Die weltbeste Suppe – aus Afrika!

Liebe Freundinnen und Freunde, die Ihr regelmäßig Kochblogs konsultiert und in dieser Hinsicht bei mir bislang überhaupt nichts zu lachen hattet, Ihr könnt aufatmen: Im neuen Jahr soll alles anders sein! Diese Suppe ist eine der vielen Varianten der kongolesischen „Muamba Nsusu“, die meine Nachbarn in Lüttich immer gekocht haben. Seitdem habe ich mir das Kongofieber zugezogen, koche diese Suppe sehr oft und besitze eine beachtliche Sammlung kongolesischer Musik, vor allem aus den 1960er und 1970er Jahren. Aber nicht ablenken lassen, hier kommt das Rezept in Bildern:

Ihr braucht mindestens eine Herdplatte, besser zwei, einen großen Topf, eine kleine Pfanne, ein Messer, einen Rührlöffel und eine Suppenkelle. Das sind geringe technische Voraussetzungen, nicht wahr? Die Zutaten gibt es jetzt der Zubereitungsreihenfolge nach in Bildern:

Palmöl

Zwiebeln

Huhn

Knoblauch, Ingwer

Brühwürfel

Lampionpfeffer

Okras

Tomaten

Blattgemüse

Kokosmilch

Koriander

Kochbanane

…………………………………………………………………………………………………………………………………………….. So, das waren alle Zutaten. Ein paar davon sind in Hinterzipfelsdorf schwer zu bekommen, ich muss es zugeben. In Großstädten hat dagegen irgendein Asia-Shop, ein Inder um die Ecke oder gar ein afrikanischer Laden die entsprechenden Produkte vorrätig. Die absolut wichtigste Zutat sind die Pfefferschoten, denn das hier wird eine echt afrikanische Suppe mit entsprechendem Feuer. Bei der Verwendung von „normalen“ Chillies fehlt leider der fruchtige Geschmack, den die Lampionsorten auszeichnet. Jetzt aber ans Kochen:

Zunächst ein bisschen Palmöl in den Topf geben. Palmöl besitzt nicht nur einen typischen Geschmack, sondern färbt die Suppe auch ganz charakteristisch ein. Stellt den Herd nicht auf volle Kraft und lauft dann weg, das Palmöl fängt schnell an zu kokeln. …..

Häckselt die Zwiebeln und weint ein bisschen dabei. Ich hab’s auch schon mal mit Taucherbrille versucht, funktioniert prima, aber Ihr solltet dabei keinen überraschenden Küchenbesuch bekommen – wirkt etwas irr. ……………………………………………………………………………..

Zwiebeln in den Topf geben und kurz anschwitzen lassen. ……………………………………………………………………………………….. ……………………………………………………………………………….. …………………………………………………………………………………. ……………………………………………………………………….

Knoblauch klein schneiden, aber nicht extrem fein. Drei Zehen kommen hier rein zum Weichkochen, das wird dann eher so eine Art Gemüse. ……

 

Währenddessen die Hähnchenschenkel in der Palmöl-Zwiebel-Melange von beiden Seiten anbraten, damit sich die Poren schließen. Die Haut kann entweder vorher abgezogen werden oder nach dem Kochen. Letzteres hat den Vorteil, dass das Hühnerfett der Suppe zusätzlichen Geschmack verleiht.

Brühwürfel und Wasser dazugeben – oder echte Brühe vom Vortag. Schüttet zu Anfang nicht zu viel rein, der Topf wird noch voll genug, und strecken könnt Ihr ja immer noch. Die klassisch „afrikanischen“ Brühwürfel sind die „Cubes d’Or“ von Maggi. Leider bestehen sie praktisch nur aus Glutamaten.

Ingwer raspeln oder klein schneiden und rein damit in die Suppe.

…………


Pfefferschoten entkernen, klein schneiden und in die Suppe geben. Ich weiß nicht, ob ich hier große Warnungen aussprechen muss. Mehr als zwei pro Topf müssen es nicht sein, und Ihr wisst schon, was man danach mit ungewaschenen Händen alles nicht machen sollte.

So sieht das Süppchen inzwischen aus. ……………………………………….

 


Tomaten dazu geben. Ganze Tomaten sollte man vorher noch etwas zerkleinern. Natürlich gehören eigentlich reife Tomaten vom Feld in die Suppe, aber wer schon mal seine Erfahrungen mit diesen wassergefüllten, rotgefärbten Rüben aus dem Supermarkt machen durfte, nimmt dann doch lieber die Dose.

Okras sind kein zwingender Bestandteil dieser Suppe, und wer die etwas schleimige Konsistenz nicht mag, kann sie meinetwegen auch weglassen. Afrikaner lieben aber ihre „Gombos“, und ich bin auch der Meinung, dass ohne sie der Suppe etwas fehlt.             ……….

Diesmal hatte ich als Blätter den gelegentlich bösartigen „Schwarzen Nachtschatten“ genommen, weil ich die entsprechende Dose mit dem Hinweis auf dieses malegassische Nationalgericht zufällig gefunden hatte. Ansonsten tun es aber auch Süßkartoffel- oder Spinatblätter, Hauptsache grün.

Als vorletzte Zutat kommt die Kokosmilch in die Suppe. Auch Kokosmilch ist eigentlich nicht essentiell. Aber erstens bringt sie einen richtig „tropischen“ Geschmack mit, und zweitens mildert sie die Schärfe des Pfeffers gut ab, ohne sein Aroma zu stehlen. …………………………………………………………………………………………….

Die letzte Zutat ist Koriander. Je nach persönlicher Vorliebe kann man Kokosmilch und Koriander vor oder nach dem etwa einstündigen Kochvorgang in den Topf geben. Wer es etwas frischer mag, wählt auf jeden Fall die späte Variante. …………………………………………………………………………………….

Da wir hier bei der De-Luxe-Version sind, wo die Gäste nicht nachher an ihren Hühnerknochen rumnagen sollen, nehmt nach einer guten halben Stunde Kochzeit die Hühnerbeine aus dem Topf, zieht die Haut ab und macht aus dem Rest Frikassee. Das kommt dann wieder rein und köchelt noch eine Weile.

Klassische Begleitung zu solchen Suppen ist in Afrika oft Fufu, ein fester Brei aus Maniok oder Yams. Ich persönlich finde Kochbananenscheiben aber wesentlich attraktiver. Schneidet eine solche – reife! – Kochbanane also in Scheiben und heizt auf der zweiten Herdplatte schon mal das Palmöl an.

Lasst die Kochbananen dann von beiden Seiten goldbraun anbraten. Wenn Ihr einerseits die Scheiben rechtzeitig wendet und andererseits nicht die Banane mit noch kaltem Fett volltrieft, werdet Ihr verblüfft sein, wie leicht das geht.                …………………..

So in etwa sieht die fertige Suppe aus. Wie immer bei Suppen ist der Geschmack wesentlich besser als das optische Erscheinungsbild.


Und so sehen die gebratenen Kochbananenscheiben aus, nachdem Ihr sie mit Küchentüchern abgetupft habt. ………………………….. …………………………………………………………………………………………. …………………………………………………………………………………………… ………………………………………………………………………………………..

.Wie ich schon sagte, es gibt unzählige Varianten dieser Suppe. Man kann sie milder machen, die Kokosmilch weglassen, Erdnusspaste zufügen (schmeckt auch super, ist aber heavy) oder – wie in dem Fall links – statt Huhn Tintenfisch oder anderen Fisch kochen. Schmecken tut die Suppe immer. Und ich verspreche Euch, Eure Gäste werden total beeindruckt sein von einem derartig raffinierten exotischen Gericht. Dabei kostet es nur ein wenig Zeit und ist selbst für absolute Laien kein Problem. Jedenfalls ist es nicht annähernd so kompliziert wie das nervige Formatieren der Fotos in diesem völlig ungeeigneten Computerprogramm.

Und was trinkt man dazu? Natürlich Bourbon Whisky, kann man ja links auf dem Bild sehen. Obwohl, dieser seltsame Vogel auf dem Etikett sieht ja nun gar nicht nach Kentucky aus. Er kommt auch von der Insel Réunion im Indischen Ozean, heißt „Dodo“ und ist bereits ausgestorben. Das gleichnamige Bier der „Brasseries de Bourbon“ hingegen erfreut sich großer Beliebtheit und passt hervorragend zu der afrikanischen Suppe. Es ist leicht und spritzig mit gewissen Zitronennoten, weit entfernt von der Hopfen- und Malzborniertheit europäischer Produkte. Warum dieses Bier bei diversen Wettbewerben Goldmedaillen davongetragen hat (zuletzt 2007 in Barcelona), bleibt mir allerdings verborgen. Wahrscheinlich ging es aber nach dem guten, alten Motto „Gewinnen kann nur der, der auch antritt“, und in der Kategorie „leichtes, tropisches Lagerbier mit einem stilisierten Vogel auf dem Etikett“ gab es wohl nicht allzu viele Mitbewerber. Jetzt aber „Bon appétit“!

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5 Antworten zu Die weltbeste Suppe – aus Afrika!

  1. Werner schreibt:

    Tolles Rezept und gute Bilder, würde ich gerne auch mal versuchen. Viele Grüße, Werner

  2. Knoppers schreibt:

    Hallo ich koche auch gerne Afrikanisch. Können Sie bitte noch die genaue Menge des Okras des Ingwer und der gleichen mitteilen ? Würde das Rezept gerne einmal nachkochen wollen.

    • chezmatze schreibt:

      Ich muss zugeben, dass ich ein Pi-mal-Daumen-Koch bin – also eigentlich in allerbester afrikanischer Tradition. Ich glaube, ich habe noch nie zwei Suppen mit exakt den gleichen Zutatenmengen gekocht. Was die Okras anbelangt, nehme ich immer ein Handvoll, also so etwa zehn Stück, nicht mehr. Je nach persönlicher Vorliebe kann man bei den Elementen Zwiebeln, Tomaten und Okras auch variieren. Ich halte da gern die Waage, aber da meine Freundin Okras nicht so gern mag, ist das Gleichgewicht eher in Richtung Tomaten verschoben, wenn sie kocht. Beim Ingwer habe ich zwei verschiedene Varianten: also entweder so etwa 3-4 cm fein raspeln oder eine halbe Knolle nehmen, überall anschneiden, in den Topf legen und nachher dann wieder rausnehmen (also nur zum Saften verwenden). Viel Spaß auf jeden Fall!

  3. Didi Amon schreibt:

    Also ich hab die Suppe ausprobiert! Die schmeckt wirklich lecker!

    • Matze schreibt:

      Super! Und die Suppe ist trotz der vielen Zutaten nicht schwierig zu machen. Okay, sonst hätte ich’s auch nicht hier veröffentlicht, ich kann ja wesentlich besser essen als kochen ;).

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