Gastbeitrag zum Osterfest: Ovos Moles de Aveiro

Schon viel zu lange gab es keinen Gastbeitrag mehr hier. Eigentlich hätte es schon in Paris einen Artikel zu Tausendjährigen Eiern geben müssen. Aber die Regentschaft der Eierkönigin fordert ihren Tribut an Zeit, schließlich darf der Eierkonsum nie vernachlässigt werden.

Pünktlich zu Ostern gibt es aber eine frohe Botschaft aus Portugal, nach England einem weiteren Paradies  für die Liebhaber von Eiern. Ovos Moles heißt das Zauberwort. Für alle, die kein Portugiesisch können, übersetze ich frei: Weiche Eier.

Aber nicht einfach gekochte weiche Eier im Becher, wie man sie auf dem deutschen Frühstückstisch bekommt. Sonst gäbe es wahrscheinlich auch keine Page auf Facebook oder Fan-Videos auf Youtube dafür.

Ovos Moles sind eine Spezialität aus Aveiro, einem an der Atlantikküste gelegenen Ort zwischen Lissabon und Porto. Früher konnte man die Ovos Moles als Wegzehrung auf einem Zughalt auf dem Bahnhof kaufen. Kein Wunder, denn sie stärken ungemein.

Aber auch heute wird die Ehre der Ovos Moles in Aveiro hochgehalten. Mittlerweile wacht man sogar so eifersüchtig über die Delikatesse, dass man eine geschützte Herkunftsbezeichnung „Denominação de Origem Protegida“, kurz DOP eingetragen hat. Aus diesem Grund dürfen echte Ovos Moles nur noch in Aveiro selbst hergestellt werden.

Dies führt dann auch dazu, dass es in der berühmten Confeitaria Nacional in Lissabon keine Ovos Moles mehr im Angebot gab. Glücklicherweise pflegt jedoch der Supermarkt Pingo Doce gute Verbindungen nach Aveiro und bietet im Kühlregal stets frische Packungen der originalen Ovos Moles an.

Ovos Moles sind ein weiches Zucker-Dotter-Gemisch, das in eine Oblate gefüllt ist. Diese hat meist die Form von Meeresgetier oder kleinen Fässchen.

Nach einem Biss leuchtet es einem gelb entgegen, und im Mund schmilzt die Creme gegen den Gaumen. Dottrig und zuckrig, sehr pur, Schwefelnoten ohne Zweifel zu schmecken. Köstlich!

Die Inhaltsstoffe sind einfach, Dotter, Zucker, etwas Wasser und Mehl für die Hostien-Waffel. Traditionell wurden auf der gesamten iberischen Halbinsel Eierspeisen wie die Ovos Moles in Klöstern seit dem Mittelalter hergestellt. Da die Eiweiße anderweitig gebraucht wurden und die Ei-Dotter übrig waren, entwickelte sich diese dottrige Art der Desserts. Dottercreme gibt es in Portugal übrigens auch als Dessertsoße für Puddings (z.B. dem berühmten „Molotov“) und für Kuchen, oder für die Anhänger der reinen Lehre sogar pur.

Ein Hoch auf die Erhaltung der traditionellen Essgewohnheiten in Portugal. Ich komme gerne wieder. Besser verrate ich euch nicht, wie viele Packungen Ovos Moles ich während meines Lissabon-Aufenthaltes gegessen habe.

Adoro Ovos Moles!! Und euch frohe Ostern!

Die Autorin hat in Portugal ihren Eierkonsum stark erhöht und dürfte mittlerweile bei 20.000 verzehrten Eiern angekommen sein. Der Artikel entstand mit Hilfe einer Nachwuchs-Eierexpertin.

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