Edit: Noch mehr Fisch und noch mehr Trubel

Ich hatte mich ja bei meinem ersten Besuch an der Galatabrücke enttäuscht über die fehlenden Fischbratboote geäußert. Ein Vorwurf, den es zu korrigieren gilt. Mittlerweile ist es nämlich fast frühlingshaft hier, jeden Tag scheint die Sonne (ich hoffe, bei Euch ist es auch schön). Das bedeutet, dass hinter der Brücke in Richtung Fatih zur Feierabendzeit regelmäßig ein gewaltiger Trubel herrscht. Wer immer sich einsam in der Stadt fühlt, sollte an diesen Ort kommen. Da ist man im Handumdrehen Teil des Gewusels, und es gibt so wahnsinnig viel zu sehen.

Zu riechen auch, und zwar schon vom Ende der Brücke aus. Dicke Rauchschwaden steigen aus den Bratbooten, wobei jene auf den ersten Blick fürchterlich folkloristisch wirken. Mit ihren güldenen Verzierungen und den Angestellten im Sultanskostüm könnte man denken, es hier mit einer Touristenfalle par excellence zu tun zu haben. Weit gefehlt: Die Einheimischen sind verrückt nach ihren Balık Ekmeks. Weil so ein Fischbrot für sich vielleicht ein wenig trocken sein mag, gibt es dafür passende Stände vor den Bratereien.

Auch hier laufen die Angestellten in Kostümen herum. Was sie anbieten, ist für den gewöhnlichen Touristen erst einmal befremdlich: Es gibt eingelegtes Gemüse (Turşu) in einem Plastikbecher, und aufgefüllt wird das Ganze mit Sud. Ein bisschen erinnert es an Sauerkrauttrunk, ist bestimmt genauso gesund, nur etwas weniger durchschlagend, passt aber phänomenal gut zum gebratenen Fisch. Die Aufschrift auf dem Bild „Tarihi Eminönü Turşucusu“ heißt übrigens so in etwa „der historische Gemüse-Einleger von Eminönü“. Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich jeden Tag hier unten am Bosporus sein könnte?

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4 Antworten zu Edit: Noch mehr Fisch und noch mehr Trubel

  1. der Muger schreibt:

    Aber am Besten hat mir „Boza“ geschmeckt. Gibts auch an der Galata-Brücke… 🙂

    Gruss vom Muger

    • chezmatze schreibt:

      Boza steht definitiv noch auf dem Programm, war mir bloß zu warm die letzten Tage für ein solches Wintergetränk 😉 Da schaue ich doch gleich mal, was Ihr noch so alles getestet habt.

      Viele Grüße, Matze

  2. P. Ommes schreibt:

    Du hast vergessen zu beschreiben, dass es fast unmöglich ist, ein Brötchen von den schwanken Bratbooten entgegen zu nehmen, wenn gerade mal wieder eine Fähre an denen vorbei gerauscht ist. Das gehört fast so zum Speiseerlebnis wie das Tursu 🙂

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