Biertest 2: Englische Ales (1)

Englische Ales haben ja den Ruf, keinen Schaum und keinen Spund zu haben, zudem noch wenig ästhetisch im randvollen Glas zu hocken. Was hiermit zu widerlegen wäre. Weil ich mir nicht sicher war, ob das mit dem Video überhaupt funktioniert, habe ich schnell die Gunst der Stunde genutzt und gleich drei englische Ales auf einen Schlag getestet: 1. das St Peter’s Mild von der Nordseeküste, 2. den Cheddar Ales Potholer aus Käsehausen und 3. das St Austell Admiral’s Ale aus dem schönen Cornwall. Sechs Stunden lang hat das Video nachts zum Hochladen gebraucht, puh…

Meine außergewöhnlichen Sprachkenntnisse scheiterten allerdings schon an der ersten Bierhürde, denn ich habe immer „Mild“ gesagt wie „milder Rotwein“ statt „maild“ wie „Wild, Wild West“, aber gut.

Die Biere von St Peter sind allein von der Flaschenform her unverkennbar und je nach Sorte nur mit einer anderen Etikettfarbe ausgestattet. Obwohl ich nicht so top zufrieden war mit dem Charakter dieses Mild (ich hatte es, tja, milder erwartet), würde es mich schon interessieren, wie das „Winter Ale“ derselben Brauerei schmeckt – passt schließlich zur Jahreszeit.

Die Punkte: 3 für Eleganz, 6 für Charakter, macht 12,5 MP insgesamt.

Der „Potholer“ von Cheddar Ales war bei Waitrose fast schon vergriffen, was aber vor allem daran liegen dürfte, dass das Bier hier aus der Gegend stammt und nicht alle Supermarktkunden ständig zur Brauerei fahren, um sich einen Kasten zu holen. Wäre ich jemand, der in seinem Leben bislang ausschließlich deutsche Biere getrunken hätte, wäre das hier mein absoluter Top-Favorit. Auch Cheddar hat mit dem „Festive Totty“ ein Weihnachtsbier im Angebot, dazu das etwas flach aber wirkungsvoll benannte Best Bitter „Gorge Best“ [Fußnote: „Cheddar Gorge“ sind die bekannten Höhlen am Ort, „George Best“ war der kickende fünfte Beatle ehrenhalber].

Die Punkte: 8 für Eleganz, 4 für Charakter, macht 15,5 MP insgesamt.

Das dritte Bier, „St Austell Admiral’s Ale“, stammt von der größten, ältesten und bekanntesten der drei Brauereien. Wer jemals im Sommer in Cornwall war, wird sicher das eine oder andere Bier dieser sehr renommierten Brauerei zu sich genommen haben. Auch sie brauen mittlerweile ein Weihnachtsbier, das „Raisins to be cheerful“. Übrigens hat auch das Admiral’s Ale im Verlauf der unvermeidlichen Temperaturerhöhung auf unserem Tisch zunehmend rosinige Noten angenommen.

Die Punkte: 6 für Eleganz, 6 für Charakter, macht 16 MP insgesamt.

Alles in allem war das ein Biertest mit wirklich interessanten und gut gemachten Produkten. Als Einstieg in die Welt des „Real Ale in a bottle“ hätte ich mir kaum bessere Interpreten wünschen können. Schade, dass man in Deutschland so wirklich gar keine dieser Biere bekommt. Oder kennt jemand einen Laden, der so etwas führt?

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