Weinprobe: die schweren Jungs aus dem Priorat

Zusammen mit Christoph, Siggi und Jörg hatte ich am Wochenende die Gelegenheit, eine ganze Reihe von neuen, spannenden Weinen  aus der spanischen „Kultregion“ (muss man ja wohl so sagen) Priorat zu testen. Gab es hier vor etlichen Jahren, als ich meinen ersten Peñín erstanden hatte, erst fünf Winzer, kann man sie jetzt kaum mehr zählen. Allerdings hat die ökonomische Krise Spanien relativ stark heimgesucht, und so klingen die neuesten Berichte aus dem Priorat nur noch gedämpft optimistisch. Dennoch wird Torstens praktisch vollständiger Priorat-Guide jedes Mal umfangreicher.

Mein oberflächlicher Blick sagte mir bislang, dass in dieser Gegend nicht primär multinationale Konzerne investieren, sondern vor allem Newcomer und Quereinsteiger, gern verknüpft mit der innovativen Künstlerszene Barcelonas. Letzteres wiederum hat zur Folge, dass etliche der neuen Mini-Weingüter biologische und biodynamische Methoden anwenden – und das nicht nur auf dem Papier, sondern mit dem Herzen. Es ist halt genauso wie anderswo: Das Gros der „Rückbesinner“ kommt aus urbanen Räumen, wo sich theoretische Diskurse mit dem persönlichen Wunsch vermischen, das offenbar verloren gegangene Paradies wieder zum Leben zu erwecken. Ein ähnliches Phänomen habe ich schon einmal für die Loire-Region in Frankreich beschrieben. Dort läuft es allerdings unter leicht unterschiedlichen Voraussetzungen ab.

Eine dieser unterschiedlichen Voraussetzungen konnte ich bei meinem Priorat-Besuch im letzten September schnell feststellen: Wer hier nicht die Terrassen mit Baustellenraupen präpariert hat, muss ähnlich wie in den Mosel-Steillagen ungeheuer schuften, um Weine überhaupt herstellen zu können. Was die Bodenverhältnisse und die weinbauliche Historie des Gebiets anbelangt, hatte ich seinerzeit ja schon einiges direkt vor Ort geschrieben, weshalb ich mich an dieser Stelle nicht wiederholen möchte. Was ich verblüffend fand: Trotz der großartigen Landschaft und der für den Tourismus wie geschaffenen alten Dörfer hat man außerhalb der Saison sehr schnell das Gefühl, wieder in der kargen und einsamen Bergregion zu sein, die das Priorat vor dem Weinaufschwung lange Jahre über war.

Jetzt aber zu den getesteten Weinen. Alle stammten entweder aus zertifiziert biodynamischem oder in Umstellung begriffenem Weinbau, alle waren sehr jung (weshalb wir sie ja testen wollten), und alle hatte Christoph vorher im Keller doppelt dekantiert, damit sie uns zur Probe nicht gar so unfreundlich gegenüberstehen. Bis auf den Piraten wurden alle Weine offen verkostet, was für die Urteilsfindung aber völlig unerheblich war. Außer dem „Les Terrasses“ hatten wir nämlich keinen dieser Weine jemals vorher getrunken.

Los ging es mit dem Wein Nummer Null, da er nicht zum Prioratprogramm gehörte. Es handelte sich jedoch mitnichten um eine Nullnummer. Marqueee, der an diesem Abend leider verhindert war, hatte uns den Wein zum Probieren mitgegeben. Er sei total verblüfft und begeistert gewesen, aber wir sollten das Ganze richtig streng bewerten und nicht etwa gleich mitjubeln. Worum ging es? Um den roten (!) fruchtsüßen (!) Schaumwein (!) ohne Appellation (!) der Domaine du Fontenay, „Le 7“ genannt. Christoph hat alles schon so umfassend beschrieben, dass ich hier nur noch meine Eindrücke ergänzen möchte: Rosenblätterfarben im Glas, in der Nase nur relativ wenig Frucht, eher krautig-buschig, und vor allem nur eine ganz zarte, süße Erdbeere spürbar und nicht etwa Zuckersirup. Am Gaumen mit einer schönen Perlage, trockenem Gras, Himbeere und Holunderblüte. Auch hier nicht extrem fruchtig und süß, die 9 vol% tun dem Wein gut. Vor dem Ende der Gärung schon in die Flasche gefüllt, hat die Hefe offenbar punktgenaue Arbeit geleistet. Nach einer Weile nimmt der Schaumwein tropischere Noten an, und wir finden übereinstimmend, dass uns das weniger gefällt als der buschig-frische Eindruck zu Anfang. Ein Wein, der unschuldig wirkt, den aber jede/r Weinliebhaber/in probiert haben sollte. Erweitert den Horizont, schmeckt und regt zu Diskussionen an. Hier kann man ihn bestellen. 14 MP.

Als nächstes kredenzte Christoph uns einen Wein, der schon wieder nicht aus dem Priorat stammte. Wein Nummer Null plus sozusagen. Aber heiß war er trotzdem, und ich meine damit nicht die Serviertemperatur. Es handelte sich nämlich um einen Wein aus der Gegend von Sevilla, genauer gesagt den „Ocnos“ 2008 der Colonias de Galeón aus Cazalla de la Sierra, also schon tief im bergigen Hinterland gelegen. 100% Chardonnay, zehn Monate Barriques, 13,5 vol%, so die Eckdaten. In der Nase kommt zunächst ein enormer Stinker, der alles überdeckt, Frucht, Holz, Süße, Rebsorte, einfach alles riecht nach mit Milch eingeriebener Herdplatte. Beim Antrunk merke ich zunächst eine gewisse Süße vom Alkohol an der Zungenspitze. Auch ansonsten ist der Wein ölig, recht breit wirkend, kaum Säure. Nach einer Weile verzieht sich der Nasenstinker etwas, und am Gaumen macht die schiere Viskosität langsam einer gewissen Würze Platz. Dennoch ist das ein Wein, den ich nicht haben muss. Ein ziemlich bräsig im Sessel versunkener Typ ohne Pep. Um die 15 € wahrscheinlich. 12 MP

So, jetzt endlich nach Katalonien, allerdings noch nicht ins Priorat, sondern ins Penedès. Wir bleiben dafür ganz in Weiß mit dem Pärchen Nummer Eins. Beide Protagonisten sind aus 100% Xarel.lo gekeltert worden. Wieso ich einen Punkt mache zwischen Xarel und lo? Das ist, soweit ich weiß, die katalanische Schreibweise, wenn die beiden Ls nicht „j“ oder „lj“, sondern „l“ ausgesprochen werden mit einem ganz langen L. Bin aber kein Linguist. Jedenfalls ist das eine Rebsorte, die wegen ihrer leicht vegetalen Rustikalität gern für Cava verwendet wird. Ich persönlich hatte reinsortig bislang nur eine etwas unerfreuliche Begegnung mit einem Stillwein aus 100% Xarel.lo, nämlich einem schön warm gelagerten und generös oxidierten Tröpfchen.

Der erste Wein ist der „Improvisació“ 2009 von Cal Raspallet. Neun Monate Ausbau, teils in französischer Eiche, teils im Beton-Ei. Er kostet 22 € bei Vinaturel, deren Preise ich auch bei den anderen Weinen anführen werde, weil sie (stimmt das?) Generalimporteure der heute probierten Preziosen sind. Jedenfalls präsentiert sich unsere Improvisation im Glas noch ziemlich zurückhaltend. Kaum Frucht, tatsächlich vegetal, Akazienblüte, gewisse Wachsapfelnote, auch Lösungsmittel. Hm. Am Gaumen ist der Wein mit seinen 13 vol% wieder ziemlich viskos, hell, alkoholisch, vermittelt dann aber den Eindruck steiniger Nachhaltigkeit, bevor der Abgang sich letztlich doch dürftiger gibt. Es gab Stimmen in der Runde, denen der Wein gefiel. Mir leider nicht. 13 MP.

Als zweiter Weißer im Vergleich steht der „Nun – Vinya dels taus“ 2008 im Glas (13 vol%), wiederum von Cal Raspallet aus dem Penedès. Das Weingut ist übrigens noch nicht einmal einen Hektar groß, die Rebstöcke über 60 Jahre alt. In Verbindung mit den klimatischen und hydrologischen Bedingungen kann man sich vorstellen, wie der Hektarertrag aussieht. Unter diesen Voraussetzungen ist der Preis von 37,50 € nachvollziehbar, nur muss er auch schmecken, sonst kann er so teuer sein, wie er will. Gelblich in der Farbe, duftet der Wein sofort nach Honigmelone und Strohblumen, alles aber nicht expressiv, sondern eher dezent. Am Gaumen wird es enorm blumig und blütig. Mir fallen leicht giftige Blüten ein wie Lilie und Narzisse, dazu kommen eine gewisse Cremigkeit und ein leicht spürbarer Holzeinsatz. Irgendwie schmecke ich auch feine, mostige Noten wie von sehr schwefelarmer Weinbereitung, aber die anderen sagen „das bildest du dir ein“. Pah! Säure gibt es kaum, dafür eine Mineralität, die aber nicht steinig-tief wirkt, sondern oberflächlich-salzig, also weniger nach Felsen selbst als nach ihren Ausfällungen. Der Wein ist noch viel zu jung und wird sein wahres Gesicht wie die Rhône-Weißen auch erst nach Jahren zeigen. Dennoch wage ich zu behaupten, dass sich die allermeisten Mitteleuropäer mit diesen Exemplaren schwer tun werden. Wenig Frucht, wenig Säure, wenig Würze, gar keine Frische, statt dessen der heiße Wind, der über kargen Fels fegt. Etwas für Liebhaber. 14 MP.

Wein Nummer Drei ist gleichzeitig der letzte Weißwein des Abends. Jetzt sind wir wirklich im Priorat angekommen, und zwar bei den Trossos del Priorat. Dahinter steckt eine vermutlich nicht ganz unvermögende Familie mit ihrem Wunsch, hier großartige Weine zu produzieren. Als technischer Direktor des Projekts fungiert inzwischen Toni Coca von Coca & Fitó, deren Roten ich bei mir im Keller habe. Christoph fand den Wein belanglos, der Weinhändler vor Ort begeisternd. Naja, mal sehen. Jetzt also zum Weißen namens „Abracadabra“ 2009 (26,50 €), je zur Hälfte aus Grenache blanc und Macabeu, 14,5 vol% schwer. In der Nase ist zunächst wieder ein Spontanstinker zu spüren, leicht nach Parmesan, würde ich sagen. Das verfliegt aber. Danach kommt eine Butternote, ein bisschen Holz und viele cremige Anmutungen. Am Gaumen ist viel Holz zu spüren, ungemein viel Bitterkeit und zuerst überhaupt keine Frucht. Dafür aber ein Feuer, das nicht vom Alkohol kommt, sondern aus der Tiefe des Raumes. Irgendwie wirkt der Wein wie ein halbstarker Fino oder Manzanilla auf mich. Auch Macabeu als Traube ist für uns irgendwie schwer zu verstehen. Ich erinnere mich an den l’Orri damals, einen 100%igen Macabeu von Gérard Gauby. Oder an den Weißen von Cyril Fhal, Clos du Rouge Gorge. Fantastische Weine, aber ein paar Tapas als Sprachmittler sind schon notwendig, um die ganze Struktur begreifen zu können. 14,5 MP.

Jetzt zu den Roten, und gleich wird es leichter. In die Gläser kommen zwei Weine aus Montsant, der Appellation für meist etwas günstigere Priorat-Alternativen. Beide Weine stammen von den Vinyes d’en Gabriel, einem alteingesessenen Weingut. Den ersten, „L’Heravi Selecció“ 2008, habe ich im Angebot von Vinaturel nicht gefunden, hier kostet er aber 11,90 €. Das deutet auf mehr Trinkspaß und weniger Anspruch hin – gut, 14,7 vol% immerhin. 50% Carignan (ich nehme hier der Einfachheit halber die französischen Bezeichnungen), 50% Syrah, acht Monate Holz. In der Nase süße Frucht wie Cassis mit Zucker, dazu Himbeere und Brombeere, sehr fruchtig also. Am Gaumen dann viel säuerlicher, deutliche Tannine, Brombeerbüsche, dazu typische Syrah-Noten wie Fleisch und Leder. Die Süße der Materie kommt erst später und zeigt, dass der Wein sich noch finden muss. Trotz allem keine anspruchslose Fruchtbombe wie leider so oft aus Spanien, gefällt mir. 16 MP.

Dann doch gleich ran an den großen Bruder, „L’Heravi Criança“ 2008 (13,50 €, 15 vol%), 50% Carignan, diesmal aber mit 50% Grenache verbunden. 60-70 Jahre alte Reben übrigens, und das spürt man sofort. In der Nase etwas zurückhaltendere, dunklere Noten, leicht rumtopfig durch die Süße der Materie. Am Gaumen ist zunächst einmal viel weniger Tannin da. Dafür kommen schwarzbittere Noten mit einem reifen, süßen, balsamischen Kern, der sich eher ahnen als schmecken lässt, denn der Wein gibt sich noch recht verschlossen. Die Würze ist nicht sehr präsent, der Abgang nahtlos, aber ein wenig eindimensional. Ich möchte das nicht verallgemeinern, aber das ist mir bei Vieilles Vignes aus dem Süden schon oft so gegangen: tiefe Frucht, süßer Kern, schmelzig, aber nicht mehr spannend. Beide Weine bieten aber wirklich viel für ihr Geld, sehr viel, wenn man sich Reben und Wirtschaftsweise näher betrachtet. Ich neige mehr zur frischeren Variante, aber das ist Geschmackssache. 14,5 MP.

Das nächste Pärchen ist ein Trio. Die Trossos del Priorat wollen hier zeigen, dass sie in Rot besser aufgehoben sind und bringen den von Jay Miller hoch bewerteten (aber gut, das ist keine Richtschnur) „Lo Món“ 2008 (19,50 €) ins Spiel. 60% Grenache, 15 % Carignan, 15% Cabernet Sauvignon und 10% Syrah, zwölf Monate Eiche, 14,5 vol%. Alles keine Leichtgewichte hier. In der Nase wieder diese süße Kandiszucker-Anmutung, kombiniert mit saftiger Beerigkeit. Am Gaumen erst viel dunkler und tanninlastiger, dann Walderdbeere und Heidelbeere als Früchte, kein breiter Wein, aber auch nicht wirklich tief, nachhaltig, würzig komplex. Schön zu trinken, spannend geht anders. 15,5 MP.

Der zweite Wein des Flights ist der 2008er „Triumvirat“ (26,50 €) von Terra de Verema, 94 Parker-Miller-Punkte, 14,5 vol%. Eine neu gegründete Bodega mit neuen und alten Weinbergen und zwei engagierten Star-Önologen, alles streng biodynamisch. Der hauptsächlich aus Carignan gekelterte Wein braucht gar nichts zu sagen, denn wir riechen ihn schon: Kuhstall sagen die einen, Silage die anderen, aber wie auch immer, das gibt die ungefähre Richtung vor. Mit anderen Worten: Als Sommelier besser noch mal dran schnuppern, ob’s denn schon genügt hat mit der Lüftung. Am Gaumen kommt nämlich die Qualität erst richtig zum Tragen, und es wäre schade, hätte man den Wein vorher mit bösen Worten bedacht. Der Triumvirat ist dunkel, glatt und schwer. Aber er ist nicht breit oder platt, denn er besitzt eine sehr spannende, schiefrige Mineralik mit Graphitnoten, wie sie sich wahrscheinlich nur die größeren Weine aus dem Priorat leisten können. 17 MP.

Der 2007er (ebenfalls 26,50 €, ebenfalls 14,5 vol%, soweit ich weiß) bietet der Nase eine andere Nuance an. Ich bin für Schweinestall, weil der Gestank heller ist, Christoph plädiert für vergammelten Orangensaft. Was man dahinter schon spüren kann, ist eine alkoholischere Note als beim Nachfolgerjahrgang, pudriger, minziger. Am Gaumen bestätigt sich das: süßer und alkoholischer, erstaunlicherweise auch tanninhaltiger. Die Weine lassen sich eindeutig unterscheiden, die Rebsortenzusammensetzung war auch anders, soweit ich weiß. Insgesamt gefällt mir der 2008er besser, auch wenn beide Weine bitter und dunkel waren und statt Frische nur Minze und Graphit in die Waagschale werfen können. Hier glaube ich an eine echte Zukunft. Nur wird die noch in einiger Ferne liegen, denn beide Weine machen den Eindruck, als würden sie im Begriff sein, sich gerade in einen langen Schlaf zurückzuziehen. 16 MP.

Die nächste Paarung, ein relativ neuer Wein und ein alter Bekannter. Ersterer ist der 2007er „Mas Mallola“ von Marco Abella. Marco ist dabei der Nachname der Besitzerfamilie, Abella heißt Biene, es ist also keine echte Person. Dieser Wein besteht aus 45% Grenache, 38% Carignan, 10% Cabernet Sauvignon, etwas Syrah sowie Merlot und wurde 20 Monate lang in französischen Eichenfässern ausgebaut. Süß-bissig in der Nase, auch mit einem leichten Stinker. Am Gaumen ist der Wein dann süßlicher, fetter, beerig-viskos – und ziemlich kurz. Für mich wirkt er am meisten von allen bisher probierten Weinen wie ein gemachtes Produkt, ein Önologenwein. Nicht schlimm, aber auch sonst nichts. 14,5 vol%, 14,5 MP.

Der zweite Wein ist der „Les Terrasses“ 2007 von Álvaro Palacios himself, dem Schöpfer des legendären „L’Ermità“. Der kostet dann allerdings mehrere hundert Euro, und damit man sich auch als Normalsterblicher einen Palacios-Wein leisten kann, gibt es den Terrasses aus zugekauften Trauben für knapp 30 €. Das ist der einzige der heute probierten Weine, den ich vorher kannte. Und er hat mich ein wenig enttäuscht: viel Brombeere, Strauchnoten, Alkohol (14,5 vol%) und Bitterkeit, aber nichts, an was ich mich später noch wirklich erinnern sollte. Ein gutes Standardprodukt, und dafür eindeutig zu teuer. 14 MP.

Im vorletzten Flight sitzt der Pirat. Dass er es ist, wissen wir schon, denn er ist dezent in Alufolie gehüllt. Aber was es ist, das weiß nur derjenige, der ihn mitgebracht hat. Eine dunkle Schiefernase mit ganz leichtem Stinker bietet der Wein. Ich freue mich, denn den Wein habe ich mitgebracht, und er scheint ja ausgezeichnet in die Reihe zu passen. Am Gaumen kommt erst eine dunkle Frucht, die dann aus dem Wald aufs Feld tritt und beeriger wird. Eine schöne Saftigkeit trotz der deutlichen Tannine und einfach mehr Frische als die letzten Priorat-Weine, ohne eine mickriger anmutende Materie (immerhin auch 14 vol%). „Mourvèdre“ wird gemutmaßt, und das könnte haargenau passen, wenn es nicht ganz anders wäre. „Petit Verdot“, ja, auch das stimmt irgendwie. In Wirklichkeit handelt es sich um den „Mouchão„, einen Wein aus dem portugiesischen Alentejo, und zwar den einzigen Klassiker von dort. Noch mal: den einzigen. Er besteht aus 70% Alicante Bouschet, was die Franzosen kirre machen würde, denn Alicante Bouschet und Aramon waren doch die Geißeln des Midi mit Hektarerträgen weit im dreistelligen Bereich, die sie in den letzten Jahrzehnten erfolgreich gerodet haben. Und aus dieser miserablen Traube kann ein solcher Wein entstehen? Offensichtlich, denn die 30% Trincadeira als Beigabe sind auch nicht nominell hochklassig. Schieferboden stimmt übrigens. Vielleicht präsentiert sich der Wein besser, weil es schon ein 2005er ist, der erst vier Jahre nach der Abfüllung in den Verkauf gelangt. Vielleicht ist die Frische aber auch das Privileg des Atlantiks, und nur wirklich große mediterrane Weine wie Gaubys „Muntada“ können Kraft und Frische optimal kombinieren. Ich habe den Mouchão jedenfalls für 30 € auf dem Flughafen in Lissabon gekauft. Gäbe es hier eine Verkaufsstelle, ich würde sie Euch gern präsentieren. Gefunden habe ich auf die Schnelle leider nichts. 17,5 MP.

Des Piraten Gegner ist der „Große“ von Marco Abella, der „Clos Abella“ 2006 (29,50 €, 14,5 vol%), je 40% Grenache und Carignan, dazu Cabernet Sauvignon und Syrah. In der Nase deutlich hellere Noten als beim Mouchão, aber das gilt nur als Vergleich, wir haben hier keinen Pinot im Glas. Am Gaumen zeigt sich der Wein ausgewogen auf einem ziemlich standardisierten Priorat-Level. Er hat alles, was der Mouchão auch hat, nur süßer, leichtgewichtiger und dennoch alkoholischer. Ich kann mir nicht helfen, aber dieser Wein findet wiederum nicht meine Zustimmung. 14,5 MP.

Im letzten Duell stehen sich noch einmal zwei astreine Prioratos gegenüber. Beide stammen vom Mas Garrian. Der „Clos Severí“ 2006 (14 €) besteht aus 30% Grenache, 25% Carignan, 25% Cabernet Sauvignon und 20% Syrah. Zwölf Monate Ausbau in Eichenholzfässern, schlanke 15 Umdrehungen, soweit das Technische. Viel Volumen fürs Geld, würde ich sagen, und die Nase bestätigt mich: süß, alkoholisch, etwas stumpf. Am Gaumen kommen zuerst die erwarteten Beerennoten in Verbindung mit Alkohol, dann aber wird die Materie ziemlich bissig und relativ unausgewogen. Doch nicht zu günstig im Preis. 12,5 MP.

Der „Mas del Camperol“ 2006 (22,50 €) stammt ebenfalls aus dem Hause Garrian. Die Zusammensetzung der Rebsorten ist fast identisch, nur hat der Wein noch zwei Monate länger in den Holzfässern verbracht. Dank derselben Alkoholgradation ist die Nase auch ziemlich von der diesmal eher bitteren Alkoholnote geprägt. Am Gaumen gefällt mir der Wein wesentlich besser als sein kleiner Bruder. Gut, Alkoholsüße (15 vol%) und Beerigkeit sind auch da, aber irgendwie schafft er es, die Frucht deutlich attraktiver zu halten. Fast bin ich versucht, den Wein als „lecker“ zu bezeichnen, was aber im Zusammenhang mit Priorat meist heißt „ohne Anspruch“. Ein schmackhafter Wein, aber es gab schon interessantere. 13,5 MP.

Und damit bin ich beim Fazit angelangt, das mir nicht so ganz leicht fällt. Fakt ist: Ich bin kein Freund alkoholreicher, süßlicher Tropfen. Aber ebenso Fakt ist: Ein spannender, Terroir-geprägter Wein mit dem gewissen Etwas kann Fakt 1 vergessen machen, selbst bei über 15 Vol%. Dass ein solcher Anspruch nicht leicht zu erfüllen ist, war mir klar. Dass der einzige Nicht-Priorat-Wein, nämlich der Pirat aus Portugal, mein subjektiv empfundener Lieblingswein des Abends war, stimmt mich dann aber doch nachdenklich.

Die einsame Landschaft, die gastfreundlichen, teils exzentrisch-verschrobenen, teils künstlerisch-weltoffenen Menschen, die Kleinteiligkeit, die naturnahen An- und Ausbaumethoden – alles das drängt in mir geradezu, das Priorat und seine Weine von Herzen zu mögen. Allein, so einfach ist es nicht. Die Preise sind hoch, oft zu hoch. Nicht für die Arbeit, die sich die Winzer damit gemacht haben, aber für die Ausgewogenheit des Produkts. A propos Winzer: Es springen mir zu viele Önologen in der Gegend herum, wie im restlichen Spanien auch. Zu viele Investoren, die die Betreuung ihrer Weinberge und -keller letztlich Angestellten oder gar Consultants überlassen. Ich weiß, das ist das Schicksal eines Boomgebiets, aber es geht auch anders. Siehe die Gegend um Calce im Roussillon, siehe die Terrasses du Larzac im Languedoc, Terroirs mit ganz ähnlichen Voraussetzungen.

Es gibt fraglos einige ganz fantastische Weine im Priorat, die zu den größten der Welt gehören können. Abgesehen davon, dass sie auch dafür einige Zeit des Reifens und Werdens benötigen, sind sie nicht so häufig, wie manche Punktzahlen es suggerieren. Ich bin kein Experte dieser Region, und vermutlich werde ich es auch nie sein. Aber hier die beeindruckende, aber dennoch irgendwie standardisierte Spreu vom Weizen zu trennen, ist eine Mammutaufgabe. Soviel steht für mich nach dem heutigen, lehrreichen und diskursiven Abend fest. Mit dem Priorat bin ich jedenfalls definitiv noch nicht am Ende des Gesprächs angelangt.

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18 Antworten zu Weinprobe: die schweren Jungs aus dem Priorat

  1. Pingback: Le 7 – Rosé Véritable Méthode Ancestrale, Domaine du Fontenay » originalverkorkt

  2. Alfredo schreibt:

    Hallo Matthias,

    vielen Dank für die sehr detaillierten und spannenden Informationen. Mich würden noch die % bei allen Weinen interessieren, gelegentlich sind sie ja aufgeführt. Kann man das noch nachträglich einfügen?

    Beste Grüße
    Alfredo

    • chezmatze schreibt:

      Ist bereits geschehen 😉 Die Roten waren alle innerhalb eines eng umgrenzten Bereichs zwischen 14 und 15 vol%, laut Etikett jedenfalls. Bei den Weißen ging es auch bis zu 13 vol% runter, aber generell ist Alkoholschwere ja ein großes Problem des Südens geworden. Dass man sich dort der Problematik bewusst ist, zeigt der Bericht von Torsten (ohnehin unheimlich interessant zu lesen): http://www.dasweinforum.de/viewtopic.php?f=65&t=748&start=50

      Was ich mich nur frage: Jetzt diskutieren sie, mittels Umkehrosmose dem Wein ein Grad Alkohol zu entziehen. Ob das eine adäquate Lösung ist? Cyril Fhal und Pierre Parcé aus dem Roussillon sagten mir letztes Jahr, als ich dort war, ganz andere Sachen. Cyril meinte, die ganze Geschichte von der Reduzierung des Hektarertrags, von Grüner Lese etc. sei ein Produkt „nördlicher“ Weinexperten. Als er im Roussillon angekommen sei, hätte er mit diesen Methoden die fettesten Marmeladen geerntet. „Unerträglich“, wie er meint. Seitdem habe er verstanden, dass man die Reben in dieser Gegend nicht Sonnen- und Trockenstress aussetzen sollte, sondern ihnen vielmehr helfen, Frische und Ausgewogenheit zu erhalten. Beweis: Clos du Rouge Gorge ab 2005, fantastische Weine. Und Pierre Parcé meinte, die Trauben würden oft nicht nur physiologisch, sondern auch phenolisch überreif geerntet. Sie selbst hätten mittlerweile schon Ende August die meisten Reben geerntet, und seitdem stimmt auch die Ausgewogenheit wieder, ohne dass vegetale Noten auftauchen.

      Ist aber ein weites Thema, das nicht nur etwas mit dem Klimawandel zu tun hat, sondern auch mit Klonen und Weinbergsarbeit – Modeeinflüsse nicht zu vergessen…

  3. Eline schreibt:

    Ich trau mich ja hier als schlichte Weingeniesserin ohne viel Hintergrundwissen fast nicht posten, bei so viel geballtem Knowhow. Aber meine bescheidene Erfahrung mit Priorat, liess mich auch relativ ratlos zurück: zu alkohollastig, zu „marmeladig“. Daher halte ich mich im Restaurant in Spanien meist an Toro oder Rueda, da fühle ich mich wesentlich wohler.

    • chezmatze schreibt:

      Liebe Eline vom See, zu viel der Bescheidenheit! Übrigens kannten wir Probierenden uns mit den Priorat-Weinen in praktischer Hinsicht auch nicht gut aus. Schließlich hatten wir ja nur den Terrasses vorher schon einmal getrunken.

      Als echte, weil dezente Essensbegleiter kann ich den Priorats auch nicht viel abgewinnen. Aber es gibt bei manchen eine Tiefe, die auf eine große Zukunft hoffen lässt – während andere nach der Abgabe der Alkoholfrucht schlapp machen könnten. Was mir zu Spanien und seinen Regionen einfällt: Bierzo ist ja peu à peu die ganz große Nummer, wieder zum Leben erweckt ausgerechnet von Alvaro Palacios. Sein „Pétalos de Bierzo“ kostet weniger als 15 €, hat alles, was ein entwicklungsfähiger Wein braucht und passt für mich super zu allerlei rotem Fleisch. Ist natürlich kein Geheimtipp mehr, aber manchmal mag ich auch die Sachen gut finden, die anderen genauso gefallen 😉

  4. Charlie schreibt:

    Der Mouchao scheint es postkolinialer Wein zu sein: es gibt ihn in Angola, Brasilien und Macao. Und auch in „Holland“

    • chezmatze schreibt:

      Ja, die Verbindungen in die ehemaligen Kolonien sind noch erstaunlich stark. Was mich trotzdem total überrascht hat: Angola ist das wichtigste Zielland für Weinexporte aus Portugal, und zwar sowohl von der Menge als auch vom Wert her. Glaubt man kaum, aber ich hatte auf der „Peixe em Lisboa“ mit einem Herrn von Enoport gesprochen, die eine große Niederlassung in Luanda haben. Näheres über diese erstaunlichen Zahlen hier: http://mtonvin.net/2011/05/portugal-wine-exports-at-a-%E2%80%98moment-de-verite%E2%80%99/

      Hinter Frankreich auf Platz 2 folgt übrigens Nord-Habsburg, heute gelegentlich auch als „Holland“ bezeichnet 😉

  5. jens schreibt:

    Hi Matze!

    Schade das die beiden Mas Garrian Weine nicht performen konnten. Ich habe zusammen mit Torsten den Clos Severi 02 und 04 und den Mas del Camperol 02 und 04 über zwei Tage beobachtet. Alle vier waren sie wirklich großes Prioratkino.

    • chezmatze schreibt:

      Hallo Jens,

      naja, die Startnummern 15 und 16 in so einem Feld sind natürlich immer etwas undankbar. Die Synapsen waren da sicher schon etwas gebeutelter als zu Anfang, deswegen ist vielleicht nicht alles übertragen worden. Ich denke (das ist so ein bisschen mein Fazit), bei Priorat und ähnlichen Kalibern sollte man beim Testen sehr sanft vorgehen und lieber mal nach ein paar Flaschen weniger die Segel streichen als bei Riesling Kabinett. Aber abgesehen davon, Triumvirat und Mouchao waren wirklich deutlich stärker.

      • jens schreibt:

        Wär ja mal interessant was der Prioratmaster zu dem Sachverhalt zu sagen hat….

        Grüße Jens

        P.S. Wir müssen auch immer noch was zusammen trinken…..

      • chezmatze schreibt:

        Würde mich auch sehr interessieren. Torsten ist immerhin derjenige, der uns mit seiner Priorat-Begeisterung erst richtig auf das Gebiet aufmerksam gemacht hat. Uns alle eigentlich, ich bin ja auch einige Jahre lang stiller TAW-Mitleser gewesen.

        Zu Nummer 2: Recht hast Du.

  6. Alfredo schreibt:

    Hallo Matthias,

    herzlichen Dank für den %-Service. Kürzlich haben meine Frau und ich (wir teilen die Liebe zu guten Weinen) beschlossen, nichts mehr über 13,5% in den Keller zu legen. Da kämen wir im Priorat nicht weit, man muss und kann sowieso nicht alles kennen.

    Einen schönen Feiertag wünscht
    Alfredo

    • chezmatze schreibt:

      Noch, würde ich sagen. Wenn ich mir die Entwicklung im Roussillon oder in Teilen des Languedocs anschaue, wird es sicher nicht mehr lange dauern, bis im Priorat die „Cool-Climate-Weinbauphilosophie“ angekommen sein wird. Ich denke, echte Kenner wie Chris, Torsten oder Klaus-Peter werden Dir jetzt schon die Weingüter nennen können, die Ansätze in diese Richtung haben. Das Priorat ist nämlich eine ganz faszinierende Gegend, die mehr als nur alkoholschwere Brummer hervorbringen könnte. Filigran werden die Weine sicher nie sein, das wäre ja auch Unsinn. Also weiterhin mediterran, aber weniger exzessiv.

  7. thvins schreibt:

    Hallo allerseits,

    hier wird ja inzwischen ganz schön diskutiert… – als ich das erste Mal den Artikel las, gab es keine Kommentare und mir fehlte schlicht die Zeit, etwas zu schreiben.

    Derzeit sitze ich über einigen 2009er Jungweinen und da geht es tatsächlich schon bis 13,5° runter, werde sicher auch dazu schreiben, aber es ist ohnehin Schreibstau bei mir…
    – und vom Schreiben kann ich leider nicht leben.

    Es gibt einen bedeutenden Stilwechsel, unbewusst begonnen mit dem eher als klein annoncierten 2002er Jahrgang, wo plötzlich einige Güter (ja auch vor allem Mas Garrian!) superinteressante Sachen erzeugten.

    Fortgeführt wurde das in Ansätzen 2004, deutlich breiter ab 2006 – ein Stil hin zu mehr Frische und Mineralik – das burgundische Priorat begann erste Lebenszeichen zu setzen. Ein weiterer, als nicht so einfach geltender Jahrgang – 2008 – treibt diese neue Trinkigkeit (wo die meisten Weine ohne Marmeladigkeit, aber noch immer mit hohem Alkohol auf dem Etikett auskommen) auf eine neue Spitze.

    @Eline – mir geht es bei den meisten Toro – Weinen so, dass ich sie als zu alkohollastig und marmeladig empfinde.

    @Jens und Matze – leider hatte ich bei Mas Garrian die 2006er wohl noch gar nicht im Glas. Zum einen halte ich mich an die älteren noch verfügbaren Jahrgänge, und bei 2001/2 für den Mas del Camperol mache ich da ebensowenig einen Fehler, wie immer noch 2004 vom Clos Severi für den Verkauf nach zu holen. Die 2005er hatte ich jetzt als Musterflaschen, sie begeisterten mich auch, aber brauchen halt noch Zeit.

    Wenn ich dann bei 2006 angelangt bin, hat sicher Chris alles aufgekauft…

    Mit Jens hab ich ja nun schon was (auch einige tolle Prioratos) zusammen getrunken, aber Matze, Du solltest dich auch mal bei mir blicken lassen (schon der ausgleichenden Gerechtigkeit wegen) – ich stelle auch nicht nur Weine auf den Tisch, die ich im Verkauf habe – versprochen. Soll ja keine Werbefahrt werden, wenn du dich mal in Bernburg blicken läßt. Und es gibt passende Küche dazu. Auch versprochen. Dann siehst du, dass Essen und Prioratwein auch zusammen gehen können.

    So nun geht es auf meinem Blog und im Weinforum weiter – vielleicht begrüße ich ja mal den einen oder anderen hier Schreibenden auch dort.

    @Alfredo – schade, dass Ihr Euch die 13,5° Grenze auferlegt – aber vielleicht hab ich da bald schon auch was noch passendes für Euch zum Kennenlernen. Ich arbeite dran.

    • chezmatze schreibt:

      Hallo Torsten,

      toll, dass Du Dich hier gemeldet hast, obwohl Du nach der FIRA-Fahrt (von der ich natürlich jeden einzelnen Beitrag mit Genuss gelesen habe) sicher viel um die Ohren hast. Es ist nicht so, dass ich ausdrucksstarke mediterrane Weine nicht schätzen würde. Zu viel zu schwer lässt allerdings die Papillen schnell müde werden. Aber nach allem, was ich von Dir hier, auf Deinem Blog oder im Forum so lese, gibt es im Priorat ja jede Menge neuer Entwicklungen.

      Was wir auf jeden Fall machen sollten, ist ein Treffen in Bernburg. Ich fahre diese Woche noch mit meinem neuen alten Auto in Richtung Harzberge. Ich mail Dir mal, dann können wir das besprechen. Würde mich jedenfalls sehr freuen.

      • thvins schreibt:

        Hallo Matze,

        ich würde mich freuen, wenn du vorbei schaust,ein Nachtlager ist vorhanden, viel Priorat auch und katalanische Küche kriegen wir auch hin. Pfingstsonntag/-montag bin ich allerdings mit meinen Weinen tagsüber in Cörmigk (ein Dorf bei uns ganz in der Nähe zum Mühlenfest – aber auch das sollte nicht stören… Mail einfach mal durch.

  8. Pingback: Schwere Jungs in Sachsen-Anhalt: Priorat-Test mit Priorat-Torsten | Chez Matze

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