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	<title>Chez Matze</title>
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	<description>Notizen aus der Probierstube</description>
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		<title>Stadteinsichten: Jakarta, Indonesien</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 07:52:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chezmatze</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Überall in Indonesien geht es aufwärts, nur in Jakarta geht es abwärts.“ Tief bin ich in den weißen Ledersessel eingesunken, hier im Chefbüro von UNHCR in Central Jakarta. Inwiefern es abwärts geht, möchte ich wissen, die Stadt mache doch einen &#8230; <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2012/02/22/stadteinsichten-jakarta-indonesien/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4547&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/tropenwald.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4559" title="Tropenwald" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/tropenwald.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>„Überall in Indonesien geht es aufwärts, nur in Jakarta geht es abwärts.“ Tief bin ich in den weißen Ledersessel eingesunken, hier im Chefbüro von UNHCR in Central Jakarta. Inwiefern es abwärts geht, möchte ich wissen, die Stadt mache doch einen enorm dynamischen Eindruck. „Ja,“ meint mein Gesprächspartner, „das ist Fluch und Segen zugleich. Nie zuvor hat es so viel Geld in Indonesien gegeben. Und niemals gab es eine Mittelschicht – ich spreche hier von Menschen mit einem Jahreseinkommen von 4.000 US$ &#8211; die sich so viel leisten konnte. Aber die Infrastruktur hält mit dieser Entwicklung nicht Schritt, der Verkehrskollaps, die unzureichenden Wohnverhältnisse bei ständiger Zuwanderung vom Land, auch die schlechte Bildungssituation. Grundsätzlich bin ich optimistisch, aber es dauert sicher noch 20 Jahre, bis sich hier in Jakarta die Verhältnisse harmonisiert haben.“ Ihr merkt schon, diesmal wird es nicht primär um Essen gehen, denn ich habe wieder einmal einen meiner berüchtigten Stadtrundgänge gemacht. Angefangen hat alles noch ganz offiziell mit diesem Termin.<span id="more-4547"></span></p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/transjakarta-busspur.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4557" title="Transjakarta, Busspur" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/transjakarta-busspur.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Indonesien, was ist das überhaupt? Zunächst einmal ein erstaunliches Staatsgebilde. Über 17.000 Inseln gibt es, 360 verschiedene Volksgruppen, und von Sumatra im Westen bis nach Papua-Neuguinea im Osten ist es weiter als von Hamburg nach Afghanistan. Und doch hat man sich auf eine gemeinsame Sprache geeinigt, Bahasa Indonesia, das für die meisten Menschen außerhalb der Haupt(stadt)insel Java weiterhin nur als Zweitsprache fungiert. Was Indonesien ausmacht, konnte ich gerade bei meinem Mittagessen in einer dieser Brathütten erleben: Da kommen offenbar ein Inder, ein Chinese und ein Melanesier herein, aber das sind keine Expats aus der Softwarebranche, sondern sozusagen Inpats, alles Indonesier. Ein Wunder, dass dieses geographisch so zerfaserte Staatsgebilde einigermaßen konfliktfrei funktioniert.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/schwalbe-sehr-schnell.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4555" title="Schwalbe, sehr schnell" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/schwalbe-sehr-schnell.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>&#8220;Da unten steht ein Polizeiauto,&#8221; reißt mich mein Gastgeber aus meinen siestahaften Träumen, &#8220;das haben uns die Indonesier für die Objektbewachung zur Verfügung gestellt. Es steht immer dort, Tag und Nacht. Das tut es vor allem deshalb, weil die Regierung kein Geld dafür hat, den Tank zu befüllen. Eine symbolische Unterstützung also, mehr nicht. Aber ich finde es sehr wichtig, dass man in Indonesien langsam bereit ist, solche Verantwortung zu übernehmen, wenn auch zunächst nur symbolisch. Die Bevölkerung ist die viertgrößte der Welt, das Bruttoinlandsprodukt wächst jedes Jahr um sechs Prozent. Da wird es Zeit, dass sich Indonesien auch auf politischer Ebene als wichtige Macht begreift.&#8221;</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/strac39fenszene.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4556" title="Straßenszene" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/strac39fenszene.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Allerdings haben nicht alle gleichermaßen an diesem Aufschwung Anteil. Ein Viertel der Bevölkerung lebt weiterhin unter der Armutsgrenze, während die SUVs auf Jakartas Straßen mittlerweile zum Alltagsbild gehören. Kaum ein Auto, so scheint mir, ist hier älter als zwei Jahre. Die romantischen Klapperkisten, mit denen in vielen Ländern noch herumgeschaukelt wird &#8211; in Jakarta komplette Fehlanzeige. Wer sich keinen neuen Toyota leisten kann (und im letzten Jahr sind immerhin 800.000 Neuwagen in Indonesien zugelassen worden), besorgt sich zumindest ein Moped. Davon wurden im letzten Jahr 8 Millionen Stück verkauft. An jeder Straßenecke stehen die Mopedmänner und rufen &#8220;Djek, Djek!&#8221;, was eine Mitfahrmöglichkeit auf dem Hintersitz bedeutet. Alles Kleinunternehmer, kaum jemand irgendwo registriert. Aber die staatlichen Institutionen zahlen schlecht, da muss man auf andere Weise für den Unterhalt sorgen.</p>
<p>Unten auf der Straße treffe ich einen alten, zahnlosen Mann, der mir eine Ampel zeigt, als ich gerade versuche, eine achtspurige Straße auf indonesische Art zu überqueren. Der Mann spricht ausgezeichnet Englisch und ist gerade auf dem Weg zu seiner Arbeit. &#8220;Meiner zweiten Arbeit&#8221;, ergänzt er, früher hätte er für das Tourismusministerium gearbeitet. Aber die staatliche Rente ist nicht gerade einträglich, und so macht er jetzt im hohen Alter noch Führungen durch die Hauptmoschee, die Istiqlal. &#8220;Public relations&#8221;, nennt er das <a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/in-der-istiqlal-moschee.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4552" title="In der Istiqlal-Moschee" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/in-der-istiqlal-moschee.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>augenzwinkernd. Ich schließe mich ihm an und sehe, dass er den verschiedenen Wärtern, Angestellten und möglicherweise selbsternannten Beschützern des Moscheefriedens kleine Geldbeträge zusteckt. Den erkauften Eintritt, was nichts anderes bedeutet, als dass er hier seinen Geschäften nachgehen darf, holt er sich nachher wieder von den Touristengruppen zurück. Sein Provisionsanteil dürfte dabei der höchste sein, aber die Wärter sprechen nun einmal kein Englisch und kommen auf diese Weise auch nicht an die Touristen heran. Immerhin besitzen sie aber eine Autoritätsposition, in der sie von anderen kleinere Gebühren einnehmen können. Wahrscheinlich mussten sie oder ihre Eltern auch dafür zahlen, dass sie überhaupt in die Wärtertruppe aufgenommen wurden.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/national-monument.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4553" title="National Monument" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/national-monument.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Die Möglichkeit, selbst Genehmigungen jedwelcher Art ausstellen zu können, ist vielleicht auch der Grund, weshalb Polizei und Militär hier besonders schlecht bezahlt sind. Diese ganzen Verknüpfungen von Nepotismus und &#8220;eine Hand wäscht die andere&#8221; sind selbstverständlich Korruption, und an der Spitze, wo es um richtige Beträge geht, hört der ganze Spaß auch auf. Aber in den unteren Regionen könnte man durchaus von Servicegebühren für alle Dinge sprechen, die auf diese Weise vielleicht gar nicht so arg anders geregelt werden, als wenn es strikt einzuhaltende gesetzliche Regelungen dafür gäbe (mit offiziellen Gebühren, versteht sich). Jedenfalls ist das alles mit seiner ganzen Netzwerkerei ein erstaunlich stabiles Gebilde, alles andere als gerecht und fair, aber doch funktionstüchtig.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/schlange-am-bushc3a4uschen.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4554" title="Schlange am Bushäuschen" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/schlange-am-bushc3a4uschen.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>A propos funktionstüchtig, das sind nämlich die klimatisierten Busse der Gesellschaft &#8220;Transjakarta&#8221;. In Ermangelung eines Massentransportsystems und bei chronisch verstopften Straßen sind diese Busse mit ihren eigenen Spuren die einzige Möglichkeit, zuverlässig von einem Teil der Stadt in den anderen zu kommen. Ich hielt mich für ziemlich schlau, in der Rush Hour auf diese Weise an all den stehenden Autos vorbeizufahren. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich von einer Linie zur anderen wechseln musste. Alles, was ich bis dahin an Zeit gespart hatte, stand ich jetzt in einer mehr als 100 Meter langen Schlange. Da aber außer der Wurst alles ein Ende hat, konnte ich dann doch endlich weiterfahren bis zu meinem heutigen Freizeitziel, dem Zoo von Jakarta.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/wurzeln.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4560" title="Wurzeln" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/wurzeln.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Wie bitte, dem Zoo? Das sind doch in solchen Ländern immer ganz traurige Ansammlungen engster Käfige. Ja, aber. In Jakarta ist das alles anders. Der Zoo ist hier nämlich ein riesiges Gelände, tropisch wuchernd, unüberschaubar, mit vielen Essständen, Picknickplätzen, sogar mopedbefahrenen Straßen und einer eigenen Moschee. Und ehrlich gesagt wollte ich nach dem ganzen Tropen-Großstadt-Overkill von Bangkok und Jakarta mal wieder einen ruhigen Platz und ein wenig Grün sehen. Andererseits hat die dürftige Finanzierung diesen ungeheuer staatssozialistisch anmutenden Park auch seiner großen Tiere beraubt. Zum Glück standen also die engen Käfige mit den Schildern &#8220;Leopard, Tiger, Puma&#8221; leer. Die Hauptattraktion befindet sich nahe beim Eingang. Es sind &#8211; unglaublich aber wahr &#8211; Pelikane, wirklich prachtvolle Südhalbkugel-Exemplare.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/tropenschauer.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4558" title="Tropenschauer" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/tropenschauer.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Gerade der hintere Parkbereich wird dann immer mehr zu einer tropischen Wandelroute. Die Affeninsel im künstlichen See ist so riesenhaft groß, dass man auf ihr gar keine Affen sehen kann. Dafür dient der See anderen Zwecken: Ein paar Angler haben es sich hier gemütlich gemacht, einer angelt sogar im Krokodilgraben. Und es werden tatsächlich mittelgroße, runde Fische gefangen. Plötzlich fängt es an zu donnern, und kaum habe ich mich ins Schleichkatzenhaus (sehr nett: der Binturong) gerettet, rauscht ein Tropensturm hernieder, wie es ihn nur hier geben kann. Sofort bilden sich überall kleine Bäche aus Wasser und rötlicher Erde. Nur die großen Spinnen unter dem Dach reparieren ganz gemächlich ihre Netze, denn nach Kassenschluss findet hier noch eine Fütterung der anderen Art statt. Als ich wieder draußen über die Wege patsche, treffe ich dann doch im Schweinegehege ein paar Tiere, die mit dem Regen ausgesprochen einverstanden sind.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/essen.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4551" title="Essen" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/essen.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Meine heutigen Esserlebnisse waren übrigens nicht berauschend. Ich nahm in einem Etablissement Platz, das &#8211; wie ich nachher feststellte &#8211; eigentlich eine Autowerkstatt ist. Weil die Reparaturen aber möglichst sofort erledigt werden und der Kunde nicht deshalb extra wieder mit dem Taxi nach Hause fährt, gibt es eine Art Warterestaurant. In jenem nimmt man verschiedene Speisenvariationen zu sich, hier als &#8220;Paket 1&#8243;, &#8220;Paket 2&#8243; und so weiter bezeichnet. Mein &#8220;Paket 2&#8243; bestand aus einem frittierten Hühnerflügel, einem Erdnussbarren, einem Tofustück, einer scharf-sauren Suppe und natürlich Reis. Gut, ich beschwere mich schon nicht, fand aber die Spieße mit Erdnusssauce vom ersten Abend deutlich schmackhafter.</p>
<p>Morgen werde ich übrigens selbst zu Gast in einer indonesischen Behörde sein &#8211; und mehr Glück beim Essen haben. Ich war dort nämlich schon einmal in der Nähe, mit gefülltem Magen allerdings, und die Straßenstände sahen sehr vielversprechend aus. Und keine Angst, der Artikel wird dann wieder komplett foodlastig. Oder interessiert Euch solches &#8220;Beiwerk&#8221; wie heute auch?</p>
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		<title>Erster Nachmittag in Jakarta</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 15:31:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chezmatze</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Liebe Leute, ich entferne mich immer weiter von Euch. Mittlerweile bin ich auf der Südhalbkugel angekommen, das erste Mal in meinem Leben. Hier in Jakarta werden die Tage seit dem 21. Dezember nämlich wieder kürzer &#8211; wenn auch nur minimal, &#8230; <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2012/02/19/erster-nachmittag-in-jakarta/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4538&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/stand1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4542" title="Stand" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/stand1.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Liebe Leute, ich entferne mich immer weiter von Euch. Mittlerweile bin ich auf der Südhalbkugel angekommen, das erste Mal in meinem Leben. Hier in Jakarta werden die Tage seit dem 21. Dezember nämlich wieder kürzer &#8211; wenn auch nur minimal, schließlich sind wir in den inneren Tropen. Ich war schon ein wenig aufgeregt, weil man mir Jakarta als ein wenig molochös beschrieben hatte. Wahnsinniger Verkehr, Smog, wildes Leben auf den Straßen, zehn Millionen Einwohner in der Stadt, 28 Millionen in der Metropolregion, und immer noch wächst, wächst, wächst alles weiter in sämtliche Richtungen. In den nächsten Tagen werde ich noch mitbekommen, was Jakarta unter der Woche bedeutet. Dafür war es heute am Sonntag sicher vergleichsweise ruhig. Aber nach meinem ersten Eindruck wüsste ich nicht, weshalb ich nicht ziemlich begeistert sein sollte.<span id="more-4538"></span></p>
<p>Lasst Euch übrigens von niemandem einreden, es sei schwierig, gefährlich oder auch nur unangenehm, in Jakarta anzukommen. Nach Visaerteilung und Koffer vom Band holen hat es geschlagene fünf Minuten gedauert, bis ich sowohl mein erstes Geld gewechselt als auch ein Taxi in die Stadt organisiert hatte. Vielleicht habe ich dafür 5 US$ mehr bezahlt, als es günstigerweise hätte sein können. Aber dies ist eine Servicegesellschaft, und eine Unmenge von Leuten samt ihren Familienangehörigen leben davon, Neuankömmlingen wie mir Dinge bequem zu machen. Mein Hotel liegt im Stadtteil Kuningan, und weil die Anfahrt so schön zügig vonstatten ging, hatte ich auch schon die Zeit, mich ein wenig umzuschauen.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/rambutanverkc3a4uferin.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4541" title="Rambutanverkäuferin" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/rambutanverkc3a4uferin.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Wenn ich vom Hotel aus 100 Meter nach links gehe, komme ich zu einer sechsspurigen Straße, die von modernen Wolkenkratzern und Botschafts-Niederlassungen gesäumt wird. Gehe ich hingegen 100 Meter nach rechts, bin ich mitten in einem sehr volkstümlichen Viertel mit ebenerdigen Holzgebäuden, kleinen Läden, Straßenständen, Mopeds und viel Gewühl. Weil ich <em>stante pede</em> Hunger und Durst hatte, kaufte ich erst ein Kilo Rambutan bei einem Mütterchen (weniger konnte man offenbar nicht kaufen) und dann noch eine Art, tja, Currywurst auf Indonesisch. Vielleicht wisst Ihr ja schon, wie das heißt, ich muss es erst noch herausfinden.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/standmitbringsel.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4543" title="Standmitbringsel" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/standmitbringsel.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Es handelt sich dabei um drei Bestandteile. Das Erste sind kleine und relativ zähe Bollen aus Teig, eventuell aus Reismehl. Die Zubereitung konnte ich dabei nicht beobachten, denn diese Dinger lagen schon bereit, als ich gekommen bin. Das Zweite sind Shrimpsknochen. Also keine Knochen, sie sehen nur so aus, sondern auch wieder Teig, hier aber dem Geschmack und der Konsistenz nach eindeutig shrimpsig. Dieser Shrimpsteig wird dann auf ein Bananenblatt gegeben, jenes zusammengewickelt und auf dem Holzkohlengrill ziemlich stark verkohlt &#8211; von außen (könnt Ihr oben auf dem Titelbild sehen). Der dritte Bestandteil ist eine sehr würzige Erdnusssauce, zu der definitiv auch Shrimpspaste gehört, das konnte ich deutlich herausschmecken. Alles zusammen wird in ein kleines Plastiktütchen gegeben, man bekommt einen Holzspieß zum Herauspicken, zahlt umgerechnet 42 Cent, und das war&#8217;s. Schmeckt großartig, aber ich bin natürlich erstens ein Erdnussfreund und mag zweitens auch Scharfes. Super hygienisch sah es nicht aus, aber mal abwarten.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/carrefour.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4540" title="Carrefour" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/carrefour.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Ein paar Schritte weiter gibt es eine dieser sechsgeschössigen Malls, die den traditionellen Markt auch hierzulande peu à peu verdrängt haben. Allerdings könnte man auch sagen, sie haben ihn integriert, denn in dieser Mall kann von Luxusboutiquen keine Rede sein. Im Untergeschoss gibt es &#8211; ja, kein Witz &#8211; den Carrefour, aber auch jener ist eher landesüblich gehalten. Zwar habe ich Butter aus Frankreich und Lindt-Schokolade gesehen, aber die viel größere Abteilung ist diejenige der indonesischen Snacks (ein Thema für sich), und natürlich dürfen auch frittierte Fische und lokale Nahrungsergänzungsmittel nicht fehlen.</p>
<p>Weil das ganze Gebäude so irrsinnig verwinkelt ist und es sicher mehrere hundert Stände gibt (und eben keine &#8220;Geschäfte&#8221;), habe ich nicht gleich wieder herausgefunden. Dabei bin ich in die Abteilung mit den Tonträgern geraten. CDs, DVDs, MP3s, Abertausende. <a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/begrc3bcc39fung.jpg"><img class="alignright  wp-image-4539" title="Begrüßung" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/begrc3bcc39fung.jpg?w=199&#038;h=295" alt="" width="199" height="295" /></a>Witzig und gleichzeitig auch wieder traurig bezeichnend finde ich, dass Indonesien zwar mittlerweile nach den USA der zweitwichtigste Musikmarkt der Welt ist, aber beispielsweise im Wikipedia-Artikel zur Musikindustrie noch nicht mal mit einem Wort erwähnt wird. Übrigens auch in der englischen Version nicht, und die ist wirklich lang. Zur indonesischen Musik werde ich Euch noch gesondert etwas schreiben, denn ich habe ein unglaubliches Video entdeckt, das letztes Jahr hier der riesige Abräumer war und als Nummer Eins auf Twitter solch illustre Gestalten wie Justin Bieber und Osama bin Laden auf die Plätze verwiesen hat. Nebenbei habe ich heute aber schon mal zwei CDs gekauft, einmal &#8220;Salam 2012&#8243; mit den neuesten Pophits und einmal ein altes Keroncong-Album. Der Reaktion der beiden jungen Verkäuferinnen konnte ich dann entnehmen, dass letzteres für Omas und Opas gedacht ist.</p>
<p>Was mir übrigens gleich gegenüber Thailand aufgefallen ist: Die Stimmung ist hier in Indonesien deutlich südländischer, wenn ich das so sagen darf. Es wird ausgiebig gehupt auf den Straßen, der Linksverkehr ist nur so eine Art Vorschlag, und die durch die Straßen flanierenden Grüppchen junger Leute sind wesentlich lauter und ausgelassener unterwegs. Ich hoffe, dass ich es in den nächsten Tagen schaffe, ein wenig tiefer in das Essensreich von Kokos- und Erdnuss, Chillies und Kurkuma, Lontong und Nasi Padang einzusteigen.</p>
<p>War jemand von Euch schon mal in Jakarta und hat entsprechende Tipps auf Lager? Welches indonesische Gericht und/oder Zutat muss ich unbedingt probieren?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/chezmatze.wordpress.com/4538/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/chezmatze.wordpress.com/4538/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/chezmatze.wordpress.com/4538/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/chezmatze.wordpress.com/4538/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/chezmatze.wordpress.com/4538/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/chezmatze.wordpress.com/4538/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/chezmatze.wordpress.com/4538/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/chezmatze.wordpress.com/4538/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/chezmatze.wordpress.com/4538/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/chezmatze.wordpress.com/4538/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/chezmatze.wordpress.com/4538/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/chezmatze.wordpress.com/4538/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/chezmatze.wordpress.com/4538/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/chezmatze.wordpress.com/4538/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4538&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>ThaiBierPokal 2012: Chang Draught vs Red Horse</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 15:29:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chezmatze</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich sollte auf dem Bild links nicht der Stadtplan von Manila abgebildet sein, sondern eine Straßenszene aus der Stadt selbst. Vom Fischerhafen Novotas zum Beispiel oder vom Farmers‘ Market im Stadtteil Cubao. Aber es hat nicht sollen sein. Geschlagene zwölf &#8230; <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2012/02/17/thaibierpokal-2012-chang-draught-vs-red-horse/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4530&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/titel2.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4532" title="Titel2" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/titel2.jpg?w=202&#038;h=301" alt="" width="202" height="301" /></a>Eigentlich sollte auf dem Bild links nicht der Stadtplan von Manila abgebildet sein, sondern eine Straßenszene aus der Stadt selbst. Vom Fischerhafen Novotas zum Beispiel oder vom Farmers‘ Market im Stadtteil Cubao. Aber es hat nicht sollen sein. Geschlagene zwölf Stunden habe ich gestern im Transitbereich des Flughafens von Bangkok verbracht und auf den Flug gewartet, der immer weiter nach hinten verschoben und schließlich ganz gestrichen wurde. Als ich dann wieder in der Stadt war, meinte Rick nur ganz trocken, „ah, pünktlich zurück zum zweiten Biertest. So sind sie, die Deutschen!“ Dass eines der Biere eigentlich ein philippinisches Lizenzprodukt ist, haben wir allerdings erst später erfahren.<span id="more-4530"></span></p>
<p>Unser Testobjekt Nummer Eins stammt jedenfalls voll und ganz aus Thailand. Auf den ersten Blick zumindest. Das „Chang Draught“ mit dem hübschen Elefantenetikett wird in der Cosmos Brewery von Ayutthaya gebraut, also nicht weit von Bangkok entfernt. Die Brauerei ist aber längst Teil des globalen Kraken namens InBev, der einstmals in Belgien startete und mittlerweile von Anheuser-Busch bis Löwenbräu auf jedem Kontinent prominent vertreten ist. Dass die Zutaten ebenfalls aus einer zentralen Genkammer stammen, ist dabei ein Gerücht &#8211; aber eins, über das man nicht zu laut lachen sollte. Erst wollten wir das „Chang Classic“ nehmen, aber „Draught“, das klingt doch nach frischem Fassbier, also warum nicht?</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/chang-draught.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4531" title="Chang Draught" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/chang-draught.jpg?w=198&#038;h=295" alt="" width="198" height="295" /></a>Extrem hell ist das „Chang Draught“, die winzigkleinen Bläschen sprudeln munter, der Schaum wirkt angenehm. In der Nase ein Aha-Erlebnis: extrem hefig, Hopfen vermeinen wir auch zu schnuppern. Ein Bier wie direkt aus dem Kessel gezapft, enorm jung. Seidig gleitet das Pseudo-Fassbier in den Mund, ein schöner Antrunk, wobei die Hefenote erhalten bleibt. Ich fühle mich an ein Kölsch erinnert, außer dass dieses Bier natürlich untergärig ist. Um bei so wenig Gehalt nicht gleich in Richtung eines stillen Spülwassers zu gehen, haben sich die Chang-Verantwortlichen etwas Tolles ausgedacht: Den Schaumstabilisator, der oben für eine permanent sich erneuernde Krone sorgen soll, haben sie durch geschickte Veränderung der Bier-DNA einfach in das Getränk selbst verlagert. Ergebnis: Oben ist der Schaum schon lange verschwunden, aber mit jedem Schluck des Biers plustert er sich im Mund wieder auf. Das trübt für mich den Spaß etwas, aber ansonsten lässt sich dieses Bier mit seinen 5 vol% schön wegtrinken.</p>
<p>Testobjekt Nummer Zwei, ich sagte es ja bereits, stammt eigentlich von den Philippinen, und zwar von der dortigen Großbrauerei San Miguel. Jene ist mittlerweile der größte Getränkehersteller Südostasiens. Das vor uns stehende Bier „Red Horse“ wurde allerdings in Lizenz in der Brauerei von Pathumthani hergestellt. Ich glaube, das ist jener Ort, an dem auch das „Singha“ vom letzten Test inzwischen das Licht der Welt erblickt. Ein späterer Blick auf die Flasche förderte das überraschende Ergebnis zu Tage, dass dieses Tropenbierchen nicht weniger als 6,9 vol% auf die Waage bringt. „Dunnerlüttchen“, würde da der Norddeutsche ausrufen, und wenn Rick noch fünf Bier mehr vom „Red Horse“ trinkt, schafft er es mit dem „lüttchen“ auch. Unsere Freunde von „ratebeer“ haben dieses Produkt übrigens in die Kategorie „Malt Liquor“ eingeordnet – der Stärke wegen offenbar, aber unter „Malzlikör“ stelle ich mir dann doch etwas völlig anderes vor.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/red-horse.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4533" title="Red Horse" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/red-horse.jpg?w=195&#038;h=292" alt="" width="195" height="292" /></a>Farblich sind wir hier viel stärker auf der dunkelgelben Seite, sofern das im Schummerlicht nicht trügt. Die Blasen sind groß und schwungvoll, führen aber nicht zur Schaumbildung. In der Nase nussig-dezent, also sehr dezent eigentlich, und das ist dann doch überraschend. Im Mund ist das Bier weiterhin konsequent und bleibt bei seiner feinen Nussnote. „Ein prima Durstlöscher“, finde ich, „a nice thirst quencher“. Gebraucht man „to quench“ eigentlich noch in einem anderen Zusammenhang? Hört sich so Shakespearianisch an. Wie gesagt, wir wussten da noch nicht, wie stark das Bier eigentlich ist. Positiv fällt deshalb ganz klar auf, dass die unangemessene Brandigkeit, die höherprozentige Biere aus unmeisterlicher Produktion häufig an sich haben, sich hier wirklich im Rahmen hält. Andererseits ist das Bier zwar dichter, aber was diese Dichte ausmacht, das bleibt mir bis zum Schluss rätselhaft. Hopfen und Malz sind es nicht wirklich.</p>
<p>Mein Fazit: Ich hatte zwar das Gefühl, dass diese Paarung auf einem leicht höheren Niveau stattfindet als die von letzter Woche, aber vielleicht war ich auch nur so fertig nach meinem unerquicklichen Flughafenbesuch. Einen großen qualitativen Unterschied zwischen beiden Bieren gab es nicht, also muss der Stil entscheiden. Ein hefiges Kölsch ist mir in den Tropen bislang noch nicht untergekommen, ergo gewinnt bei mir das „Chang Draught“. Ob es gegen ein echtes Kölsch bestehen könnte – wahrscheinlich nicht. Rick möchte den Sieger all unserer Thai-Biere übrigens zum Abschluss gegen ein Foster und ein Paulaner antreten lassen. Die beiden Sorten habe ich nämlich vor ein paar Tagen im Kaufhaus Isetan entdeckt. Zu Hause würde ich kaum auf die Idee kommen, zu einem Paulaner zu greifen, aber hier ist irgendwie alles anders.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/chezmatze.wordpress.com/4530/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/chezmatze.wordpress.com/4530/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/chezmatze.wordpress.com/4530/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/chezmatze.wordpress.com/4530/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/chezmatze.wordpress.com/4530/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/chezmatze.wordpress.com/4530/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/chezmatze.wordpress.com/4530/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/chezmatze.wordpress.com/4530/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/chezmatze.wordpress.com/4530/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/chezmatze.wordpress.com/4530/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/chezmatze.wordpress.com/4530/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/chezmatze.wordpress.com/4530/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/chezmatze.wordpress.com/4530/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/chezmatze.wordpress.com/4530/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4530&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Wohin in der Mittagspause?</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 14:46:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chezmatze</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Millionen von Menschen pendeln täglich in die Innenstadt von Bangkok, um dort zu arbeiten. Unzählige Bürohochhäuser prägen mittlerweile das Bild der Stadt. Als ich zum ersten Mal in einer solchen Gegend unterwegs war, kam sie mir öde und steril vor. &#8230; <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2012/02/15/wohin-in-der-mittagspause/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4522&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/stand.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4525" title="Stand" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/stand.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Millionen von Menschen pendeln täglich in die Innenstadt von Bangkok, um dort zu arbeiten. Unzählige Bürohochhäuser prägen mittlerweile das Bild der Stadt. Als ich zum ersten Mal in einer solchen Gegend unterwegs war, kam sie mir öde und steril vor. Aber wie leicht täuscht man sich doch! Zur Mittagszeit nämlich strömen in diesen Geschäftsvierteln große Menschentrauben aus den Häusern, um gemeinsam essen zu gehen. Kantinen gibt es in den wenigsten Betrieben, und die Angewohnheit, sich von Muttern morgens ein Butterbrot schmieren zu lassen, ist in Thailand kaum verbreitet. Hier also drei Orte für die Mittagspause, die wie Blumen in der Wüste wirken.<span id="more-4522"></span></p>
<p>Die Gegend um den Siam Square ist ein einziges Einkaufsparadies für den internationalen Kunden. Nicht etwa <em>ein</em> mehrstöckiges Luxuskaufhaus, sondern gleich <em>sieben</em> davon befinden sich im Umkreis von vielleicht 300 Metern. Eine Querstraße weiter haben sich gut zwei Handvoll Banken niedergelassen. Kein Wunder, dass bei so viel Angestellten die Nachfrage nach Essgelegenheiten groß ist. Zunächst hatte ich gedacht, dass die Leute <a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/essgasse.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4523" title="Essgasse" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/essgasse.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>vielleicht in die Foodcourts der Kaufhäuser gehen, aber bis auf das MBK sind die meisten für gewöhnliche Angestellte unangemessen teuer. In den kleinen Gassen südlich des Siam Square, also auf der anderen Straßenseite, bin ich dafür überraschend fündig geworden. Die Eingänge zu diesen Essgassen sind ziemlich versteckt, ich kam mir vor wie in einem Suq. Das Foto habe ich in einem überdachten Gässchen aufgenommen, das gegenüber dem MBK Center von der Thanon Phayathai abgeht. Unzählige Töpfe blubbern hier an den Ständen, und es gibt um halb eins praktisch keinen einzigen Sitzplatz mehr. Ich aß ein Omelett mit Meeresfrüchten.</p>
<p>Die zweite Mittagspausenbegegnung war fast noch zufälliger. Ich kam gerade von einem Termin im Geschäftsviertel südlich des Lumphini Parks wieder zurück und bin die Thanon Sala Daeng entlang gegangen auf meinem Weg zum Skytrain. Inmitten der ganzen Banken, Schulen und Botschaften befand sich da ein großer überdachter Hof, der rings herum von Ständen umrahmt wird. In der Mitte standen Stühle und Tische, an denen in wildem Durcheinander die ganzen Hemdkrawatten und Blusenkostüme ihre Mahlzeit löffelten. Silom ist ja an sich gar nicht mein Viertel, aber an diesem Platz war die Auswahl wirklich ganz hervorragend. Und die Gäste ausschließlich Thai. Ich kaufte mir Tintenfischspieße in scharfer Sauce.</p>
<p>Nördlich der Skytrain-Station Taksin, also ziemlich nah beim Fluss, hat sich in den letzten Jahren auch ein entsprechendes Geschäftsviertel mit Hochhäusern fast bis zum Himmel entwickelt. Auf einem davon befindet sich die spektakuläre &#8220;Sky Bar&#8221;, aber das hat zur Mittagszeit natürlich keine Bewandtnis. In der Seitenstraße Thanon Charoen Wiang <a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/khao-mun-kai.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4524" title="Khao Mun Kai" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/khao-mun-kai.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>dagegen drängt sich an Stand an den nächsten. Und an einem davon habe ich Platz genommen. Das typischste aller typischen Büromittagspausenessen in Bangkok ist relativ unspektakulär und heißt &#8220;Khao Mun Kai&#8221;, Hühnchen mit Reis. Natürlich kann man es auch &#8220;Khao Man Gai&#8221; schreiben, Ihr kennt das ja schon. Es besteht aus einem Teller voll Reis, auf den in Streifen geschnittenes, gekochtes Hühnerfleisch gelegt wird. Dazu gibt es eine Würzsauce aus allen möglichen Zutaten, hauptsächlich Sojasauce und grüne Chillies. Jene gibt man großzügig über das Fleisch. In einem kleinen Schälchen wird dazu noch die klare Hühnerbrühe gereicht. Und einen Humpen mit Eiswasser oder verdünntem kalten Jasmingrüntee gibt es auch.</p>
<p>Wer es mild mag, geht mit der Würzsauce zögerlich um, wer es schärfer liebt, wählt einen Stand, an dem man sich selbst alles löffelweise aus einer großen Schüssel nehmen kann. Das Essen ist nicht horizonterweiternd, aber es schmeckt, macht satt und kostet umgerechnet 75 Cent. Mit einem Schnitz Mango in der Hand kann man sich dann wieder aufmachen ins klimatisierte Bürohaus. Durians, obwohl man sie hier auch erwerben kann, werden in derartigen Gebäuden als Nachspeise dafür nicht so gern gesehen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/chezmatze.wordpress.com/4522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/chezmatze.wordpress.com/4522/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/chezmatze.wordpress.com/4522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/chezmatze.wordpress.com/4522/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/chezmatze.wordpress.com/4522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/chezmatze.wordpress.com/4522/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/chezmatze.wordpress.com/4522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/chezmatze.wordpress.com/4522/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/chezmatze.wordpress.com/4522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/chezmatze.wordpress.com/4522/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/chezmatze.wordpress.com/4522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/chezmatze.wordpress.com/4522/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/chezmatze.wordpress.com/4522/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/chezmatze.wordpress.com/4522/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4522&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Eine Mango ist eine Mango</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 15:36:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chezmatze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Food]]></category>
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		<category><![CDATA[Mango]]></category>
		<category><![CDATA[Mangosorten]]></category>
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		<description><![CDATA[Sollte man meinen. Tatsächlich aber gibt es etwa 50 Mangoarten. Unter ihnen befindet sich mit mangifera indica jene, die wir im Allgemeinen als grünrübige Supermarktfrucht kennen. Aus dieser Art wiederum sollen bis zu 1.000 Sorten entstanden und gezüchtet worden sein. &#8230; <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2012/02/13/eine-mango-ist-eine-mango/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4501&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/nam-dok-mai-und-raed.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4513" title="Nam Dok Mai und Raed" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/nam-dok-mai-und-raed.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Sollte man meinen. Tatsächlich aber gibt es etwa 50 Mangoarten. Unter ihnen befindet sich mit <em>mangifera indica</em> jene, die wir im Allgemeinen als grünrübige Supermarktfrucht kennen. Aus dieser <em>Art</em> wiederum sollen bis zu 1.000 <em>Sorten</em> entstanden und gezüchtet worden sein. Fast jedes Tropenland von Indien (die Urheimat der Art) über die Philippinen, Australien, Mittel- und Südamerika und Afrika bis nach Spanien hält eine Unzahl an Bezeichnungen für diese Sorten parat. So auch Thailand. Ich fühle mich überfordert. Deshalb habe ich mir hier in Bangkok erst einmal ein paar möglichst unterschiedlich bezeichnete Mangos gekauft, um die Einzelheiten zu ergründen.<span id="more-4501"></span></p>
<p>Lasst mich gleich zu Anfang mal Folgendes festhalten: Ich bin alles andere als ein Mangoexperte. Vielmehr möchte ich Euch hier zeigen, wie Mister Dilettanto Schritt für Schritt versucht hat, dem Wesen der Mango näher zu kommen. Der erste Schritt war &#8211; wie immer &#8211; die Literaturrecherche. &#8220;Mango&#8221; heißt auf Thai &#8220;Ma-Muang&#8221;, und die Hochsaison liegt im April und Mai. Man kann aber bereits ab jetzt die ersten (auf natürliche Weise gereiften) Exemplare erstehen.</p>
<p>Kann man die Reife einer Mango eigentlich an ihrer Farbe erkennen? Im Prinzip ja, so heißt es. Ich kaufte mir also zwei unterschiedlich gefärbte Mangos, die denselben Namen trugen, eine gelbe und eine grüne. Die eine war steinhart und sauer, die andere weich und süß. So weit, so gut.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/kaew-und-kaew-kamin.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4508" title="Kaew und Kaew Kamin" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/kaew-und-kaew-kamin.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Als nächstes kaufte ich mir dann eine grüne Mango im Glauben, dass es sich hierbei um eine unreife Frucht handeln müsse. Das Ergebnis: saftig und reif. Während &#8220;Gelb&#8221; also in der Regel reif bedeutet, kann &#8220;Grün&#8221; je nach Sorte jegliches Stadium sein. Einigermaßen sicher über den Zustand der Mango kann man sich allerdings nach einem herzhaften Daumendruck auf die Längsseite sein. Nur sollte man die Frucht dann auch kaufen und nicht wieder zurücklegen, denn Mangos sind stark druckempfindlich, und der Straßenhändler möchte abends bestimmt keinen Forschungsabfall in seinem Wagen haben.</p>
<p>Auf diese Weise schleppte ich Mango um Mango mit aufs Zimmer. Und dies sind die vorläufigen Ergebnisse der winzigen Feldstudie:</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/nam-dok-mai-unreif.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4514" title="Nam Dok Mai unreif" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/nam-dok-mai-unreif.jpg?w=150&#038;h=102" alt="" width="150" height="102" /></a><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/pha-lun-unreif.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4515" title="Pha-Lun unreif" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/pha-lun-unreif.jpg?w=150&#038;h=100" alt="" width="150" height="100" /></a><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/keaw-savuey-unreif.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4509" title="Keaw-Savuey unreif" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/keaw-savuey-unreif.jpg?w=150&#038;h=100" alt="" width="150" height="100" /></a></p>
<p><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p>Von links nach rechts sehr Ihr hier drei unreife Mangos. Links &#8220;Nam Dok Mai&#8221;, in der Mitte &#8220;Pha Lun&#8221; (auch &#8220;Fa-Lun&#8221; oder &#8220;Falan&#8221; geschrieben), rechts &#8220;Keaw Savuey&#8221; (auch &#8220;Kiew Savoey&#8221; oder ähnlich geschrieben). Alle sind außen grün und innen weißgrünlich wie ein Kohlrabi. Die &#8220;Nam Dok Mai&#8221; hatte eine erfrischende, aber doch echt heftige Säure von der Stärke eines Rhabarbers. Die &#8220;Pha Lun&#8221; war dagegen wesentlich milder, besaß eine deutliche Adstringenz und einen Ton in Richtung grüne Haselnuss. Die &#8220;Keaw Savuey&#8221; hingegen erinnerte am stärksten an Gemüse mit ihren Noten nach Fenchel und Rettich. Grüne Mangos werden beispielsweise für Chutneys benutzt oder aber in Stückchen mit der Gabel gegessen, benetzt mit Fisch- oder Sojasauce und Salz.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/kaew-kamin-halbreif.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4507" title="Kaew Kamin halbreif" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/kaew-kamin-halbreif.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Heute habe ich eine halbreife Mango erworben, das aber vorher nicht wirklich gewusst. Die &#8220;Kae Kamin&#8221; (auch da wird es die unterschiedlichsten Transkriptions-weisen geben) war zwar beim Schneiden halbhart, besaß aber innen schon die typische, kräftig gelbe Mangofarbe. Ich fand sie von der Präsenz der Fruchtsäure her sehr angenehm, aber besonders in der Nähe der Schale gab es wieder die rettichhaften, fast an Terpentin erinnernden Ausdünstungen. Was man damit konkret anstellt, weiß ich auch nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass sie für &#8220;gemüsige&#8221; Verwendungen schon zu viel Saft besaß.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/nam-dok-mai-scheiben.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4512" title="Nam Dok Mai Scheiben" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/nam-dok-mai-scheiben.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Zum Schluss noch zu meinen beiden reifen Exemplaren. Eine reife &#8220;Nam Dok Mai&#8221; scheint mir die absolut beliebsteste Sorte zu sein. Sie ist in der Regel am größten, am gelbsten bereits von außen und am saftigsten innen. Meine Vermieterin hatte mir zwei Exemplare mitgebracht, die schon trieften, als ich das Messer noch kaum angesetzt hatte. Das sind dann jene Mangos, von denen man im kalten Europa immer träumt, und die man natürlich wegen ihrer Empfindlichkeit niemals dorthin transportieren kann. Geschmacklich hat mich die reife &#8220;Nam Dok Mai&#8221; an Honigmelone, wieder ein wenig Terpentin und an süße Pflaume erinnert. Es ist übrigens überhaupt kein Problem, eine solche Mango einfach zu löffeln, denn unangenehme Fasern gibt es allerhöchstens in umittelbarer Nähe des Kerns.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/special-raed.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4516" title="Special Raed" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/special-raed.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Obwohl ich erst dachte, dass dieses Exemplar eher unreif ist, hatte ich mich bei der &#8220;Special Raed&#8221; (auch einfach als &#8220;Raed&#8221; oder &#8220;Rad&#8221; bezeichnet) getäuscht. Von außen zwar grün und noch nicht einmal mit den kleinen Pünktchen ausgestattet, die die Schalenreife erkennen lassen, war dies eine löffelgeeignete, saftig-zarte Frucht. Geschmacklich fand ich sie fast noch besser als die &#8220;Nam Dok Mai&#8221;, in Richtung eines gelben, süß-säuerlichen Pfirsichs. Hier hatte ich allerdings das erste Mal ein paar lästige Fasern durchzulöffeln. Deshalb stelle ich mir vor, dass die &#8220;Raed&#8221; ihre wahre Bestimmung findet, wenn man sie zur Saftherstellung presst.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/khao-niaow-ma-muang.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4510" title="Khao Niaow Ma Muang" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/khao-niaow-ma-muang.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Besonders beliebt bei allen Thailand-Besuchern ist die Mango übrigens in ihrer Verwendung als Nachspeise: &#8220;Sticky Rice with Mango&#8221; oder auch Klebreis mit Mango oder auch &#8220;Khao Niaow Ma Muang&#8221;. Ich muss schon zugeben, dass es gut schmeckt, egal ob als Dessert oder zum Frühstück (<a href="http://www.thaitable.com/thai/recipe/mango-on-sticky-rice">hier</a> übrigens ein entsprechendes Rezept), aber diese Verzücktheit, die deswegen hierzulande unter den Expats herrscht, kann ich nicht so recht nachvollziehen. Ich bin schon ein arg sensationshungriger Foodie.</p>
<p>Was mich in der nächsten Zeit noch so alles erwarten kann, habe ich dabei auf <a href="http://www.simply-thai.com/Thai-Market_Fruit_Mango.htm">dieser Website</a> gefunden. 18 Sorten sind dort beschrieben, unter anderem die angeblich allerbeste Mango namens &#8220;Ok Rong&#8221;. Vielleicht kommt die &#8220;Ok Rong&#8221; tatsächlich erst zur Mango-Hochsaison auf die Märkte. Aber auch ohne sie kann ich mich bislang nicht gerade über akuten Obstmangel beschweren.</p>
<p>Habt Ihr schon einmal eine solche &#8220;Ok Rong&#8221; gegessen? Und welche speziellen Früchte würdet Ihr mir empfehlen, die ich unbedingt noch probieren muss?</p>
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		<title>ThaiBierPokal 2012: Singha vs Leo</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 15:10:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chezmatze</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Thank God it&#8217;s Friday!&#8221;, ruft der gemeine U.S.-Amerikaner an diesem Wochentag zu dieser Uhrzeit aus. Kein Wunder, dass auch der in mannigfacher Zahl aus den Büros strömende Thai denselben Seufzer von sich gibt: &#8220;ขอบคุณพระเจ้าก็ศุกร์!&#8221; Weil so ein Feierabend erst richtig &#8230; <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2012/02/10/thaibierpokal-2012-singha-vs-leo/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4488&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/titel1.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4495" title="Titel" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/titel1.jpg?w=197&#038;h=295" alt="" width="197" height="295" /></a>&#8220;Thank God it&#8217;s Friday!&#8221;, ruft der gemeine U.S.-Amerikaner an diesem Wochentag zu dieser Uhrzeit aus. Kein Wunder, dass auch der in mannigfacher Zahl aus den Büros strömende Thai denselben Seufzer von sich gibt: &#8220;ขอบคุณพระเจ้าก็ศุกร์!&#8221; Weil so ein Feierabend erst richtig schön mit einem Feierabendbier ausklingt, haben sich mein australischer Kollege Rick und ich uns Folgendes ausgedacht: An jedem Freitag ab jetzt werden zwei thailändische Biermarken gegeneinander antreten. Das wird so lange gehen, bis wir alle durchgetestet haben, also geschätzte vier Wochen. Denn obwohl hier Bier in durchaus erheblichen Mengen konsumiert wird (vor allem von Australiern, aber die Diskussion sollte ich nicht gleich beim ersten Mal eröffnen), dürfte es alles in allem nicht mehr als acht unterschiedliche Marken geben.<span id="more-4488"></span></p>
<p>Am Ende wollen wir übrigens den absoluten Gewinner küren. Nein, wir meinen nicht uns damit, obwohl Zähigkeit ja auch eine Eigenschaft ist, die in fernöstlichen Kulturen sehr hoch angesehen wird. Unsere Bewertungskriterien beim Biertest sind dabei knallhart: Schmecken muss es. Und zwar &#8211; so war mein Vorschlag &#8211; nach dem, was ein gutes Bier ausmacht: &#8220;Hopfen und Malz, Gott erhalt&#8217;s!&#8221; Kannte Rick übrigens nicht, diesen Spruch, aber wen wundert&#8217;s. Sein Gegenvorschlag, authentische Thaikriterien einbeziehend, übersetze ich hier mal frei mit &#8220;Red kein&#8217; Scheiß, was zählt, ist Reis!&#8221;</p>
<p>Das ist übrigens gar nicht so abwegig oder gar abwertend, wie es sich zunächst anhören mag. Immerhin sprechen wir hier von vergorenem Getreide, was nicht notwendigerweise Gerste bedeutet. Die alten Chinesen, Babylonier und Ägypter hatten ja bereits &#8211; vermutlich unabhängig voneinander &#8211; ihre jeweiligen Getreidesorten für das Brauen alkoholhaltiger Suppen genutzt. Wer sind wir also, uns anzumaßen, dass Bier administrativ festgelegten Normen entsprechen müsse? Gut, ehrlicherweise ist Gerste teurer als Reis oder Mais, und das spielt beim globalisierten Bierbrauen wahrscheinlich mittlerweile eine größere Rolle als irgendwelche lokalen Traditionen. Jetzt aber zum ersten Biertest:</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/singha.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4494" title="Singha" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/singha.jpg?w=167&#038;h=255" alt="" width="167" height="255" /></a>Singha: &#8220;Singha&#8221; ist der mythische Löwe, &#8220;Simha&#8221; im Sanskrit, und genau jener Löwe schaut uns auch vom Etikett an. Das heißt, eigentlich betrachtet er seine Fußnägel. Singha behauptet von sich, seit 1933 das &#8220;Original Thai Beer&#8221; zu sein. Nun wären wir sicher notorisch vorsichtig, wenn jemand darauf hinweisen würde, seit 1933 irgendwas am Laufen zu haben, aber die Befürchtungen hinsichtlich des Singha sind definitiv unbegründet: Das Bier ist mitnichten dasselbe. Seit 2007 wurde die Stärke auf 5 vol% heruntergefahren, mittlerweile produziert die Pathumthani-Brauerei das Bier, und absatzmäßig wird es von Chang auch hart bedrängt.</p>
<p>Relativ dunkel im Anblick, grobbrausig, deshalb mit relativ wenig Schaum. Ich nehme diesen typisch herbgärigen Pilsgeruch wahr (&#8220;burpsy&#8221;, meint Rick), dann aber auch irgendwie Mais. Soll der denn überhaupt drin sein? Am Gaumen ist Rick dann aber überzeugt, &#8220;beery&#8221; heißt sein nächstes Adjektiv. Neutral finde ich das Singha, zwar süffig, aber doch ein wenig dünn und auch mit dieser Ascorbinsäureanmutung. Naja, mal schauen, was unser Leo macht.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/leo.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4493" title="Leo" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/leo.jpg?w=197&#038;h=295" alt="" width="197" height="295" /></a>Leo: Griechisch Leon, heißt &#8220;Löwe&#8221;. Löwe gegen Löwe also. Übrigens (Achtung, ich schweife kurz ab) ist es doch erstaunlich, welche Bandbreite menschlichen Daseins sich auftut, sucht man in Wikipedia nach Daniel Leo. Es handelt sich dabei nämlich um einen Mafioso (das Oberhaupt der Genovese-Familie), einen samoischen Rugbyspieler und um einen neoklassischen Komponisten. Wenn das tatsächlich alles dieselbe Person ist, dann hätte er als Schizophrenie-Rekordhalter auch noch einen Eintrag ins Guinness-Buch verdient. Nicht PC, diese Bemerkung? Stimmt leider, aber versucht mal, mit einem Australier eine politisch korrekte und intellektuell ansprechende Unterhaltung beim Feierabendbier zu führen. Dann hättet Ihr auch einen Eintrag im Guinness-Buch&#8230; okay, zurück zum Bier.</p>
<p>Das &#8220;Leo&#8221; (abgebildet auf dem Etikett ist übrigens ein Leopard) wird von derselben Firma wie das &#8220;Singha&#8221; hergestellt &#8211; oder zumindest von derjenigen, die es hergestellt hat, alles etwas verworren hier. Die Boonrawd-Brauerei, &#8220;in business since 1933&#8243;, Ihr wisst schon, befindet sich immer noch in Familienbesitz. Dies schützt aber nicht vor Größenwahn, denn in den 1990ern kaufte die Familie nicht nur zwei Brauereien in Hartmannsdorf und Mittweida, sondern unterhielt auch eine eigene Fluglinie, die &#8220;PB Air&#8221;. Auch nach der Flugpleite scheint man noch nicht wirklich zur Solidität zurückgekehrt zu sein, denn ihre Promotion-Kampagne mit den &#8220;Sexy Leo Girls&#8221;, die hauptsächlich auf Schaumparties und bei Bikini Contests anzutreffen sind, ist, nun ja, Geschmackssache.</p>
<p>Ähnlich wie das Bier. Drei Goldmedaillen prangen auf dem Etikett, eine davon aus München. Na, wenn das nichts ist. Ein sehr helles Bier jedenfalls mit feinporigem, persistentem Schaum. In der Nase gefällt es mir besser als das Singha, weil es deutlich dezenter ist und spontan kein ulkiges Fremdgetreide erahnen lässt. Am Gaumen finde ich das Bier noch tropischer, weil es einfach noch dünner, noch zitroniger, noch erfrischender ist. Rick ist durchaus angetan, es erinnert ihn an ein Foster&#8217;s, was mich wiederum dazu animiert, ihn zu fragen, welches australische Bier er denn für gut hält. Langes Schweigen. Beleidigt fast, fürchte ich schon. Dann: &#8220;Murray&#8217;s. Definitely world class.&#8221; Kenne ich leider nicht, aber vielleicht hat ja jemand von Euch schon einmal ein Murray&#8217;s genossen.</p>
<p>Das &#8220;Leo&#8221; gefällt mir letztlich aber doch weniger als das &#8220;Singha&#8221;. Es beginnt zwar besser, während sich der fußnägelbetrachtende Löwe erst einmal mit Fremdstoffen umgibt, ist dann hinten heraus aber einfach zu mager, um rein biermäßig mitzuhalten. Im Prinzip sind wir uns einig: Singha bleibt im Rennen. Spontan beschließen wir, das Ganze in einem echten Wettbewerbsstil zu halten mit Viertelfinale (eins davon sollte dieses hier sein), Halbfinale und Finale. Mal abwarten. 20 Uhr übrigens, öffentlicher Feierabend zu Ende, ab nach Hause. Irgendwie gefallen mir diese angelsächsischen Pub-Gepflogenheiten.</p>
<p>Und P.S.: Das Titelfoto zeigt kein Bier. Aber einen Snack, der kongenial zum Bier passt. Ich sammle hier ohnehin die beliebtesten und interessantesten Snacks, denn jene haben wahrhaftig einen eigenen Artikel verdient.</p>
<p>Nun aber zu Euch: Da wir ja jetzt erst zwei von x (wie gesagt, geschätzt acht) thailändischen Bieren probiert haben: Wer gehört denn für nächsten Freitag auf die Liste?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/chezmatze.wordpress.com/4488/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/chezmatze.wordpress.com/4488/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/chezmatze.wordpress.com/4488/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/chezmatze.wordpress.com/4488/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/chezmatze.wordpress.com/4488/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/chezmatze.wordpress.com/4488/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/chezmatze.wordpress.com/4488/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/chezmatze.wordpress.com/4488/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/chezmatze.wordpress.com/4488/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/chezmatze.wordpress.com/4488/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/chezmatze.wordpress.com/4488/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/chezmatze.wordpress.com/4488/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/chezmatze.wordpress.com/4488/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/chezmatze.wordpress.com/4488/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4488&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Singha</media:title>
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			<media:title type="html">Leo</media:title>
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	</item>
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		<title>Bangkok bequem: Take Away für die Mikrowelle</title>
		<link>http://chezmatze.wordpress.com/2012/02/07/bangkok-bequem-take-away-fur-die-mikrowelle/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 01:19:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chezmatze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Food]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Bangkok]]></category>
		<category><![CDATA[Suppe]]></category>
		<category><![CDATA[take away]]></category>
		<category><![CDATA[Thailand]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt diese Tage, an denen man sich gar nicht offensiv fühlt. An denen man am liebsten das Zimmer nicht verlassen möchte zum Essen. Und falls das doch sein muss, dann will man wenigstens nicht irgendwo auf dem Präsentierteller sitzen, &#8230; <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2012/02/07/bangkok-bequem-take-away-fur-die-mikrowelle/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4469&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/titel.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4479" title="Titel" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/titel.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Es gibt diese Tage, an denen man sich gar nicht offensiv fühlt. An denen man am liebsten das Zimmer nicht verlassen möchte zum Essen. Und falls das doch sein muss, dann will man wenigstens nicht irgendwo auf dem Präsentierteller sitzen, wo einem alle beim ungeschickten Hantieren zuschauen. Noch dazu diese Hitze! Zehn Minuten genügen da völlig, um das frische Hemd vollgekleckert und verschwitzt aussehen zu lassen, als hätte man es seit zwei Wochen ununterbrochen getragen. Aber was tun, wenn man wie ich zwar ein klimatisiertes Zimmer mit einem riesigen Kühlschrank besitzt, aber keine Küche, sondern nur eine Mikrowelle? Ich habe mich also einmal in der Welt der vorgekochten Speisen umgesehen und einige davon in angenehm legerer Atmosphäre auf dem Zimmer verspeist.<span id="more-4469"></span></p>
<p>Bevor hier irgendwelche Einwände kommen, möchte ich zunächst einmal feststellen, dass man wahrscheinlich an kaum einem Ort der Welt so gut auf der Straße essen kann wie in Bangkok. Das gilt weiterhin uneingeschränkt, und ich werde an meinen aushäusigen Tagen auch ständig daran erinnert. Ihr braucht also nicht zu befürchten, in Zukunft an dieser Stelle nicht mehr von irgendwelchen bemerkenswerten Essabenteuern lesen zu können. Aber zumindest hier in der Innenstadt ist für viele Büroangestellte das Take Away-Food zu einem wichtigen Alltagselement geworden. Dabei kann man das Mitbringsel für die Mikrowelle entweder an einem der moderneren Straßenstände, in einigen &#8220;Vorkochgeschäften&#8221; oder auch im Supermarkt erwerben. Der Unterschied zwischen diesen Varianten ist dabei gar nicht so groß, wie es sich zunächst anhören mag. Gekocht, gebraten und frittiert wird nämlich auch im Supermarkt &#8220;on the spot&#8221;. Hier also ein paar Eindrücke aus der Take Away-Szene:</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/sai-krok.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4480" title="Sai Krok" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/sai-krok.jpg?w=165&#038;h=111" alt="" width="165" height="111" /></a>Name:  Schweinswürste Thai-Art (Sai Krok Moo)</p>
<ul>
<li>Geschmack: eindeutig nach Wurst, aber mit Reis und Ingwer.</li>
<li>Eignung: geht so. Das Aufwärmen in der Mikrowelle macht die Textur von Wurst und Beilage matt, aber der Geschmack steht.</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/hc3a4hnchenkeule-frittiert.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4473" title="Hähnchenkeule frittiert" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/hc3a4hnchenkeule-frittiert.jpg?w=165&#038;h=111" alt="" width="165" height="111" /></a>Name: Hähnchenkeule frittiert (eine Thai-Spezialität)</p>
<ul>
<li>Geschmack: wie in Steyr oder Wanne-Eickel.</li>
<li>Eignung: recht gut. Die Kruste leidet beim Aufwärmen, bleibt aber knackiger als die Wurst. Fühlt sich dafür unasiatisch an.</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/tab-tim-frittiert.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4478" title="Tab Tim frittiert" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/tab-tim-frittiert.jpg?w=165&#038;h=111" alt="" width="165" height="111" /></a>Name: Tilapia frittiert (Tab Tim)</p>
<ul>
<li>Geschmack: mit Knoblauchmarinade deutlich aufgewertet.</li>
<li>Eignung: gut. Der Fisch ist relativ dick, die Saftigkeit bleibt erhalten. Nur Tilapia hätt&#8217;s nicht sein müssen.</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/largehead-hairtail-frittiert.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4475" title="Largehead Hairtail frittiert" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/largehead-hairtail-frittiert.jpg?w=165&#038;h=111" alt="" width="165" height="111" /></a>Name: Degenfisch frittiert (die Art <em>trichiurus lepturus</em>)</p>
<ul>
<li>Geschmack: nicht wie in Portugal, ohne Holzkohlengrill.</li>
<li>Eignung: mittelprächtig. Zu dünn und zu trocken für diese Zubereitungsart. Degenfisch muss wirklich frisch sein.</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/nudelgericht.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4476" title="Nudelgericht" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/nudelgericht.jpg?w=165&#038;h=110" alt="" width="165" height="110" /></a>Name: Gebratene Nudeln</p>
<ul>
<li>Geschmack: verblüffend fad, erinnert an die Fußgängerzone.</li>
<li>Eignung: gar nicht. Nudeln wabbelig, Gewürze weitgehend untergegangen, nur die Ketschappsoße fehlt noch zum Unglück.</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/nudeln.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4477" title="Nudeln" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/nudeln.jpg?w=165&#038;h=111" alt="" width="165" height="111" /></a>Name: Nudeln (Sen Mee links, Sen Yai rechts)</p>
<ul>
<li>Geschmack: für sich nach nichts, aber Suppenbeilage.</li>
<li>Eignung: eindeutig schlechter als Reis (den ich nicht extra abgebildet habe), schlaff. Bin nicht recht glücklich bis jetzt.</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/gelbes-papaya-curry.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4472" title="gelbes Papaya-Curry" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/gelbes-papaya-curry.jpg?w=165&#038;h=111" alt="" width="165" height="111" /></a>Name: Gelbes Papaya-Curry</p>
<ul>
<li>Geschmack: Hölle. Ich brauche 30 Minuten für die Schüssel.</li>
<li>Eignung: sehr gut. So scharf habe ich seit <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2011/10/23/bangkok-step-two-die-freiwilligen-leiden-des-nicht-mehr-ganz-jungen-m-oder-der-papaya-salat/">Tida Esarn</a> nicht mehr gegessen. Keinerlei Konzessionen, viele Aromen dazu, endlich.</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/ki-lek-curry-und-sc3bcdliche-fischsuppe.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4474" title="Ki Lek Curry und südliche Fischsuppe" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/ki-lek-curry-und-sc3bcdliche-fischsuppe.jpg?w=165&#038;h=111" alt="" width="165" height="111" /></a>Name: Röhren-Kassien-Curry (Kee-Lek, in der Tüte links)</p>
<ul>
<li>Geschmack: milder als gedacht, vegetarisch, bitterfeste Blätter.</li>
<li>Eignung: prinzipiell sehr gut. Allerdings fehlt gegenüber dem Original doch noch einiges an Zutaten. Eher eine Suppenbasis.</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/fischcurry.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4482" title="Fischcurry" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/fischcurry.jpg?w=166&#038;h=110" alt="" width="166" height="110" /></a>Name: &#8220;Southern-style Fish Soup&#8221; (oben in der Tüte rechts)</p>
<ul>
<li>Geschmack: Vorhölle. Um 6:45 Uhr zum Frühstück verspeist.</li>
<li>Eignung: ausgezeichnet. Viel Inhalt mit verschiedensten Gemüsen, viel Aroma, kein&#8217; Deut schlechter als frisch bereitet.</li>
</ul>
<p>Mein Fazit: Da ich zu Hause keine Mikrowelle besitzte, waren dies hier für mich ziemlich primäre Erfahrungen. Interessanterweise sind die Gerichte, die von ihrer Textur her zum Frischverzehr gedacht sind (Frittiertes, kross Gebratenes) auch diejenigen gewesen, die mich geschmacklich nicht so überzeugt haben. Gut, ein Fisch bleibt ein Fisch, aber er wird <a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/fertigsuppen-bei-nittaya.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4471" title="Fertigsuppen bei Nittaya" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/fertigsuppen-bei-nittaya.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>halt trocken und schmeckt einfach nicht landestypisch genug ohne die richtigen Zutaten. Von den gebratenen Nudeln war ich richtiggehend entsetzt. Was mich hingegen begeistert hat, sind die in Plastikbeutel abgefüllten Suppenzubereitungen. Mit der Konsistenz kann dabei natürlich nicht viel schief gehen, aber durch das stundenlange Köcheln vor der Abfüllung bleibt auch nach dem Aufwärmen der volle Geschmack erhalten. Bei Nittaya (und natürlich nicht nur da) habe ich übrigens eine erstaunliche Bandbreite an Suppenbeuteln gesehen, und die Einheimischen nehmen jene auch gern mit nach Hause. Schade nur, dass den Mini-Thaisuppentöpfen in Beuteln gewisse Transportlimits gesetzt sind. Und dank der Terroristen-Vollpanik darf so ein Süppchen ja noch nicht einmal mehr ins Handgepäck.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/chezmatze.wordpress.com/4469/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/chezmatze.wordpress.com/4469/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/chezmatze.wordpress.com/4469/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/chezmatze.wordpress.com/4469/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/chezmatze.wordpress.com/4469/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/chezmatze.wordpress.com/4469/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/chezmatze.wordpress.com/4469/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/chezmatze.wordpress.com/4469/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/chezmatze.wordpress.com/4469/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/chezmatze.wordpress.com/4469/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/chezmatze.wordpress.com/4469/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/chezmatze.wordpress.com/4469/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/chezmatze.wordpress.com/4469/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/chezmatze.wordpress.com/4469/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4469&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Sai Krok</media:title>
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			<media:title type="html">Hähnchenkeule frittiert</media:title>
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			<media:title type="html">Tab Tim frittiert</media:title>
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			<media:title type="html">Largehead Hairtail frittiert</media:title>
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			<media:title type="html">Nudelgericht</media:title>
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			<media:title type="html">Fertigsuppen bei Nittaya</media:title>
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		<title>Wieder in Bangkok</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 16:46:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chezmatze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Food]]></category>
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		<category><![CDATA[Bangkok]]></category>
		<category><![CDATA[Streetfood]]></category>
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		<description><![CDATA[Kennt Ihr das auch? Ihr wart irgendwo vielleicht erst ein einziges Mal, aber wenn Ihr ankommt, findet Ihr den Weg zur Bahnstation wieder, starrt nicht ständig aufgeregt auf den Stadtplan, um an der richtigen Haltestelle auszusteigen, kauft Euch im Vorübergehen &#8230; <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2012/02/03/wieder-in-bangkok/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4461&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/bananen.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4462" title="Bananen" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/bananen.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Kennt Ihr das auch? Ihr wart irgendwo vielleicht erst ein einziges Mal, aber wenn Ihr ankommt, findet Ihr den Weg zur Bahnstation wieder, starrt nicht ständig aufgeregt auf den Stadtplan, um an der richtigen Haltestelle auszusteigen, kauft Euch im Vorübergehen am Kiosk noch eine Zeitung oder einen schon beim ersten Mal probierten Softdrink. So etwas beruhigt ungemein, macht zufrieden und lässt das Ankommen leicht werden. Aus diesem Grund habe ich diesen Artikel auch mit in die Kategorie &#8220;Alltag&#8221; gesteckt, obwohl sich das Wort ein wenig deplatziert anhört bei dem, was ich hier mache.<span id="more-4461"></span></p>
<p>Ich bin nämlich wieder in Thailand. Schneller als erwartet, länger als erwartet, und irgendwie auch ganz anders <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2011/10/25/bangkok-step-three-kilometergeld/">als beim letzten Mal</a>. Diesmal muss ich nicht an drei Tagen die ganze Stadt erobern, nicht ständig neue kulinarische Herausforderungen suchen (obwohl genau das natürlich den Reiz des ersten Males ausmacht), sondern kann alles etwas entspannter angehen. An meinem ersten Tag hier in Bangkok habe ich deshalb nach Feierabend keinen weiten Ausflug mehr unternommen, sondern bin einfach nur in die Nachbarschaft gegangen, um ein paar kleine Alltagsdinge einzukaufen. Zu jenen gehören zum Beispiel die vielen Sorten kleiner, süßer Bananen. Die rechte, gelbere Sorte auf dem Bild heißt glaube ich Kluai Nam Wa, wobei &#8220;Kluai&#8221; Banane bedeutet. Bei der linken Sorte konnte ich leider das Schild nicht entziffern. Vielleicht schaffe ich das mit der Schrift ja noch.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/kokospudding.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4463" title="Kokospudding" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/kokospudding.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Mein zweiter großartiger Alltagsfund sind die kleinen Kokos-Puddinge namens &#8220;Khanon Krok&#8221;, die im Englischen passender als &#8220;custard&#8221; bezeichnet werden. Um Khanon Krok herzustellen, werden die vielen kleinen Einbuchtungen einer speziellen Eisenpfanne mit Reismehlteig, Palmzucker und Kokosmilch gefüllt. Während des Backprozesses auf dem Feuer können in die Förmchen noch Dinge wie Tarokrumen, Mais oder in diesem Fall Frühlingszwiebeln gegeben werden. Ich möchte nicht behaupten, so wie ich in Istanbul <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2011/02/09/kokorec-das-wahre-fast-food-der-turkei/">fast jeden Tag Kokoreç</a> und in Cancale <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2011/12/05/in-der-austernstadt/">fast jeden Tag Austern</a> gegessen habe, würde ich in Bangkok jetzt jeden Tag Khanon Krok essen. Aber nah dran bin ich schon.</p>
<p>Die dritte kleine Streetfood-Alltagsspeise sind Spiegel-Wachteleier mit einem würzigen Dressing. Lustigerweise sah es für mich so aus, als handelte es sich bei der Pfanne um denselben Typ wie beim Kokospudding, nur dass statt der Kokosfüllung die Wachteleier in die Vertiefungen geschlagen werden.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/wachteleier.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4464" title="Wachteleier" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/02/wachteleier.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Mal sehen, ob ich morgen in einem größeren Radius als 500 Meter unterwegs bin. Wahrscheinlich brauche ich auch meinen neuen Bangkok-Alltag, um wenigstens ein bisschen das Gefühl eines echten Standquartiers zu haben. Ich werde nämlich von hier aus noch in andere Länder reisen. Die Flüge nach Jakarta und Colombo sind bereits gebucht, vielleicht kommen auch noch mehr dazu. Leider werden das praktisch ausschließlich offizielle Termine sein, aber ich hoffe, dass ich mich bei günstiger Gelegenheit auf einen interessanten Markt fortschleichen kann. Die Stadtpläne, in denen die Märkte eingezeichnet sind, habe ich mir jedenfalls schon besorgt. Falls aber jemand von Euch aus Jakarta oder Colombo Informationen aus erster Hand hat, würde ich mich freuen, abseits meines Südostasien-Alltags einen von Euch geschätzten, besonderen Ort aufsuchen zu können.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/chezmatze.wordpress.com/4461/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/chezmatze.wordpress.com/4461/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/chezmatze.wordpress.com/4461/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/chezmatze.wordpress.com/4461/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/chezmatze.wordpress.com/4461/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/chezmatze.wordpress.com/4461/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/chezmatze.wordpress.com/4461/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/chezmatze.wordpress.com/4461/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/chezmatze.wordpress.com/4461/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/chezmatze.wordpress.com/4461/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/chezmatze.wordpress.com/4461/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/chezmatze.wordpress.com/4461/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/chezmatze.wordpress.com/4461/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/chezmatze.wordpress.com/4461/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4461&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>&#8220;Aufbruch des trockenen Rieslings&#8221;: Weinprobe im Kameha Grand Hotel in Bonn</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 18:28:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chezmatze</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als ich auf dem Weg zur Weinprobe in der Regionalbahn saß, stieg an irgendeiner rechtsrheinischen Hochhaussiedlung ein älterer Herr ein, leicht verwirrt offenbar. Er setzte sich hinter mich und begann zu singen. Nicht lärmend, sondern fein und akzentuiert, aber doch &#8230; <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2012/01/31/aufbruch-des-trockenen-rieslings-weinprobe-im-kameha-grand-hotel-in-bonn/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4419&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/titel5.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4455" title="Titel" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/titel5.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Als ich auf dem Weg zur Weinprobe in der Regionalbahn saß, stieg an irgendeiner rechtsrheinischen Hochhaussiedlung ein älterer Herr ein, leicht verwirrt offenbar. Er setzte sich hinter mich und begann zu singen. Nicht lärmend, sondern fein und akzentuiert, aber doch so laut, dass man es im ganzen Wagen vernehmen konnte. &#8220;Ich träumte von bunten Blumen, so wie sie wohl blühen im Mai; ich träumte von grünen Wiesen, von lustigem Vogelgeschrei, von lustigem Vogelgeschrei&#8230; Und als die Hähne krähten, da ward mein Auge wach; da war es kalt und finster, es schrien die Raben vom Dach.&#8221; Die Winterreise. Und draußen ziehen stillgelegte Industrieanlagen vorbei, Neubauten der 70er mit Satellitenschüsseln vor den Fenstern und braune, kahle Bäume. Wie passend. Da träumt jemand vom Frühling, vom Aufbruch, und wird radikal aus seinen Träumen gerissen. Auch ich bin im Winter unterwegs und träume vom Aufbruch, vom Aufbruch des trockenen Rieslings. Ob nach den ersten paar Schlucken säuerlich-gezehrter Flüssigkeit die sinnbildlichen Raben vom Dach schreien werden?<span id="more-4419"></span></p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/hotel-kameha-grand.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4451" title="Hotel Kameha Grand" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/hotel-kameha-grand.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Szenenwechsel. Vor dem Eingang des raumschiffartig gestalteten Kameha Grand Hotels direkt am Rhein stehen Luxussportwagen und dicke SUVs. Im Innern ist alles von schlichter, moderner Eleganz. Interessant, denke ich spontan, dass Designhotels eigentlich immer etwas von farblich akzentuierterem Tokyo-Stil haben und nicht etwa in Richtung Moskauer oder Mumbaier Barock gehen. Im eigens angemieteten Raum neben dem <a href="http://www.kamehagrand.com/gfx/user/file/speisekarten/YSC%20Terrassenkarte_Apr2011.pdf">Yu Sushi Club</a> mit Blick auf den Rhein stehen weiß betuchte Tische in U-Form. Jeder der 13 Teilnehmer an der heutigen Probe besitzt einen per Karte angezeigten Platz und hat dann neun (noch) unbefüllte Gläser vor sich. Man tauscht sich ein bisschen aus. Dass hier bis auf die Serviererin keine Frauen anwesend sind, ist ein gesellschaftliches Phänomen, das allerdings nicht an dieser Stelle erörtert werden soll. Wenden wir uns stattdessen dem Wein zu, den alle mit gespannter Aufmerksamkeit erwarten. Zum Thema also.</p>
<p>Seien wir ehrlich: Die Geschichte des großen trockenen Rieslings ist noch gar keine besonders lange. Zwar gibt es gewisse Ausnahmen im Elsass, und ein paar Winzer in Deutschland und Österreich hatten sich auch schon in früheren Zeiten dem Trockenmonster gewidmet. Aber eine Situation wie heute, in der ohne Übertreibung vielleicht 100 Winzer absolut prachtvoll erscheinende trockene Rieslinge auf den Markt bringen, gab es vor wenigen Jahrzehnten noch nicht. Insofern ist der Titel der Veranstaltung ganz bewusst gewählt worden: Hier geht es um die Phase des Aufbruchs. 53 Rieslinge aus den Jahren 1983 bis 2001 standen zur Verkostung an, alle genauso &#8220;Grand&#8221; wie der Tatort der Weinprobe, wie die Großzügigkeit des Gastgebers, wie die Vorfreude bei den Teilnehmern.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/serviettenring.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4453" title="Serviettenring" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/serviettenring.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Ganz kurz noch ein wenig Namedropping. Alle Teilnehmer aufzuzählen bringt selbstverständlich Unglück, zumindest dann, wenn jemand darunter ist, der überhaupt nicht genannt werden möchte. Aber Herr Frackenpohl, unser Gastgeber, sollte doch erwähnt werden dürfen, ebenso Rainer von &#8220;<a href="http://toaster.wordpress.com/">Nur ein paar Verkostungen&#8230;</a>&#8220;, der die edlen Weine aus allen Kellerwinkeln der Republik zusammen gesucht hatte. Vielleicht werdet Ihr demnächst auch dort etwas über diese großartige Probe lesen können, zumal mit Guido auch der andere Hauptschreiber des Blogs mit an Bord war. Ebenso könnte es sein, dass bei Wolfgang Faßbenders &#8220;<a href="http://entkorktundabgeschmeckt.de/">Entkorkt und abgeschmeckt</a>&#8221; oder Achim Beckers &#8220;<a href="http://www.wineterminator.com/">Wineterminator</a>&#8221; die eine oder andere Notiz erscheint. Ganz sicher aber im <a href="http://www.dasweinforum.de/">Weinforum</a>, wobei ich mich besonders gefreut habe, den  geübten Philosophen Markus hier wiederzutreffen. [edit: <a href="http://www.dasweinforum.de/viewtopic.php?f=29&amp;t=1564">Hier</a> die Berichte und Diskussionen im Weinforum.]</p>
<p>Ein einziges Wort zur Organisation: perfekt. Es gab sieben Flights, die jeweils drei bis neun verschiedene Weine umfassten. Jeder Flight war in sich geschlossen, da er (mit geringen Ausnahmen) einem einzigen Winzer gewidmet war. Eingeschenkt und probiert wurde zunächst blind, bevor dann nach dem großen Rätselraten aufgedeckt wurde.</p>
<p>Ich hatte zuerst überlegt, Euch tatsächlich alle 53 Weine hier vorzustellen. Dieses Vorhaben hätte mich aber genauso überfordert, wie es Euch ermüdet hätte. Ich werde deshalb zwar alle Weine aller Flights nennen, aber aus dem jeweiligen Flight nur meinen Favoriten gesondert herauspicken. Solltet Ihr an mehr (allerdings genauso subjektiven) Informationen zu einem der nicht beschriebenen Weine interessiert sein, fragt mich doch bitte gesondert in den Kommentaren danach. Bei den Bezeichnungen halte ich mich übrigens im Zweifelsfall an den Wortlaut auf dem Etikett.</p>
<p><strong>Flight 1: Weingut Dönnhoff</strong></p>
<ul>
<li>1990 Niederhäuser Hermannshöhle Spätlese trocken</li>
<li>1997 Niederhäuser Hermannshöhle Spätlese trocken</li>
<li>1997 Norheimer Dellchen Spätlese trocken Versteigerung</li>
<li>1998 Niederhäuser Hermannshöhle Spätlese trocken</li>
<li>1998 Norheimer Dellchen Spätlese trocken</li>
<li>1998 Oberhäuser Brücke Spätlese trocken</li>
<li>1998 Dorsheimer Burgberg Spätlese trocken &#8211; vom Schlossgut Diel, der Pirat also</li>
<li>2000 Niederhäuser Hermannshöhle Spätlese trocken</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-1-diel.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4433" title="Flight 1 - Diel" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-1-diel.jpg?w=196&#038;h=294" alt="" width="196" height="294" /></a>Mein Favorit: Dazu vielleicht eine kleine Vorrede: Ihr wisst ja, dass ich immer versuche, möglichst subjektiv zu sein. Was nichts anderes bedeutet, als dass ich &#8211; auf den bisherigen Erfahrungen aufbauend &#8211; meinem persönlichen Empfinden folge. Warum ich das hier schreibe? Weil mein Favorit in diesem Flight der Pirat war, der Dorsheimer Burgberg von Armin Diel. Expressiv in der Nase, sehr rauchig, die Frucht noch präsent, leicht nach Hühnerbrühe vielleicht. Am Gaumen dann weder streng noch gezehrt, sondern mit einer eher birnigen Ausgewogenheit. Die Meinungen gingen dabei ein wenig auseinander, aber ich war nicht der einzige, der hier seinen Favoriten sah. Kein richtig großer Wein allerdings, ich hätte vielleicht 16 Punkte oder ein wenig mehr gegeben.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4434" title="Flight 1" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-1.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Der Flight hat die Runde ein wenig ratlos zurückgelassen. Dönnhoff gilt ja im Allgemeinen als das Weingut mit den harmonisch ausgewogensten Rieslingen überhaupt. Die Weine in diesem Flight präsentierten sich im Detail sehr unterschiedlich, so dass niemand darauf kam, dass sie von einem einzigen Winzer stammen könnten. Und auf die Nahe oder überhaupt ein einheitliches Herkunftsgebiet hätte auch niemand getippt. Die 1990er Hermannshöhle bestach dabei mit einer tollen edelfirnen Nase, hielt dann aber im Mund (recht eindimensionale Zitronentarte) nicht das Niveau. Eine richtig deftige Enttäuschung gab es allerdings auch nicht bei den Weinen. Alle waren anständig, aber bei dem Namen hätten wir uns mehr versprochen.</p>
<p><strong>Flight 2: Weingut Georg Breuer</strong></p>
<ul>
<li>1993 Rauenthaler Nonnenberg</li>
<li>1993 Rüdesheimer Berg Schlossberg</li>
<li>1994 Rüdesheimer Berg Schlossberg</li>
<li>1996 Rüdesheimer Berg Rottland Spätlese trocken vom Staatsweingut Kloster Eberbach</li>
<li>1996 Rüdesheimer Berg Schlossberg</li>
<li>1997 Rüdesheimer Berg Schlossberg</li>
<li>1998 Rüdesheimer Berg Schlossberg</li>
<li>1999 Rüdesheimer Berg Schlossberg</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-2-nonnenberg.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4435" title="Flight 2 - Nonnenberg" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-2-nonnenberg.jpg?w=194&#038;h=277" alt="" width="194" height="277" /></a>Mein Favorit ist in diesem Flight schwer einzeln herauszufiltern. Die ersten drei Weine bewegten sich jedenfalls auf einem exzellenten Niveau. Der Nonnenberg (aus der Magnum) besaß eine schiefrige Note, viel Säure, eine großartig ausgereizte Pikanz, weil neben Säure und Mineralität auch noch Saft und Kraft am Werk waren. Vielleicht sogar etwas zu viel Kraft, aber noch ungeheuer viel Lebendigkeit. Der 1993er Schlossberg wirkte etwas milder und ein wenig bitterer, aber ansonsten in demselben Stil in derselben Liga. Der 1994er Schlossberg hatte dafür eine etwas weißere, fruchtigere Anmutung in sich, in Richtung pikanter Weinbergspfirsich.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-2-schlossberg.jpg"><img class="alignright  wp-image-4436" title="Flight 2 - Schlossberg" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-2-schlossberg.jpg?w=197&#038;h=295" alt="" width="197" height="295" /></a>Der Flight gefiel allen, soweit ich mich erinnere. Das sind richtig große Weine. Dass Bernhard Breuer Zeit seines Lebens Wert auf langlebige Weine gelegt hat, wussten wir natürlich. Aber hier kam der blind getestete Beweis, falls es noch eines solchen bedurft hätte. Die jüngeren Jahrgänge standen dabei für mich eine ganze Stufe unter den frühen, was man natürlich unterschiedlich interpretieren kann. Schlechtere Jahrgänge an sich, weniger Winzerbrillianz oder tatsächlich noch in einer nicht so großartigen Phase erwischt? Der Wein vom Staatsweingut hielt im Konzert übrigens gut mit. Zwar besaß er eine deutliche Küchenkräuternote, war für mich aber immer noch stärker als praktisch alle Weine aus dem Flight davor. Dass übrigens im Hause Breuer dieser auf Haltbarkeit ausgelegte Stil konsequent weitergeführt wird, freut mich gerade nach dieser Probe außerordentlich.</p>
<p><strong>Flight 3: Weingut Künstler</strong></p>
<ul>
<li>1992 Hochheimer Hölle Auslese trocken</li>
<li>1993 Hochheimer Hölle Auslese trocken</li>
<li>1994 Hochheimer Hölle Spätlese trocken</li>
<li>1996 Hochheimer Kirchenstück Spätlese trocken</li>
<li>1997 Hochheimer Domdechaney Spätlese trocken</li>
<li>1998 Hochheimer Stielweg Spätlese halbtrocken</li>
<li>1998 Hochheimer Hölle Spätlese trocken</li>
<li>1998 Hochheimer Hölle Auslese trocken</li>
<li>1999 Hochheimer Hölle Auslese trocken</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-3-hc3b6lle.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4437" title="Flight 3 - Hölle" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-3-hc3b6lle.jpg?w=139&#038;h=207" alt="" width="139" height="207" /></a>Mein Favorit existiert diesmal nicht wirklich. Am besten hatte mir noch der älteste Wein des Flights gefallen, die 1992er Hölle. In der Nase waren schiefrige Noten zu spüren, eine gewisse Süßeanmutung und gleichzeitig ein säuerlich-zitroniger Ton. Am Gaumen dann auch entsprechend viel Säure, ziemlich knackig, aber irgendwie leicht medizinal wirkend. Die beiden nächstfolgenden Weine fanden auch noch meinen begrenzten Zuspruch, beide zitronensauer, der 1994er dabei mit einem zusätzlichen Touch sauren Weingummis.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/riesling.jpg"><img class="alignright  wp-image-4452" title="Riesling" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/riesling.jpg?w=196&#038;h=294" alt="" width="196" height="294" /></a>Der Flight war der eindeutig schwächste bislang. Für mich besonders deshalb enttäuschend, weil wir hier ja Deutschland Elite im Glas zu haben glaubten. Die anderen punkteten (wenn sie es denn taten) so um die 85 herum. Mir fehlt die Erfahrung, ob diese Weine jemals richtig gut waren. Es wurde viel darüber gemunkelt, dass ausgerechnet zu jener Zeit das Weingut Künstler zu stark gewachsen sei und sich die organisatorischen Herausforderungen in den mit weniger Akribie bereiteten Weinen niedergeschlagen hätten. Das mag durchaus sein. Die jüngsten Künstler-Weine finde ich nämlich ehrlich gesagt gar nicht schlecht. Ob das Niveau damit tatsächlich wieder gestiegen ist oder aber die Weine lieber im Alter von drei bis vier Jahren getrunken werden sollten, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen.</p>
<p><strong>Flight 4: Domaine Trimbach</strong></p>
<ul>
<li>1983 Clos Sainte-Hune Vendanges Tardives</li>
<li>1985 Cuvée Frédéric Emile</li>
<li>1985 Clos Sainte-Hune</li>
<li>1986 Clos Sainte-Hune</li>
<li>1990 Cuvée Frédéric Emile</li>
<li>1991 Clos Sainte-Hune</li>
<li>2001 Clos Sainte-Hune</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-4-ste-hune-2001.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4439" title="Flight 4 - Ste-Hune 2001" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-4-ste-hune-2001.jpg?w=197&#038;h=294" alt="" width="197" height="294" /></a>Mein Favorit ist auch hier nicht eindeutig auszumachen. Das liegt diesmal aber nicht daran, dass mir die Weine nicht gefallen hätten. Für mich persönlich vorn lag tatsächlich der jüngste Wein, der 2001er Clos Sainte-Hune, dicht gefolgt aber vom 1983er. Qualitativ hatte ich dabei nichts auszusetzen. Der 2001er erschien mir mit seiner bitter-rauchigen Strenge sehr konsequent, schlank und ernst. Aber gut genießbar und durchaus noch ein Stück von seinem (weit oben anzusiedelnden) Höhepunkt entfernt. Der 1983er dagegen erwies sich als echte Herausforderung. Nach dem ersten Schlückchen war klar, dass dies ein großer Wein ist: aromenstark und von höchster Intensität, Säure und Süße treten gegeneinander an, Extrakt und Alkohol. Nie gewinnt eines der beiden Elemente, immer gleichen sie sich auf hohen Niveau aus, aber wenn es einen sinnvollen Gegensatz zum Wort &#8220;trinkig&#8221; geben sollte, dann wäre er hier passend. Echt anstrengend, aber groß.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-4-ste-hune-1983.jpg"><img class="alignright  wp-image-4438" title="Flight 4 - Ste-Hune 1983" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-4-ste-hune-1983.jpg?w=195&#038;h=292" alt="" width="195" height="292" /></a>Der Flight lässt sich insgesamt auch mit diesen Worten beschreiben: anstrengend und groß. Ich hatte das Gefühl, dass hier die Säure zwar enorm präsent war, aber nicht deshalb, weil sie stärker gewesen wäre als bei den Weinen der Flights davor, sondern weil hier wenig Süße puffernd wirkte. Der Extrakt, die Intensität trat hier als Gegenpol auf. Alle Weine brauchten viel Luft, genau wie sie viele Jahre gebraucht haben müssen, um sich derartig zu präsentieren. In ihrer fast herrischen Strenge gefielen sie mir rein subjektiv eine Nuance weniger als die Weine von Breuer. Aber dies sind ohne jeden Zweifel echte Monumente. Übrigens machte sich die deutlich angenehmer bepreiste Cuvée Frédéric Emile gar nicht so schlecht. Etwas schlanker, mit weniger Schwung und Intensität, bleibt das für mich aber eine gute Alternative, zumal wir hören mussten, dass der 1983er Clos Sainte-Hune auf dem Markt (falls überhaupt verfügbar) für rund 500 € gehandelt wird.</p>
<p><strong>Flight 5: Roter Hang</strong></p>
<ul>
<li>1988 Niersteiner Brudersberg Spätlese trocken, Heyl zu Herrnsheim</li>
<li>1992 Niersteiner Brudersberg Spätlese trocken, Heyl zu Herrnsheim</li>
<li>1993 Niersteiner Brudersberg Spätlese trocken, Heyl zu Herrnsheim</li>
<li>1994 Niersteiner Brudersberg Spätlese trocken, Heyl zu Herrnsheim</li>
<li>1996 Niersteiner Brudersberg Spätlese trocken, Heyl zu Herrnsheim</li>
<li>1997 Niersteiner Brudersberg Spätlese trocken, Heyl zu Herrnsheim</li>
<li>1992 Niersteiner Orbel Spätlese trocken, St. Antony</li>
<li>1992 Niersteiner Pettenthal Spätlese medium dry, Heyl zu Herrnsheim</li>
<li>1992 Niersteiner Pettenthal Spätlese halbtrocken, St. Antony</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-5-brudersberg.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4440" title="Flight 5 - Brudersberg" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-5-brudersberg.jpg?w=192&#038;h=277" alt="" width="192" height="277" /></a>Mein Favorit war &#8211; nicht mit weitem Abstand allerdings &#8211; der 1994er Brudersberg. Für die Herkunft und das Alter hatte der Weine eine verblüffend frische, fast grünlich wirkende Nase. Am Gaumen blieb es konsequent dabei: viel Säure, etwas Firn, ansonsten sehr pur und straight. Am anderen Ende des geschmacklichen Spektrums befand sich die halbtrockene Pettenthal-Spätlese von St. Antony, die allerdings im Laufe der Zeit eine sensorisch trockene Note angenommen hatte. Breit, gelb, stark, aber nicht wirklich als Riesling zu erkennen. Mein Stil ist das nicht unbedingt, aber mit mehr Luft öffnete sich auch dieser Wein, und schlecht war jener wahrhaftig nicht.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-5.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4441" title="Flight 5" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-5.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Der Flight hielt ein verblüffend breites Spektrum parat. Einen schlanken Wein vom roten Hang hätte ich nicht erwartet &#8211; aber er war dann auch die Ausnahme. Generell wirkten die Weine stark, manche ausgewogen, andere wiederum zu sehr in Richtung bitteres Lösungsmittel gehend. Gewürzige und florale Noten waren dabei relativ oft zu spüren, was es &#8211; wenn wir es nicht gewusst hätten &#8211; schwer machen würde, überhaupt den Riesling als Rebsorte hier herauszubekommen. Für mich persönlich nach Künstler der zweitschwächste Flight heute. Aber, um das noch mal klarzustellen: Hier wird nur aus Gründen der inneren Differenzierung gejammert. Über jeden einzelnen dieser Weine würde ich mich freuen, wenn ich sie noch im Keller hätte.</p>
<p><strong>Flight 6: Weingut Koehler-Ruprecht</strong></p>
<ul>
<li>1990 Kallstadter Saumagen Auslese trocken R</li>
<li>1998 Kallstadter Saumagen Auslese R</li>
<li>1997 Kallstadter Saumagen Auslese trocken R</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-6-saumagen.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4442" title="Flight 6 - Saumagen" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-6-saumagen.jpg?w=137&#038;h=205" alt="" width="137" height="205" /></a>Mein Favorit aus dieser kleinen Serie ist schnell gefunden, der 1990er. In der Nase bittere Kräuter, Liebstöckel, Majoran, zerstoßene Korianderkörner, eine gewisse Firne. Im Mund ist der Wein schön straff mit einer ordentlichen Säure, aber auch mit genug Gehalt, um hier einen Gegenpol zu liefern. Allerdings waren nicht wenige von uns der Meinung, dass dieser Wein seinen Genusshöhepunkt hinter sich hat. Der Schwung geht so langsam dahin, das Knochige dürfte nach und nach in den Vordergrund treten.</p>
<p>Der Flight ist mit den anderen natürlich nicht zu vergleichen, drei Weine sind keine neun. Der zweite Wein, die 1998er Auslese R, war versehentlich nicht die trockene, sondern die halbtrockene Version mit 10 vol%. Anders als bei den beiden Pettenthalern vom Flight davor bedeutete das diesmal neben spürbar erhöhter Restsüße auch einen wirklich anderen Charakter. Der trockene 1997er hatte dagegen eine erstaunlich scharf-intensive Gewürznote zu bieten und viele Bitterstoffe. Das ist heute noch ein guter Speisenbegleiter und dafür auch wesentlich besser geeignet als zum Solotesten.</p>
<p><strong>Flight 7: Weingut Bürklin-Wolf</strong></p>
<ul>
<li>1994 Ruppertsberger Gaisböhl Spätlese trocken</li>
<li>1995 Ruppertsberger Gaisböhl Spätlese trocken</li>
<li>1996 Ruppertsberger Gaisböhl Spätlese trocken</li>
<li>1996 Forster Kirchenstück Spätlese trocken</li>
<li>1997 Forster Kirchenstück Spätlese trocken</li>
<li>1997 Forster Jesuitengarten Spätlese trocken</li>
<li>1998 Ruppertsberger Gaisböhl Spätlese trocken</li>
<li>1999 Deidesheimer Hohenmorgen Spätlese trocken G.C.</li>
<li>1999 Forster Pechstein Spätlese trocken G.C.</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-7-gaisbc3b6hl.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4443" title="Flight 7 - Gaisböhl" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-7-gaisbc3b6hl.jpg?w=201&#038;h=301" alt="" width="201" height="301" /></a>Mein Favorit kommt diesmal aus der hinteren Startgruppe. Bei den anderen Flights hatten uns die ersten Weine oft am meisten überzeugt, hier ist es umgekehrt. Ich persönlich habe dabei den 1998er Gaisböhl ganz vorn gesehen, weil er die rieslingtypischsten Attitüden an den Tag legte: relativ streng und geradeaus, getragen darüber hinaus aber auch von einer intensiven Aromatik, die dem Wein eine gute Länge verlieh. Allerdings kam er mir blind verkostet deutlich älter vor als sein eigentlicher Geburtsjahrgang. Der 1999er Hohenmorgen lag für mich auf demselben Niveau, ebenso der 1999er Pechstein. Letzterer besaß die tropischsten, hedonistischsten Noten und wirkte immer noch sehr saftig.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-7-pechstein.jpg"><img class="alignright  wp-image-4444" title="Flight 7 - Pechstein" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/flight-7-pechstein.jpg?w=195&#038;h=292" alt="" width="195" height="292" /></a>Der Flight fand insgesamt durchaus Anklang. Leider hatten wir (oder vielmehr der Hersteller) hier ein echtes Korkproblem, denn drei der neun Flaschen wurden teilweise deutlich von der Geschmacksnote Muff getragen. Die übrigen Weine jedoch besaßen eine bemerkenswerte Homogenität. Hier hätten wir spontan alle ein und denselben Winzer als Urheber vermutet. Allen gemeinsam war diese, möglicherweise pfalztypische, Gelbwurz-Ingwer-Note, die ich ansonsten auch mit gereiften Veltlinern aus der Wachau in Verbindung bringe. A propos: Das war eigentlich die einzige Herkunftsregion, die ich ein wenig vermisst habe. Ein Flight mit Knoll, Hirtzberger, Prager oder Pichler wäre sehr spannend gewesen. Aber noch mehr Weine &#8211; das hätte ich vermutlich auch sensorisch nicht gepackt.</p>
<p>Die sechs Gänge des anschließenden Essens möchte ich Euch einfach nur mal im Bild zeigen. Natürlich kamen auch hier unsere Geschmacksnerven noch einmal zum Zuge, aber nachdem wir die vergangenen fünf (!) Stunden intensiv verkostet hatten, ging es natürlich in erster Linie um die Geselligkeit. Schade, dass ich so früh fahren musste.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/gang-1-zukidashi.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4445" title="Gang 1 - Zukidashi" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/gang-1-zukidashi.jpg?w=150&#038;h=100" alt="" width="150" height="100" /></a><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/gang-2-sushi.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4446" title="Gang 2 - Sushi" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/gang-2-sushi.jpg?w=150&#038;h=100" alt="" width="150" height="100" /></a><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/gang-3-dengaku.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4447" title="Gang 3 - Dengaku" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/gang-3-dengaku.jpg?w=150&#038;h=100" alt="" width="150" height="100" /></a></p>
<p><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<ul>
<li>Zukidashi</li>
<li>Kleine Portion Sushi klassisch belebt</li>
<li>Dengaku von Aubergine mit Scampi</li>
<li>Klare Bonito-Brühe mit gebratenem Wolfsbarsch</li>
<li>Gebratene Entenbrust mit Teriyaki-Sauce</li>
<li>Zitronengras-Mousse auf Biskuit</li>
</ul>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/gang-4-brc3bche.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4448" title="Gang 4 - Brühe" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/gang-4-brc3bche.jpg?w=150&#038;h=100" alt="" width="150" height="100" /></a><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/gang-5-entenbrust.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4449" title="Gang 5 - Entenbrust" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/gang-5-entenbrust.jpg?w=150&#038;h=100" alt="" width="150" height="100" /></a><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/gang-6-mousse.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4450" title="Gang 6 - Mousse" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/gang-6-mousse.jpg?w=150&#038;h=100" alt="" width="150" height="100" /></a><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p>Die Essbegleiter könnt Ihr noch schnell hier sehen. Mein Lieblingswein dabei &#8211; und das ist vielleicht nach der Fülle an großen trockenen Weinen auch nicht verwunderlich &#8211; war die fantastische fünfsternige Auslese aus dem Ürziger Würzgarten von Hans Leo Christoffel.</p>
<ul>
<li>K.J. Molitor &#8211; 2009 Rüdesheimer Berg Schlossberg Spätlese trocken Alte Reben</li>
<li>Bürklin-Wolf &#8211; 1998 Forster Pechstein Auslese R</li>
<li>Egon Müller &#8211; 1997 Scharzhofberger Kabinett Nr. 12</li>
<li>Mongeard-Mugneret &#8211; 2003 Vosne-Romanée 1er Cru Les Petits Monts</li>
<li>Joh. Jos. Christoffel Erben &#8211; 1994 Ürziger Würzgarten Auslese ***** Versteigerung</li>
</ul>
<p>Mein Fazit: Trockene Rieslinge können reifen. Das ist sicher keine sensationelle Erkenntnis, aber ganz im Gegensatz zu Bordeauxweinen, Burgundern oder eben edelsüßen Rieslingen wird man nicht allzu oft an diese Tatsache erinnert. Trockene Rieslinge werden im Allgemeinen einfach viel zu früh konsumiert.</p>
<p>Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass der schreiende Rabe auf dem Dach namens Auszehrung irgendwann einmal sein Unwesen zu treiben beginnt. Um derartig harmonisch durch die Jahrzehnte zu gleiten wie meine heutigen Lieblingsprodukte, Breuers Schlossberg und Nonnenberg sowie Trimbachs Clos Sainte-Hune, scheinen mir ein paar Voraussetzungen notwendig zu sein, die man wahrscheinlich schon an den Jungweinen wird spüren können: Säure hat Riesling meist genug, und die macht auch nach Jahrzehnten noch nicht schlapp. Ein gewisser Körper gehört aber wohl auch dazu, und damit meine ich nicht in erster Linie Alkohol, sondern Extrakt. Ich persönlich glaube, dass gerade Riesling ein klein wenig Restzucker gut zu Gesicht steht, weil jener im Alter nicht mehr für die Süße sorgt, sondern für eine stärker wahrgenommene Seidigkeit. Ein von Anfang an richtig trockener Riesling mit doppelt so viel Gesamtsäure wie Restzucker muss schon reichlich Stoffigkeit besitzen, um später nicht mit einem Charme wie Fräulein Rottenmeier daherzukommen.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/sitzplatz.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4454" title="Sitzplatz" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/sitzplatz.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Für mich war es eine großartige Erfahrung, bei dieser Weinprobe dabei gewesen zu sein. Den Organisatoren dafür herzlich zu danken, ist eigentlich zu wenig. Wir haben alle einen einmaligen Blick in die Geschichte des trockenen Rieslings geworfen. Dabei würde es mich ungemein interessieren, welche Rieslinge von heute sich in 20 Jahren großartig präsentieren würden. Die Auswahl ist ja beträchtlich geworden. Gesetzt den Fall, Ihr müsstet heute einen trockenen Riesling kaufen, den Ihr erst in 20 Jahren wieder öffnen dürft. Welchen würdet Ihr nehmen?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/chezmatze.wordpress.com/4419/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/chezmatze.wordpress.com/4419/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/chezmatze.wordpress.com/4419/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/chezmatze.wordpress.com/4419/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/chezmatze.wordpress.com/4419/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/chezmatze.wordpress.com/4419/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/chezmatze.wordpress.com/4419/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/chezmatze.wordpress.com/4419/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/chezmatze.wordpress.com/4419/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/chezmatze.wordpress.com/4419/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/chezmatze.wordpress.com/4419/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/chezmatze.wordpress.com/4419/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/chezmatze.wordpress.com/4419/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/chezmatze.wordpress.com/4419/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4419&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Serviettenring</media:title>
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			<media:title type="html">Flight 2 - Nonnenberg</media:title>
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			<media:title type="html">Riesling</media:title>
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			<media:title type="html">Flight 7 - Pechstein</media:title>
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			<media:title type="html">Gang 6 - Mousse</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Ein Glas Marmelade für 18 Euro</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 21:09:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>chezmatze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Food]]></category>
		<category><![CDATA[Bar-le-Duc]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Johannisbeeren]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Etwas übertrieben&#8221;, mögt Ihr nach dem Lesen dieser Überschrift sagen. Stimmt. Das Glas hat nämlich nicht 18 € gekostet, sondern lediglich 17,95 €. Dafür waren in ihm auch nur 85 g Johannisbeer-Konfitüre enthalten. Einer Konfitüre allerdings, bei der alle Johannisbeerkerne &#8230; <a href="http://chezmatze.wordpress.com/2012/01/26/ein-glas-marmelade-fur-18-euro/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=chezmatze.wordpress.com&amp;blog=15450196&amp;post=4410&amp;subd=chezmatze&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/titel4.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4414" title="Titel" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/titel4.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>&#8220;Etwas übertrieben&#8221;, mögt Ihr nach dem Lesen dieser Überschrift sagen. Stimmt. Das Glas hat nämlich nicht 18 € gekostet, sondern lediglich 17,95 €. Dafür waren in ihm auch nur 85 g Johannisbeer-Konfitüre enthalten. Einer Konfitüre allerdings, bei der alle Johannisbeerkerne per Hand mit Hilfe eines Gänsefederkiels entfernt wurden. Wenn Ihr jetzt denkt, dass wir hier bei Sonnenkönig-haften Attitüden angekommen sind, liegt Ihr gar nicht so falsch. Im lothringischen Bar-le-Duc haben sich in der Manufaktur von Anne Dutriez, &#8220;<a href="http://www.groseille.com/">A la Lorraine</a>&#8220;, Praktiken aus längst vergangenen Jahrhunderten erhalten.<span id="more-4410"></span></p>
<p>Angeblich, so kann man auf einer Urkunde aus dem Jahr 1344 lesen, sollen schon damals die Johannisbeerkonfitüren aus Bar-le-Duc auf diese Art hergestellt worden sein. Maria Stuart, deren Mutter im Schloss von Bar geboren wurde, habe die Konfitüre mit einem Sonnenstrahl verglichen, eingefangen in einem Glas. Auch der irgendwie exzentrisch wirkende Filmregisseur Alfred Hitchcock soll nur in Hotels abgestiegen sein, in denen er garantiert die Konfitüre von Bar-le-Duc zum Frühstück genießen konnte. Sagt man.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/deckel.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4412" title="Deckel" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/deckel.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Das Geheimnis des edlen Produkts liegt zunächst einmal im schonenden Pflückvorgang, denn die Beeren müssen vollkommen unbeschädigt in den Häusern der &#8220;épépineuses&#8221; ankommen. Ganz recht, das Entkernen der Johannisbeeren ist nach wie vor nicht nur Hand-, sondern auch Hausarbeit. Ob es heute noch so ist, dass der Mann auf den Feldern des Grafen schuftet, während die Frau daheim den kargen Lohn mit dem händischen Entkernen von Johannisbeeren aufbessert, weiß ich nicht. In jedem Fall werden die Früchte mit Hilfe eines Gänsefederkiels von ihren (meist sieben) Kernen befreit. Dafür wird die Frucht schräg mit dem Kiel aufgeritzt, die Kerne entfernt, bevor die Johannisbeere mit dem Außenhautlappen wieder möglichst gut verschlossen wird. Als nächstes werden die Beeren in einen kochenden Zuckersirup gegeben. Dieser Schock, ganz ohne Aufkochen und Rühren, bewirkt, dass die Johannisbeere zwar &#8220;marmeladenmäßig&#8221; erhitzt wird, die Frucht als solches aber strukturell erhalten bleibt.</p>
<p><a href="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/glasinhalt.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4413" title="Glasinhalt" src="http://chezmatze.files.wordpress.com/2012/01/glasinhalt.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a>Wie schmeckt ein solches Meisterwerk nun? Zunächst muss ich ergänzen, dass es zwei Sorten gibt, rote oder weiße Johannisbeeren, und ich habe mich wegen des Geschmacks und der Seltenheit für die weiße Variante entschieden. Nach dem Öffnen des Glases war ich zunächst verblüfft, dass die Konfitüre wirklich fast flüssig ist, also überhaupt nicht stark geliert. Der Geschmack entsprach im Prinzip meinen Erwartungen, denn bei Onkel Erich und Tante Alice gab es eine große Reihe von Johannisbeerbüschen, die wir Kinder im Sommer immer abgepflückt haben. Daher weiß ich immer noch ziemlich genau, wie weiße, rote oder schwarze Johannisbeere schmecken. Die wirkliche Sensation bei der Konfitüre ist aber ihre Konsistenz. Ganz zart sind die Früchte geblieben, mit einer feinen, aber spürbaren Haut, ohne jeden Kern. Nur die ehemaligen Blütenkelche bleiben als dunkle Stellen im Glas enthalten (das sind also keine versehentlich vergessenen Kerne). Ich habe den Glasinhalt ausschließlich pur gegessen, immer ein Löffelchen nach dem Frühstück. Für die pragmatische Ernährung völlig unnütz. Mit anderen Worten: ein großartiges Erlebnis, ein luxuriöses, ungemein teures. Ich würde es allen wirklich uneingeschränkt empfehlen, wenigstens ein einziges Mal, denn sowas vergisst man nicht so schnell.</p>
<p>Nun zum Kauf an sich. Eigentlich wollten wir in Bar-le-Duc direkt vorbeifahren, was prinzipiell sicher sehr gut ist, aber glücklicherweise hatte ich irgendwo gelesen, dass dort gerade Ferien waren. Ich habe das Glas deshalb in Nancy bei den <a href="http://www.macaron-de-nancy.com/boutique/index.cfm">Soeurs Macarons</a> gekauft. Und jetzt &#8211; etliche Monate später &#8211; endlich geöffnet. Ob es diese unglaubliche Konfitüre auch in deutschsprachigen Ländern zu kaufen gibt, weiß ich nicht. Falls Ihr ein entsprechendes Geschäft entdeckt habt, würde ich mich über einen entsprechenden Kommentar freuen.</p>
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