinen nicht das rechte Interesse zu haben, dieses Gewirr aufzulösen. Aber da werd ich thematisch auch noch mal rangehen.

      Das mit den katastrophal variablen „Naturweinen“ sieht Marqueee ja genauso. Aber warum ist das so? Weil’s nicht anders geht, oder weil halt doch irgendwelche Fehler gemacht wurden? Jetzt muss ich mir natürlich den 2008er Coccigrues von Pelletier besorgen. Natürlich immer noch ein viel zu geringes Sample, um eine valide Aussage treffen zu können. Aber wenn der genauso gut und „sauber“ ist…

  4. Christoph Raffelt schreibt:

    Anbei zunächst ein Link auf die Seite von Mats Rudolph, einem dänischen Weinkenner, der eine sehr schöne Bibel der Champagnerwinzer geschrieben hat:
    http://gastropean.blogspot.com/2011/06/natural-wine-outlines-of-definition.html

    @Eline Für die Naturweine gilt eigentlich das Prinzip, dass sie auch ohne Herbizide und Pestizide hergestellt werden, deshalb hat Matze das wohl nicht gesondert erwähnt. Letztlich gibt es das Problem, dass eben vor allem Kupfer eingesetzt wird. Und zwar kein Kupfer mehr, wie er früher in Kupferminen abgebaut wurde, also in gewissem Masse ein Naturprodukt, sondern chemisch hergestellter Kupfer. Und der muss, je nach klimatischen Bedingungen, in ziemlich großem Ausmaß eingesetzt werden, was nachvollziehbarer Weise vielen Winzern, die eigentlich von Herzen biologisch nachhaltig arbeiten seit langem ein Dorn im Auge ist, denn der Boden wird natürlich damit angereichert und das kann letztlich nicht gut sein. Ich kenne Winzer, die mit einer homöpathischen Entsprechung von Kupfer, also praktisch mit der Information von Kupfer experimentieren. Aber da spalten sich natürlich die Geister denn da wird es esoterisch.

    @Chematze Ich finde es jedenfalls gut, wir hatten es ja bei Marqueee nur kurz angerissen, das Thema mal zu diskutieren. Für mich waren es die Erfahrungen, die ich als Kind in den Wein- und Obstbauplantagen am Bodensee gemacht habe. Ich bin da immer in den Ferien gewesen und durch die Meersburger Sängerhalde gelaufen. Da wurde gespritzt bis der Arzt kam. Unglaublich! Und es hat keinen interessiert. Heute sind praktisch alle Winzer, die damals dort so exzessiv gespritzt haben tot, früh verstorben. Die anderen haben Gicht. Auch in Rheinhessen kenne ich ganz viele Winzer, deren Väter früh gestorben sind. Die Alten wollen natürlich keinen Zusammenhang sehen, das Thema Chemie ist da immer totgeschwiegen worden. Aber ich finde den Zusammenhang mehr als offensichtlich.

    Also ich glaube ja, dass man durchaus stabil Naturweine voller Kraft und Finesse hinbekommt. Ich habe auf der Prowein länger mit Elisabetta Foradori gesprochen. Ihre Amphorenweine finde ich über alle Zweifel erhaben und soweit ich das beurteilen kann, sind sie insgesamt ausgesprochen stabil, zumindest habe ich bisher nicht gehört, dass es ein Vabanque-Spiele wäre, mal auf eine gute Flasche zu treffen. In diesen Weinen ist jedenfalls kein Schwefel drin, der Wein wird komplett bis zur Abfüllung unter den Schalen gelassen und ist ihrer Aussage nach stabil genug. Sie selbst geht davon aus, dass dies neben penibler Sauberkeit vor allem daran liegt, dass die Weinberge jetzt so lange biodynamisch bewirtschaftet worden sind, dass die Reben so robust und „energetisch kraftvoll“ sind, dass man sie für den Amphorenausbau nutzen kann. wie die Weine jetzt altern werden, werden wir sehen. Zumindest hat sie sich getraut und kann schön viel Geld in die Hand genommen um viele Jahre zu experimentieren. Und diese Frau hat ja durchaus einen Ruf zu verlieren. In Deutschland kenne ich bisher tatsächlich auch niemanden. So viel erst einmal. To be continued.

  5. Christoph Raffelt schreibt:

    Ach ja, und zu der Aussage, die ich immer wieder höre, Rückstände des Pflanzenschutzes wären im Wein ja gar nicht nachweisbar, lese ich ebenfalls beispelsweise bei Mats Rudolf das Ergebnis einer Analyse des Pestizid Action Networks, die 34 konventionell hergestellte Weine unterschiedlicher Preislage (bis zum 200€ Wein) untersucht haben und in diesen 34 Flaschen insgesamt 148 verschiedene Pestizidreste gefunden haben. Da findet man zum Beispiel die Konzentration von 0,1 Milligram eines Anti-Pilzmittels namens Folpel, was im Trinkwasser nur in einer Menge von 0,1 Mikrogramm vorkommen darf. Dazu gab es dann Cocktails von:
    Tébufénoside, Azoxystrobine, Diméthomorphe, Phtalimide, Denamidone metabolite, Cyprodinil
    Fludioxonil, Fosforsyre, 3,5 DCA, Pyrimethanil, Thirame, Fenhexamide, Iprodione, Procymidone, Phtalimide, Quinalphos

    die Quelle ist die Folgende, ich werde sie mal verifizieren: http://gastropean.blogspot.com/search/label/naturlig%20vin

    • chezmatze schreibt:

      Danke für den Link! Uffuff, das ist ein bedenkliches Ergebnis. Lustigerweise habe ich vor einiger Zeit eine andere Untersuchung gefunden, in der „keine nachweisbaren gesundheitsbedenklichen Spuren“ von Pestiziden gemessen wurden. Untersucht wurden ebenfalls Weine aus konventionellem Anbau, Schwerpunkt Bordeaux, glaube ich. Naja, das Ergebnis (und vor allem die Interpretation dessen) hängt halt immer ein wenig davon ab, wer eine solche Studie in Auftrag gibt…

  6. Christoph Raffelt schreibt:

    Oh sorry. Das ist irgendwie unkoordiniert, aber jetzt habe ich den Link zu der Untersuchung gefunden: http://www.pan-europe.info/Resources/Briefings/Message_in_a_Bottle.pdf

  7. Alex schreibt:

    Habe in letzter Zeit auch einige „Vins Naturel“ getrunken. Coccigrues 2006 war mit Abstand der beste bisher, 2007 habe ich zwar schon im Keller aber noch nicht probiert. Der einzige von dem ich mehrere Flaschen getrunken habe ist der La Luce von Le Bout du Monde (auch ein sehr guter Wein), Flaschenvarianz konnte ich dabei keine feststellen.

    Ich kann in jedem Fall mit unterschreiben, dass die Weine fast alle einen sehr guten Trinkfluss haben und auch bekömmlich sind – aber mit der Bekömmlichkeit habe ich auch bei einem guten Bordeaux keine Probleme. Die guten Weine wie die von Pelletier (der L’engoulevent ist auch lecker) sind auch ihr Geld wert. Bei einigen anderen sehe ich da schon eine gewisse Lücke zwischen finanziellem Anspruch und qualitativer Wirklichkeit…

    @matze: Ich kann mich wegen der Pestizidbelastung auch an eine Studie erinnern, ich glaube das war in einer RVF vom letzten Jahr…

    • chezmatze schreibt:

      Ja genau, in der RVF war der Artikel. Hatte mich damals ein wenig gewundert, gerade weil in der Zeitschrift oder auch im Guide Vert ja ansonsten in letzter Zeit die Winzer stark gepusht werden, die einen weniger industriellen Ansatz haben. Ich kann mich auch an den guten Artikel von Sylvie Augereau erinnern, in dem sie die „Biowinzer“ in vier verschiedene Typen teilte – vom gedanklichen Ansatz her.

      Den Engoulevent fand ich auch gut, ein kleines bisschen hinter dem Coccigrues, aber noch weit vor vielen anderen. Den 2007er Coccigrues hätte ich auch noch im Keller, wenn nicht Freunde von mir unbedingt wissen wollten, wie denn so ein Wein schmeckt… Aber den kann ich ja nachkaufen.

      Feinen neuen Blog habt Ihr da übrigens gestartet. Kannte ich noch gar nicht, will aber nichts heißen. Weil Du so dezent warst, Deine Coccigrues-Notiz nicht selbst zu verlinken, mache ich das einfach mal ;): http://www.betterwine.de/2011/05/19/domaine-yannick-pelletier-coccigrues-2006/

  8. Alex schreibt:

    Hallo Matze,

    ich folge deinem Blog schon eine Weile, da du ab und zu auch etwas über vin naturel schreibst! Freut mich das du die vincaillerie und ihre passionierte Besitzerin in Köln entdeckt hast. Gerade Weine wie der Coccigrues zeigen, das man vin naturel ernst nehmen sollte. Ich finde die Bewegung ist so ein bisschen das, was der Bioweinbau in den 80er war. Wurde auch belächelt und die ersten Ergebnisse waren vielleicht nicht so erfolgsversprechend.

    Warum es das in Deutschland nicht gibt, und ich habe viel gesucht, kann ich auch nicht so recht verstehen. In der Cave d’Insolite hatte ich mal eine Flasche Beurer 2003 „ohne alles“! Nach kurzem Gespräch mit dem Winzer habe ich gerade erfahren das er 2009 wieder soetwas gemacht hat, mit Riesling aus der Amphore. Er ist der einzige mir bekannte Winzer in Deutschland und die Mengen sind natürlich minim. Er machts für sich, weil er Bock drauf hat – thats the spirit!

    Was ich von vin naturel halte kann man hier (http://www.lebendige-weine.de/2011/02/24/interlude-der-glou-glou-faktor/) lesen, muß man aber nicht. Ich fänds in jedem Fall hoch spannend wenn die Diskussion weitergehen würde… vielleicht irgendwann auch mal mit einem Glas Wein in der Hand, natürlich!!!

    Cordialment

    Alexander Zülch

    • chezmatze schreibt:

      Hallo Alex,

      (lustig, zwei verschiedene Alexe fast gleichzeitig zum selben Thema) ich hatte gerade vorgestern mal in Deinem Shop ein bisschen gestöbert. Bist Du der Önologe aus Bochum, von dem Surk-ki mir erzählt hat? Beurer ist ein sehr guter Tipp, vielen Dank. Ich kenne den Gipskeuper und den Schilfsandstein von ihm, beides Rieslinge, die man wirklich in kein gängiges Schema pressen kann. Aber württembergische Weine sind außerhalb des Ländle eh ziemlich unterrepräsentiert.

      Jedenfalls bin ich auch der Meinung, dass sich in dem weinphilosophischen Bereich noch eine Menge tun wird – zumal ich das Gefühl habe, dass es da in Deutschland einen gewissen Nachholbedarf gibt…

      • Alex schreibt:

        … Alexe gibt es überall;-) In diesem Sinne einen Gruß an den anderen Alex! Ja ich wäre dann der Bochumer Jung. Was hälst du vom Shop? Ist noch work in progress! Hab nicht außschließlich vin naturel aber dennoch einen Schwerpunkt, sowie einige biologisch und biodynamisch wirtschaftenden Betrieben die in Deutschland völlig unbekannt sind! Und ja wir haben einen gewissen Nachholbedarf!

        Wenn ich vin naturel sehe, kommt er beim Kunden erstaunlich gut an, es sind Weine die einen unmittelbar angehen, und mit der richtigen Auswahl auch noch extrem glou-glou sind. Die gute Bekömmlichkeit darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, das wir teilweise sehr komplexe Weine vor uns haben. Man muß da halt zwischen einem vin de soif und einem vin de garde unterscheiden.

        Der Herr Beurer wird mir wahrscheinlich bald ein Faßmuster seines Weines zukommen lassen, ich möchte das mit Surk-ki gemeinesam kosten. Wenn es sich ausgeht, würde ich mich freuen man trifft zusammen. Dabei fällt mir noch Niki Mosers Minimal ein ist aus Österreich aber trägt die selbe Philosophie.

        A notre sante

      • chezmatze schreibt:

        Schönes Frankreich-Angebot auf jeden Fall, auch wenn den allermeisten Leuten (auch den Weinkennern) fast alle Namen nicht viel sagen dürften. Ist halt doch noch unbekanntes Terrain. Vor zwei Jahren war ich übrigens selbst auf der Domaine des Sablonnettes und habe mit Joel das ganze Portfolio rauf- und runterprobiert. Hat Spaß gemacht. Mas Mudigliza würde mich persönlich auch interessieren, aber im Roussillon gibt es ja mittlerweile wirklich ein paar sehr interessante neue Sachen. In Deutschland scheint echt noch nicht so viel los zu sein, aber Busch ist klar, Kühn sowieso, Ziereisen vielleicht noch, Axel Koehler, Florian Lauer, naja, da kommt schon langsam was. Niki Moser ist Sepp Moser, oder? Also der Sohn, meine ich. Ein Freund von mir war letztes Jahr auf dem Weingut zu Besuch, hat ihm gut gefallen. Mir fällt als automatische Parallele immer die Lenz-Moser-Millionen-Dynastie ein, ist undankbar, ich weiß…

        Den von Dir angesprochenen Beurer-Wein, also wenn Du den wirklich mit Surk-ki zusammen probieren willst, da wäre ich gern dabei. Können wir ja per Mail verabreden.

  9. Alex schreibt:

    Ja, wir sind überall – auch von mir ein Hallo nach Bochum 🙂

    Ich mag den weinphilosophischen Ansatz bei den Vin Naturels, da ich mir von weniger Winemaking im Umkehrschluss mehr Terroir und Ursprünglichkeit erwarte. Die Gleichung kann auch aufgehen, siehe Pelletier oder Laffitte. Dazu braucht es aber neben der passenden Philospohie auch noch einen sehr guten Winzer mit Erfahrung, der seine entsprechenden Rebanlagen kennt und eben auch über ein interessantes Terroir verfügt. Viele Domaines werden ja auch tatsächlich von idealistischen Amateuren betrieben – aber so hat die Garagiste Bewegung im Bordelais ja auch mal angefangen. Auch wenn die Vins Naturel da natürlich thematisch ein gänzlich anderes Feld besetzen. Ich denke aber, das die Bewegung an sich hilfreich und sogar notwendig ist, und wenn es nur ist, um einen Gegenentwurf zu den überextrahierten, superkonzentrierten, parkerisierten und immer gleicher werdenden Weinmonstern zu haben, von denen man nach einem Glas wirklich satt ist. Und da bin ich bereit, über anfängliche Unzulänglichkeiten und den einen oder anderen Trittbrettfahrer hinwegzusehen, solange man preislich die Kirche im Dorf lässt.

    • chezmatze schreibt:

      Absolute Zustimmung, ganz meine Meinung. Surk-ki meinte vor kurzem ganz schön, sie wolle die Winzer auf ihrem Weg begleiten. Dass da noch längst nicht alles so schmeckt, wie es könnte, ist sicher manchmal auch einer gewissen (ich sag’s ungern) Dilettanterie geschuldet. Oder Ausprobiererei, positiv ausgedrückt. Manche entwickeln sich halt nicht weiter, andere machen riesige Schritte. Was mir im Moment mit am wenigsten gefällt, ich aus der Situation vieler junger vins naturels-Winzer aber natürlich nachvollziehen kann, ist der Zwang zum schnellen Abverkauf. Da kommen Rotweine ganz kurz nach der Ernte auf den Markt, macération carbonique, schnell abgefüllt, schnell verkauft, weil keine Lagerkapazitäten da sind und Geld reinkommen muss, damit man weitermachen kann. Aber so ist das nun mal mit jeglicher Art von Pionieren. Vielleicht entstehen auch nur bei schwierigen Rahmenbedingungen die wirklich genialen Sachen, on the edge sozusagen…

  10. Alex schreibt:

    Ja Lenz Moser hat irgendwie einen… wie soll ich sagen… bitteren Beigeschmack! Aber die Weine von Niki Moser haben eine gänzlich andere Philosophie. Ich arbeite daran. Habe mir gerade heute in mein Logbuch geschrieben: lebendige Weine sind Weine mit HERZ und VERSTAND. In diesem Sinne suche ich beides, die absolute Passion und Kompromisslosigkeit, aber eben auch das Können und das richtige Handwerk. Leute, wie zum Beispiel Thierry Puzelat, die pures non-interventions wine“making“ betreiben, arbeiten sehr selektiv, hygienisch und beobachten zum Beispiel die Hefepopulationen in den Mosten per Mikroskop. Das man nichts macht, heißt ja nicht, dass man sich nicht kümmert. Vielleicht kümmert man sich hier sogar mehr!

    Man muß ja auch sagen das die tendenziell teureren Weine (15€+) zwar das Renomee aufbauen werden, aber dennoch die Trinkweine das Marktgeschehen besser abdecken. (Meine These, was meint Ihr???) Ich mag den vin de soif, das sind für mich die mac cab. lastigen sehr jungen Weine. Das hat einen wirtschaftlichen Benefit für die Produzenten und gibt Ihnen die Möglichkeit in der Spitze an komplexen, hochkarätigen Weinen zu arbeiten/forschen. Beispiel Grange aux belles, hat den total trinkigen „Le Chaussee rouge“ aus Cab.Franc und Grolleau (ist nicht Ihr einfachster Wein!), aber eben auch einen Fragile. Der Fragile zeigt einen extrem hochwertigen, oxidativ ausgebauten Chenin-Stil, der aber gleichzeitig eine absolut pure salzige Frische ausstrahlt. Das ist „on the edge“ und manchmal geht auch was daneben! Das ist Mut und gleichzeitig Risiko der vin naturel Winzer. Der Weinmacher Loic Roure zum Beispiel ist extrem penibel in der Auswahl seiner Weine, die ohne alles sind. Was Ihm nicht 100%ig zusagt, kommt in Bag in Box und wird an befreundete Restaurants verkauft, zum kochen! Ich trinke das aber auch mit meiner Freundin als Altagswein ganz gerne, mit 3€ den Liter. Da lass ich jede Supermarktqualität alt ausehen! Es gilt auch beim vin naturel die Trittbretfahrer von den wahren Künstlern zu unterscheiden.

    Eine sehr schöne Aufgabe, wie ich finde;-)

    Alex

    • chezmatze schreibt:

      Hm, ich würde Deiner These zu (mal nachrechnen) 70% zustimmen 😉 Das mit dem Trinkwein, der das Marktgeschehen besser abdeckt, kann ich sehr nachvollziehen. Die Vins Naturels-Winzer sind im Allgemeinen auch nicht diejenigen, deren Produkte man ihres Namens wegen kauft. Dennoch gibt es meiner Erfahrung nach an der Basis (für mich als jemanden mit einer gewissen, natürlich subjektiven Geschmacksbildung) noch ziemlich viel Ungereimtheiten. Wenn ein mac-carb-Wein allzu sehr nach Himbeer-Traubenzucker schmeckt, dann mag ich ihn nicht, auch wenn er noch so natürlich ist. Ein „vin de soif“ ist für mich ein leichter, animierender und (aber da liegt vielleicht der Punkt) ein bisschen herber Wein, der mich raus aufs Land trägt. Die meisten mac-carb-Weine sind mir in dieser Hinsicht ein bisschen zu weich und süßlich. Ich würde sagen, dass sich prinzipiell herbere Rebsorten wie eben Cabernet franc oder gar die Südwest-Sorten für diese Art der Vinification besser eignen als beispielsweise Grenache oder Cinsault, wie bei den Rhône- und Languedoc-Naturwinzern. Aber Deine selbst auferlegte Aufgabe, die Schätzchen zu finden, ist in der Tat sehr angenehm…

  11. Alex schreibt:

    Vielleicht noch eine Empfehlung, das wäre vielleicht für Alex aus Bochum auch ein potentieller Wein für sein Programm: Peyrat-Fourthon. Bordeaux, arbeitet auch non-interventionistisch, keine Additive, alles sauber. Auch eine relative kleine Produktion (4000 Kisten inkl. Zweitwein). Ist in Deutschland zumindest online nicht wirklich erhältlich, Amis du Vins (jajajaja, ich weiß…) hatte/hat aber den 2005er im Programm. Hammer-Wein, viel Terroir, St. Julien meets Paulliac.Auch so um die 20 Euro Marke verortet, für die gebotene Qualität echt preiswert.

    • chezmatze schreibt:

      Gut, dass Du das ansprichst! Ich selbst muss zugeben, immer noch mit gewissen Vorurteilen belastet zu sein, was Bordeaux und die globale Weinindustrie anbelangt. Dass es in der Region sogar hauptsächlich kleine Winzer gibt, vergisst man dabei leicht. Natürlich ist Bordeaux immer noch die Weinregion in Frankreich mit dem mit Abstand geringsten Anteil an Bio- und sonstwie unkonventionellen Winzern. Aber… einerseits wird ja mit Pontet-Canet mittlerweile auch eines der top-gerateten Weingüter biodynamisch geführt (sicher ein Zugpferd), und andererseits werden in diesem Buch (http://livre.fnac.com/a2992168/Sylvie-Augereau-Carnet-de-vigne-Omnivore) immerhin etwa zehn Andersdenkende aus dem Bordelais porträtiert. Leider ist es ein bisschen weit, um spontan hinzufahren, aber die klassischen Bordeaux-Qualitäten einmal mit einer anderen Philosophie hergestellt, das würde mich auch interessieren. Übrigens bin ich gar kein echter Kölner, weshalb Du sicher mehr darüber weißt, was es mit den „Amis du Vin“ auf sich hat…

  12. Alex schreibt:

    Pontet-Canet ist da sicher ein Zugpferd, wo man seit der Bio-Konversion ja faktisch zu den Premier Crus aufgeschlossen hat. Wobei gerade die jüngeren Jahrgänge stilistisch auch das zeigen, was einen, zumindest mich, am neuen Bordeaux so nervt – die elende Hyperkonzentration – der Holzeinsatz geht bei Pontet noch. Aber wenn der Wein schon mehr nach Crème de Cassis riecht als tatächliche Crème de Cassis, dann ist das für mich too much. Aber gut, spätestens seit 2009 muss man sich über solche Dinge ja keine Gedanken mehr machen, da ist mittlerweile ja jede Relation von Preis zu Genuss verloren gegangen.

    Ich bin übrigens gar kein Kölner, sonder ein echter Trierer Jung! Aber Marco, mit dem ich das Blog zusammen schreibe, wohnt und arbeitet zur Zeit in Köln. Von dem kenne ich die Amis du Vin Geschichten – nichts was man irgendwo posten sollte glaube ich 🙂 Aber falls du mal bei denen aufschlägst und sie noch Peyrat-Fourthon haben, der ist in jedem Fall sein Geld wert.

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