İstanbul Hatırası – der erste Tag

Jetzt bin ich also hier und werde einen Monat lang bleiben. Vielleicht auch viel länger, das weiß man ja manchmal im Leben nicht vorher. Auf jeden Fall versuche ich auch diesmal, Euch die ganze Sache erst einmal auf musikalische Weise näherzubringen. Auf meine afrikanischen Youtube-Links hat sicher wieder kein einziger Weinfreund geklickt, aber da viele Fatih Akıns „Crossing the Bridge“ gesehen haben, bin ich diesmal besserer Hoffnung. Hört also Sezen Aksu und Teoman. Jetzt aber schnell zu meinen ersten Eindrücken:

Als ich gelandet war, dachte ich, das darf ja wohl nicht wahr sein. Es schneite. Und zwar nicht nur bescheidene Flöckchen, sondern richtig dicke Brocken. Nach den paar Metern vom Flughafengebäude zum Havaş-Bus war ich schon total nass und bedient. Zusätzlich war noch Rush-Hour, was in Istanbul bedeutet, dass etwa 15 Kilometer vor der Bosporus-Brücke nicht mehr viel geht. Müde und kaputt ins Bett, aber schließlich war das ja auch nicht Tag 1, sondern Tag 0.

Tag 1 begann nämlich schon viel besser, vor Sonnenaufgang schon mal mit dem Ruf des Muezzin. Und der Sonnenaufgang war auch wirklich einer, denn heute gab es Sonne satt, den ganzen Tag lang. Eigentlich ist ein Sütlaç ja eher als Nachspeise gedacht, aber in der allergrößten Not geht so ein Reispudding natürlich auch zum Frühstück. In der Tat muss die Not gar nicht besonders groß sein, denn dieses Exemplar schmeckte derartig gut, dass ich Euch demnächst den ganzen Laden einmal vorstellen werde, in dem ich nämlichen Sütlaç gekauft habe, die Saray Muhallebicisi.

Da ich heute den Luxus genießen konnte, mich erst einmal zu akklimatisieren und nicht zu arbeiten (geht morgen los), musste ich natürlich gleich runter zum Bosporus. An der Anlegestelle Karaköy überkam mich der Hunger, und der Gedanke an eine ewig währende Überfahrt ließ mich in eines der dortigen Schnellrestaurants einkehren. Ich wählte keinen Fisch, sondern Kokoreç. Kokoreç ist Kult, ein Muss und fast ein Politikum, und ich werde nicht umhin kommen, noch etwas mehr darüber zu schreiben. Aber nicht heute.

Da ich mir nach dem deftigen Mahl noch einen Tee genehmigte (nicht den ersten und auch nicht den letzten heute), konnte ich leider mein Versprechen noch nicht wahrmachen, einen solchen für Marquee auf der Überfahrt nach Kadıköy zu trinken. Kadıköy liegt auf der asiatischen Seite, und jeder, der Istanbul besucht, sollte einmal dort gewesen sein. An einem der üppigst ausgestatteten Fischstände kaufte ich allerdings nichts, weil die Kochsituation in meiner Wohnung, nun ja, höchstens zum Bereiten eines Toasts animiert. Die legendäre Marktgans habe ich heute übrigens nicht gesehen, aber ich war ja nicht zum letzten Mal in Kadıköy.

Zurück auf der europäischen Seite war mir ein wenig nach nussigen Dingen, denn Knabbern gehört für mich zum Handwerk. Und es gibt wenige Länder, in denen man sich derartig gut mit Nüssen aller Art eindecken kann wie die Türkei. Bei Hocaoğlu Kuruyemiş habe ich mich dann für die kleinste Einheit gemischter Nüsse entschieden, die Ein-Kilo-Tüte. Damit sollte der Tag sein hohes Niveau beibehalten können.

Was sind Eure Lieblingsorte in Istanbul? War schon jemand von Euch im Winter hier?

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4 Antworten zu İstanbul Hatırası – der erste Tag

  1. Marqueee schreibt:

    Oh, vielen Dank für die nette Erwähnung. Und bitte bloß keine Eile oder gar Umstände nur wegen mir.

    Ich war 2008 nur wenig später in der Stadt. Geschneit hat es damals nicht – und wir haben tagsüber sogar draußen im Freien gegessen. Aber nach Sonnenuntergang wurde es schlagartig eiskalt…

    • chezmatze schreibt:

      Nichts zu danken, das mit der Eile wäre auch wirklich übertrieben. Wenn ich mir die Wetteraussichten so anschaue, habe ich das Gefühl, dass jetzt eine ganz nette Periode anbrechen könnte – garantiert ohne Schnee.

  2. Wil schreibt:

    Hallo Matze ,
    ich war nicht nur im Winter in Istanbul , sondern bin es immer noch . Lebe seit 6 Jahren hier 🙂 .
    Bin gerade auf Deinen Blog gestossen , gefaellt mir sehr gut .
    Da Du einen strapazierfaehigen Magen hast ( Chipstest ) , solltest Du unbedingt Kumpir( gefüllte Kartoffel ) in Ortaköy essen .
    Hast Du schon Kuttelsuppe (İşkembe Çorbası) probiert?
    Und unbedingt mal in Kanlica (asiatische Seite am Bosporus) den Kanlica Doga Yogurdu aus der Joghurtmanufaktur von Ugur Özdemir essen .
    Ausserdem Böreks in Sarıyer .
    Tip: Der Bus Nr 25 E faehrt von Kabataş bis Sarıyer am Bosporus entlang
    http://harita.iett.gov.tr/en/?hat=25E , meiner Ansicht nicht nur die preiswerteste , sondern auch die authentischste Bosporus Tour .
    „Mein“ Fischrestaurant :
    http://www.setbaliklokantasi.com/
    Falls mehr Tips erünscht sind , lass es mich wissen .
    Viel Spass in Istanbul !

    • chezmatze schreibt:

      Mensch Wil,

      bin gerade wieder in Deutschland gelandet, wie unglücklich! Natürlich habe ich Kuttelsuppe gegessen und den Joghurt von Kanlica in Kanlica. Wenn Du Lust und Zeit hast, kannst Du gern etwas über Dein Lieblings-Fischrestaurant schreiben. Das schaut nämlich sehr gut aus. Ich würde es dann hier als Gastbeitrag von Dir veröffentlichen.

      Übrigens: Istanbul habe ich definitiv nicht zum letzten Mal besucht, aber das weiß man ja fast schon vorher…

      Viele Grüße, Matze

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