Weinprobe: Battenfeld-Spanier Spätburgunder 2008

Hans Oliver Spanier hat in den letzten Jahren ziemlich viel richtig gemacht. Damit meine ich jetzt nicht ausdrücklich seine Hochzeit, obwohl das sicher auch in diese Kategorie gehören dürfte. In punkto Wein gab es hier zuletzt Erfolge auf der ganzen Linie, Aufstiege in den Weinführern, neue Rebflächen, neue Märkte, saftige und dennoch anspruchsvolle Weine. Dazu gehört natürlich auch der Zertifizierungsprozess, der hier für das Label „Ecovin“ auf dem Etikett verantwortlich ist.

Natürlich spricht man im Zusammenhang mit Battenfeld-Spanier in erster Linie über Weißweine. Aber, so wurde mir versichert, Rot kann er auch, obwohl Rheinhessen jetzt nicht als originäre Heimat großer Spätburgunder gilt. Mit einem großen Wein haben wir es hier allerdings auch gar nicht zu tun, es ist vielmehr der kleine Gutswein, praktischerweise „Spätburgunder Holzfass trocken“ genannt. Beim Holzfass handelt es sich natürlich um ein großes Stückfass. Die Zeiten, in denen magere Weinchen in neue Barriques gezwängt wurden, sind zum Glück vorbei – wenn auch noch nicht lange.

Bevor ich zur Beschreibung komme, muss ich noch kurz etwas gestehen: Ich bin französisch weinsozialisiert worden und habe mich erst in den letzten zwei bis drei Jahren intensiv mit deutschem Wein auseinander gesetzt. Das bedeutet jetzt keinesfalls, dass ich bei Rotweinen den Geschmack von Bordeaux oder Burgundern suche, weil ich das als das Optimum empfinde. Im Gegenteil: Wenn wir schon bei Frankreich sind, auch die Syrahs der Nordrhône, die Cabernets der Loire, die herben Tropfen des Südwestens oder auch die hellen und leichten Juraweine aus Trousseau und Poulsard finden mein Wohlgefallen. Es ist nur so, dass ein guter Rotwein für mich eine gewisse Struktur haben sollte, eine Ausgewogenheit zwischen der Kraft der Materie und der Finesse, dazu auch ein bestimmtes Mindestmaß an Säure und Tannin. Ist dem nicht so, würde ich den Wein natürlich nicht wegschütten, und ein Madiran hat sicher immer mehr Tannin als ein Poulsard. Aber wenn ein substanzielles Element fehlt, hinkt der Wein für mich irgendwie und kann nie wirklich gut sein.

Dass mich eine solche Sozialisation gelegentlich unvorbereitet in Schockzustände versetzen kann, musste ich vor ungefähr anderthalb Jahren bei einer großen Verkostung von Spätburgundern & Pinots erfahren. Die meisten Exemplare stammten aus Deutschland (von sehr angesehenen Winzern), aus Frankreich, aber auch aus den USA oder anderen Ländern. Hier habe ich zum ersten Mal erfahren, was in Deutschland als „guter Spätburgunder“ definiert wird, und ich war damit durchgängig nicht einverstanden. Süffig ja, aber ohne Säure, ohne Tannin, ohne Tiefe, jedenfalls für meine Verhältnisse. Seitdem habe ich mich daran gemacht, diese für mich vorher fremde Welt näher zu erkunden und dabei durchaus spannende Entdeckungen machen können. Dennoch: Dem größten Teil deutscher Rotweine stehe ich weiter ein wenig zwiespältig gegenüber. Jetzt hat der kürzlich durchgeführte „Pinot Noir/Spätburgunder-Kraftakt“ auf einem meiner Lieblings-Blogs, die ich genau wegen ihrer klugen und unvoreingenommenen Art so schätze, ein ähnlich ernüchterndes Ergebnis gebracht.

Jetzt aber konkret zu diesem Wein, der wie gesagt kein Großer sein will. Es gibt ihn z.B. im Weinladen Schmidt und bei den Hammers für 12 €, das gute Stück ist aber auch ansonsten recht weit verbreitet. Von der Farbe her ist der Wein eher hell, was für mich noch nie ein Manko dargestellt hat. In der Nase kommt zunächst ein kleiner Stinker, lassen wir ihn also etwas lüften. Dann folgen Unterholznoten, ein gewisser Alkohol und von der Frucht her eher Holunder als Himbeere. Am Gaumen ist der Wein rauchig-würzig-transparent, die Himbeerfrucht setzt sich stärker ein. Später kommt wieder diese Mischung aus Unterholz und Holunder, das Holz ist sehr schön dezent, die Tannine dafür durchaus vorhanden. Dies ist ein sehr deutscher Spätburgunder, ein anständiger dazu. Was mir persönlich aber kolossal fehlt, sind eben Säure und Finesse. Natürlich ist der Wein überhaupt nicht süß und auch meilenweit von dem belanglosen Zeug entfernt, was ansonsten im Gutswein-Bereich angeboten wird. Man merkt allerdings, dass ein Puffer für Frucht und Würze nicht existiert. Ich würde diesen Wein dann auch eher für gemüsige als für fleischliche Gerichte vorschlagen.

Meine Punkte: 5 für Eleganz, 4 für Charakter, macht 13 MP insgesamt. Ich brauche jetzt wohl nicht extra zu erwähnen, dass mein Motto lautet „wider die asymptotische Punktbewertung“. Das bedeutet auf gut Deutsch, dass eine Skala dazu da ist, auch ausgenutzt zu werden und nicht etwa, dass sich auf den letzten 10 Prozent des Spektrums alle Weine der Welt befinden, die vorgeblich so nah am Optimum sind, es aber nie erreichen werden.

Zurück zu den allgemeinen „Problemen“ des deutschen Rotweins: Die Klone sind meist nicht so toll. Wer sich damit mal ein bisschen näher beschäftigen möchte, hier ist eine luxemburgische Übersicht über die Eigenschaften der Spätburgunder-Klone. Zum Glück steigt die Qualität auf Kosten der Quantität langsam an, aber wenn man bedenkt, dass beispielsweise burgundische Dorfappellationen zum Teil einen Hektarhöchstertrag von 45 hl vorgeben, dann ist man da in Deutschland noch ein ganzes Stück entfernt. Neue Klone braucht also das Land. Oder vielmehr gar nicht, denn es gibt sie ja schon alle, sie müssten nur häufiger verwendet werden.

Was die spätere „Nachbehandlung“ anbelangt, fallen mir da spontan Entsäuerung und Ausfällen von Tanninen ein, die einen Rotwein so putzig stummelig erscheinen lassen, wie das bei vielen deutschen Rotweinen leider der Fall ist. Das hat – ich wiederhole mich – nichts damit zu tun, dass ich einen „deutschen Spätburgunder-Stil“ geringer schätzen würde als einen Burgunder von der Côte d’Or. Aber was ist ein „deutscher Spätburgunder-Stil“? Wenn damit hellere, schlankere, raffiniertere, fast „rieslinghafte“ Weine gemeint sind, sehr gern. Wenn es aber um auf irgendeine Art „getrimmte“ Weine geht, dann sollte man sich das mit dem Stil besser doch noch mal überlegen.

Weshalb aber lasse ich meinen leichten Frust über die immer noch dürftige Qualität deutscher Rotweine ausgerechnet bei dieser Probe ab? Weil Leute wie Hans Oliver Spanier und eine ganze Reihe anderer Spitzenwinzer das ändern können. Und das nicht nur allein deshalb, weil sie gut sind. Sondern vor allem, weil sie erfolgreich sind, weil sie eine Art Vorbildcharakter haben können und andere Winzer mitziehen, die sich den Schritt in Richtung bessere Weinbergspflege und sparsamere Kellerbehandlung bislang noch nicht getraut haben. Dann wird’s vielleicht auch was mit den deutschen Demeter-Kellerrichtlinien, aber uff uff, das ist ein ganz anderes Thema.

Habt Ihr Euch bis hierhin durchgekämpft? Wie denkt Ihr über deutsche Rotweine? Bin ich ungerecht?

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13 Antworten zu Weinprobe: Battenfeld-Spanier Spätburgunder 2008

  1. jens schreibt:

    Hallo Matze!

    Du bist überhaupt nicht ungerecht. Wie Du es geschildert hast, dass könnte auch meine Geschichte sein mit französsichem Pinot Noir und deutschem Spätburgunder. Wie Du, bin auch ich hauptsächlich französisch sozialisiert worden mit Rotweinen und im Weißweinbereich mit Riesling. Deutschland war und ist auch für mich in erster Linie ein Weißweinland, wenn man das überhaupt so pauschal sagen kann. Die Qualität die „wir“ im Weißweinbereich erreicht haben und die auch international anerkannt ist, die haben wir im Rotweinbereich noch lange nicht erreicht und werden das meiner Meinung nach auch nicht tun.

    Den von Dir getrunkenen Rotwein von HO Spanier kenne ich nicht und kann deshalb auch nicht urteilen. Ich habe jedoch mit deutschem Rotwein einige positive Erfahrungen gemacht. Erst gestern Abend hatten wir einen 2005er Eichberg R vom leider jüngst verstorbenen Wolf Salwey im Glas der sich nach einer guten Stunde in der Karaffe sehr schön zeigte.

    Weiterhin kann ich Dir das Weingut Kreuzberg und den Deutzerhof empfehlen. Beide Weingüter liegen an der Ahr und machen Spätburgunder und im Falle Kreuzberg auch andere, wirklich abgefahrene Sachen (Frühburgunder und Cab Franc als Cuvée z. B.) die ich gelegentlich kaufe. Der Deutzerhof hat eine Stilistik die mich dann an das Burgund erinnert und die Weine profitieren sehr von einer Reifung auf der Flasche. In der gleichen Preisklasse wie der Wein von HO Spanier „boxt“ auch der Balthasar C. von Wolfgang Hehle (Deutzerhof). Er kostet ab Hof 14 Euro und macht schon gehörig Spaß.

    Grüße Jens

    • chezmatze schreibt:

      Hallo Jens,

      ja, den Balthasar C. hatte ich auch schon mal im Glas. Ich würde auch nie behaupten, in Deutschland könne man keinen Rotwein machen, aber irgendwie ist die Findungsphase mit den dünnen Barrique-Teilen und danach mit dem überextrahierten Zeug auch schon eine Weile her. Und dafür finde ich grosso modo viele Weine immer noch ein bisschen zu dürftig. Ausnahmen gibt’s natürlich immer, keine Frage. Ich sehe das ja wirklich nur aus meiner Sicht mit meinem Geschmacksempfinden, aber ich neige auch zu Deiner Aussage mit dem unterschiedlichen Niveau im Weißwein- und Rotweinbereich.

      Viele Grüße, Matze

  2. Schnutentunker schreibt:

    Ja, Du bist ungerecht 😉
    Denn Ausfällen von Tanninen oder entsäuern, wer macht das denn? Weder Herr Spanier noch einer der bei dem ‚Kraftakt‘ vertretenen noch irgendein anderer, der was auf sich hält, oder? Das machen die Jungs für den Supermarkt, glaube ich (oder sollte ich sagen, will ich glauben?)
    Meine Replik findest Du zum einen hier:
    http://schnutentunker.wordpress.com/2009/11/27/markus-molitor-brauneberger-mandelgraben-spaetburgunder-2005/
    und zum anderen hier:
    http://schnutentunker.wordpress.com/2010/04/01/philipp-kuhn-laumersheimer-kirschgarten-spatburgunder-grosses-gewachs-2005-pfalz/
    Sorry für die langen Links, aber eine Antwort hier wäre noch viel länger.
    Wenn Du ein paar Tipps für Mindblowing Spätburgunder haben willst, sag bescheid…

    • chezmatze schreibt:

      Hallo Schnuti,

      die Links sind doch gar nicht lang, ich lese sowas gern!

      Was Du aber garantiert nicht wissen möchtest, ist die Antwort auf die Frage, wer entsäuert oder Tannine „abmildert“ 😉 Das beschränkt sich nicht auf die Supermarkt-Jungs, aber das ist auch ein ganz komplexes Thema. Da gibt es zum Beispiel (gute) Winzer, die in ihrem 2010er-Jungwein auf einmal unbehandelte Säurewerte von mehr als 10g/l gemessen haben. Was tun? Zähne zusammen und durch? Alles wegkippen? Gar nicht so einfach. Trotzdem bin ich natürlich prinzipiell und wenn es irgend möglich ist, gegen derartige Manipulationen. Das mit den Tanninen ist übrigens weit verbreitet.

      Was deutsche Spätburgunder anbelangt, bin ich natürlich auch der Überzeugung, dass es darunter sehr schöne Exemplare gibt. Ich werfe jetzt einfach mal „Fürst Centgrafenberg R“ in die Runde. Trotzdem bleiben das meiner bisherigen Erfahrung nach Ausnahmen.

      Was ich aber nicht verschweigen möchte: Burgund ist für mich absolut nicht der Himmel. Es gibt kaum ein anderes Anbaugebiet, bei dem man sich so wenig sicher sein kann, ob ein Wein gut oder dürftig ist. Dasselbe, was Du in Deinem ersten Artikel schreibst, kann man für Burgund auch behaupten. Da helfen häufig keine Grand-Cru-Lagen, sondern oft nur Tipps von anderen, die schon 300 Pinot Noirs „durch“ haben und deshalb mehr Erfahrungswerte besitzen. Oder ein paar extrem zuverlässige Winzer, die einfach keinen einzigen Wein verhunzen. Auch unter Burgundern hatte ich nämlich schon etliche dünne Vertreter, aber auch nicht wenige modernistisch-marmeladige Dicksäcke. Liegt’s an der Rebsorte? Ich fürchte nein, trotz aller Kapriziosität.

      Übrigens bin ich jetzt in Istanbul, da wird’s mit Spätburgundern schwierig 😉 Aber ich habe gerade einen Wein aus der Rebsorte „Kalecik Karası“ gekauft, der soll angeblich einem Pinot Noir gar nicht unähnlich sein. Ich bin jedenfalls gespannt…

      Viele Grüße, Matze

  3. Marqueee schreibt:

    Zum Thema deutsche Spätburgunder will ich mich jetzt nicht mehr einlassen, dafür ist’s im Moment eine Spur zu spät, aber wenigstens einen Satz zu Herrn Spanier und was er alles richtig macht: den Pettenthal 2009, zum Beispiel. Der ist mit weitem Abstand das mineralischste an Riesling, was mir in letzter Zeit untergekommen ist. Wirklich ein grandioser Wein.

    Recht sympathisch und eloquent ist er übrigens auch, der Herr Spanier. Und, was ich ja immer ganz besonders zu schätzen weiß, spürbar von jenem inneren Leuchten oder Brennen oder (whatever) erfüllt, das Menschen auszeichnet, die sich einer Sache mit echter, ungekünstelter Leidenschaft und Hingabe widmen.

    So weit das Wort zur Nachtruhe…

    • chezmatze schreibt:

      Hast Du den tatsächlich schon ausgetrunken? Das ist ja fast so schlimm wie bei mir und dem Hubacker 2009 😉 Ich habe mir von Frau Spanier-Gillot die etwas kleineren Weine gekauft und von Herrn Spanier den Frauenberg erst einmal in den Keller gestellt. Den möchte ich lieber etwas gereifter erleben. Ansonsten kannst Du sehr gern noch etwas zum Thema deutsche Spätburgunder sagen, das hat sich – wie mir scheint – noch nicht wirklich erschöpft. Was Du zu jenem Herrn Spanier schreibst, ist doch sehr schön, und genau deshalb glaube ich auch, dass solche engagierten Menschen irgendwie orientierend wirken können.

      • Marqueee schreibt:

        Ach soviel habe ich zum Thema Spätburgunder letztlich gar nicht beizutragen. IN DER REGEL geht es mir ähnlich wie Dir, das deutsche Spitzenburgundertum kann ich oft nicht wirklich nachvollziehen. Zwei Ausnahmen sind für mich (nicht ausnahmslos aber doch mit bemerkenswerter Konstanz) der vn Dir auch schon genannte Rudolf Fürst, dessen 2009er Schloßberg (eine Einzelparzelle innerhalb des Centgrafenbergs, wenn ich das recht verstanden habe, mich am Montag mit Tiefe und Vielschichtigkeit beindruckt hat. Ähnliches gilt für den Kammerberg von Friedrich Becker. Blind getrunken ergibt sich dann doch immer wieder einmal die ein oder andere faustdicke Überraschung . So zum Beispiel im letzten Jahr ein wirklich gut gereifter 90er Ihringer Winklerberg, der sich als Pirat in einer recht gut besetzten Burgunder-Probe für mich überraschend gut geschlagen hat.
        Insgesamt habe ich den Eindruck, dass sich gerade im Bereich Spätburgunder momentan noch einmal ein Menge tut. Es wird viel ausprobiert, experimentiert, auch mit neuen Klonen und auch auf einer Sub-VDP Ebene. Auch bei den Gütern aus 2. und 3. Reihe kehren die Kinder langsam aus Geisenheim zurück und ich glaube, wenn es eine Rebsorte gibt, der ein etwas „akademischerer“ Ausbau gut tut, dann ist das – neben dem Riesling – der Spätburgunder. Ich hatte im Winter die Gelegenheit, einer größere Menge Pinot Noirs von der Mosel zu probieren, alles Weine, die preislich von GG-Niveau weit entfernt waren und kann sagen, wenn das so weiter geht, dann kommt da eine Menge ganz erfreuliches auf uns zu. Sicher nicht durch die Bank und ausnahmslos, aber das ist ja – wie Du selbst schreibst – auch im Burgund nicht so.

      • chezmatze schreibt:

        Ja, Eure Probe war wahrhaftig nicht schlecht besetzt, wie mir scheint 😉 Und ich bin auch durchaus der Hoffnung, dass sich im deutschen Rotweinbereich etwas tut, jedenfalls ist meiner bescheidenen Meinung nach noch viel Luft nach oben. Da es seltsamerweise praktisch Jahrgangs-Abverkäufe gibt und es mittlerweile schon schwer wird, einen halbwegs gereiften deutschen Rotwein zu bekommen, habe ich meine Käufe erst mal in den Keller gesteckt, darunter eben Fürst, Huber, Becker oder auch Frank John. Mit dem „Schlossberg“ von Fürst meinst Du sicher den Klingenberger. Das ist sicher eine der spannendsten Lagen überhaupt (liegt auf der „anderen“ Mainseite vom Centgrafenberg aus gesehen), und ich bin mal gespannt, was uns bei zunehmendem Alter der Reben da noch erwartet. Aber mir ging’s eigentlich (wie Dir sicher auch) eher um das Mittelfeld. Ich finde, viel hilft auch schon, wenn die deutschen Winzer möglichst viele „fremdländische“ Weine probieren, damit sie einfach einen größeren Horizont entwickeln. Dann weiß man auch eher, WARUM man eine bestimmte Richtung verfolgen möchte – finde ich.

  4. Marqueee schreibt:

    Du hast natürlich recht – ich meinte den Klingenberger Schloßberg. Das mit der „Unterlage“ des Centgrafenbergs hatte ich kurz falsch abgespeichert, das war natürlich der „Hunsrück“ – der im übrigen ebenfalls höchst probierenswert ist.

    Was den „Horizont“ der deutschen Winzerschaft betrifft, so sehe ich eigentlich recht optimistisch in die Zukunft, denn das ein oder andere „Wanderjahr“ im Ausland gehört doch inzwischen ebenso zum Standard-Rüstzeug vor der Betriebsübergabe wie das Geisenheim-Diplom.

    Beim winzerischen Mittelfeld gilt es, so denke ich, Geduld zu beweisen. Wie schon gesagt, ich habe unlängst von Mosel (und Rheingau) einiges probiert, was durchaus hoffen läßt…

    • chezmatze schreibt:

      Hast natürlich Recht, aber nach meinem persönlichen Geschmack sind bei den „Wanderjahren“ etwas zu viel Neue-Welt-Produzenten dabei. Klar, Englisch lernt man halt in der Schule, aber oft kommt ein Winzerjüngling dann aus Südafrika zurück und hat nur (methodisch) Abschreckendes gesehen und wenig Inspirierendes…

  5. Pingback: Edit deutsche Rotweine: akzeptiert vs manipuliert | Chez Matze

  6. Vinoveritas schreibt:

    Servus,
    interessante Diskussion. Seit Jahren nehme ich die großen Unterschiede von französischem Pinot und deutschem Spätburgunder war. Da ich selber einen kleinen Hobbyweingarten habe und dabei einen FR13-Klon aus deutschen Landen kultiviere, bin ich ziemlich sicher, dass die Klone das Problem sind. Sie sind besonders wassertolerant, also eben auf unser Klima eingestellt. was natürlich die Ertragsseite absichert. Aber Tannine fast null, das wurde dem Burgunder streng abgewöhnt, vor nicht allzu langer Zeit war man ja noch stolz auf diese Fruchtsäfte. Hier muss man ansetzen.

    Vielleicht kennt jemand eine Adresse, wo man hierzulande echte Franz-Klone bekommen kann?

    Saluti

    • chezmatze schreibt:

      Hallo Wolfram (falls Du’s bist, ich hab einfach in Dein Impressum geschaut ;),

      vielen Dank für Deinen Beitrag! Falls Du in der Nürnberger Gegend bist, Martin Kössler weiß sicher, wo es die gibt. Ansonsten verwendet beispielsweise Holger Koch (http://www.weingut-holger-koch.de/weingut.php) die echten französischen Klone. Du kannst ihn bestimmt gern fragen, er ist ja sehr hilfsbereit und engagiert.

      Viele Grüße, Matze

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